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MY.YO · Darmflora

Joghurtferment Probiotisch

Selbstgemachter Joghurt liefert garantiert lebende Kulturen — aber welche Stämme im „probiotischen" Ferment stecken, verrät der Hersteller nicht.

ohne Zusatzstoffe
Anzeige Bezugsquelle: PureNature · 7,90 € Zum Produkt

Bewertung im Einzelnen

Dosierung Liegt die Tagesdosis im sinnvollen Bereich?
Verbindung Ist die gewählte Verbindungsform gut verwertbar?
Reinheit Wie viele überflüssige Zusatzstoffe stecken drin?
Transparenz Werden Gehalte, Herkunft und Analysen offengelegt?
Preis Wie steht der Preis je Tagesdosis im Vergleich?

Je Tagesdosis (1 Beutel je Liter Milch, fermentiert in ca. 12 Stunden)

Darreichung
pulver
Packung
15 g (Beutel für je 1 Liter Joghurt, bis zu 4-mal überimpfbar — ergibt bis zu 15 Liter)
Form
gefriergetrocknete Joghurt- und Probiotika-Kulturen („Lacto Pro"), Bio-Qualität
Zusatzstoffe
keine

Dafür spricht

  • Frisch fermentierter Joghurt enthält seine Kulturen garantiert lebend — die Voraussetzung, an die der einzige zugelassene Probiotika-Claim geknüpft ist
  • Bis zu 4-mal überimpfbar: aus einer Packung werden bis zu 15 Liter, rund 53 Cent je Liter
  • Funktioniert im einfachen Isoliergefäß ohne Joghurtmaschine
  • Bio-zertifiziert und gefriergetrocknet lagerstabil

Dagegen spricht

  • Welche Stämme „Lacto Pro" enthält, wird nicht deklariert — dabei ist die Stammbezeichnung bei Probiotika die entscheidende Information
  • „Probiotisch" ist als Werbewort rechtlich heiße Luft: zugelassen ist nur die Laktose-Angabe für klassische Joghurtkulturen
  • Mit jedem Überimpfen verschiebt sich die Kultur-Zusammensetzung — spätestens die vierte Generation ist ein anderer Joghurt als die erste

Der Wirkstoff-Eintrag zu den Joghurtkulturen erklärt, warum ausgerechnet der bescheidenste aller Probiotika-Claims der einzige zugelassene ist: Lebende Joghurtkulturen verbessern die Laktoseverdauung — vorausgesetzt, sie sind bei Verzehr tatsächlich lebendig und ausreichend zahlreich. Selbstgemachter, frisch fermentierter Joghurt erfüllt diese Bedingung zuverlässiger als manches lang gelagerte Kaufprodukt. Insofern ist ein Joghurtferment die vielleicht bodenständigste Form, „Probiotika” zu sich zu nehmen.

Die Mechanik ist einfach und die Packungsökonomie fair: Ein Beutel fermentiert einen Liter Milch in etwa zwölf Stunden im Isoliergefäß, und jeder fertige Joghurt lässt sich bis zu viermal als Impfkultur für den nächsten Liter verwenden. Aus einer Packung für 7,90 Euro werden so bis zu 15 Liter — gut 50 Cent je Liter, konkurrenzfähig mit dem Kühlregal, bei frischerem Produkt.

Der Kritikpunkt ist die Deklaration. MY.YO nennt seine Kulturmischung „Lacto Pro” und das Ferment „probiotisch”, verrät aber nicht, welche Stämme konkret enthalten sind. Aus dem Wirkstoffbereich Darmflora ist bekannt, warum das keine Formalie ist: Probiotische Wirkungen sind stammspezifisch — LGG ist nicht irgendein L. rhamnosus, und „enthält Laktobazillen” ist so aussagekräftig wie „enthält Pflanzen”. Ohne Stammangabe bleibt „probiotisch” ein Werbewort, das rechtlich ohnehin keine zugelassene Angabe trägt.

Dazu kommt eine praktische Ehrlichkeit: Beim Überimpfen verschiebt sich die Zusammensetzung der Mischkultur mit jeder Generation — robuste Säuerungsstämme setzen sich durch, empfindlichere Zusatzkulturen verlieren. Der fünfzehnte Liter ist mikrobiologisch nicht mehr der erste. Wer das Ferment als komfortablen Weg zu frischem, lebendigem Joghurt nimmt, wird gut bedient; wer gezielt einen bestimmten probiotischen Stamm zuführen will, braucht ein Produkt, das seine Stämme beim Namen nennt.

Bezugsquellen

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