InnoNature · Pflanzenstoffe
Mariendistel Plus Kapseln
200 mg Silymarin je Kapsel mit Artischocke, schwarzem Rettich und Löwenzahn — vier Bitterpflanzen, alle mit Prozentangabe.
Bewertung im Einzelnen
Je Tagesdosis (1 Kapsel)
- Mariendistel-Extrakt
- 250 mg
- davon Silymarin
- 200 mg
- Artischocken-Extrakt
- 100 mg
- davon Cynarin
- 5 mg
- Darreichung
- kapseln
- Packung
- 90 Kapseln (69,6 g)
- Form
- Mariendistel-Extrakt mit Artischocke, schwarzem Rettich und Löwenzahn
- Zusatzstoffe
- keine
Dafür spricht
- Silymarin-Gehalt ausgewiesen — die einzige Zahl, die bei Mariendistel einen Vergleich erlaubt
- Alle vier Pflanzenextrakte mit Prozentangaben in der Zutatenliste
- 200 mg Silymarin liegen in der Größenordnung, mit der Untersuchungen gearbeitet haben
- Nur eine Kapsel täglich, drei Monate Vorrat
Dagegen spricht
- Für Mariendistel und Silymarin ruht die Claim-Bewertung in der EU — Wirkversprechen sind rechtlich angreifbar
- Auch für Artischocke, Rettich und Löwenzahn gibt es keine zugelassenen Angaben
- Bei Lebererkrankungen gehört die Behandlung in ärztliche Hand, nicht auf den Nachttisch
Mariendistel ist wie Mönchspfeffer ein Grenzgänger: Silymarin-haltige Präparate sind in Deutschland als Arzneimittel zugelassen — unter anderem zur unterstützenden Behandlung bei toxischen Leberschäden und chronisch-entzündlichen Lebererkrankungen. Daneben existiert derselbe Pflanzenstoff als Nahrungsergänzungsmittel, wie hier.
Silymarin ist dabei nicht ein einzelner Stoff, sondern ein Komplex aus mehreren Flavonolignanen, allen voran Silybin. Dass dieses Präparat 200 mg Silymarin je Kapsel ausdrücklich ausweist, ist der entscheidende Punkt — bei Mariendistel sagt die Menge Pflanzenmaterial fast nichts, weil der Silymaringehalt in den Samen je nach Herkunft stark schwankt und Extrakte darauf standardisiert werden.
Die drei Begleitpflanzen folgen der klassischen Bitterstoff-Logik: Artischocke, schwarzer Rettich und Löwenzahn werden traditionell bei Verdauungsbeschwerden eingesetzt. Zugelassene Angaben gibt es für keine davon; die Bewertung pflanzlicher Stoffe ruht in der EU seit 2010.
Ein Satz, der bei einem „Leber”-Präparat nicht fehlen darf: Eine kranke Leber macht lange keine Beschwerden. Wer den Verdacht hat, dass mit seiner Leber etwas nicht stimmt — nach Alkohol, bei Medikamenteneinnahme, bei auffälligen Blutwerten —, braucht eine Diagnose und keine Kapsel. Die Präparate dieser Warengruppe sind für Gesunde gedacht, die etwas Gutes tun wollen, nicht für Kranke, die eine Behandlung ersetzen möchten.
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