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Pure Encapsulations · Pflanzenstoffe

Brokkoli plus (Sulforaphan)

Brokkolisprossen-Konzentrat mit Glutathion und Resveratrol — doch ohne Angabe zu Glucoraphanin und Myrosinase bleibt offen, ob überhaupt Sulforaphan entsteht.

vegan ohne Zusatzstoffe
Anzeige Bezugsquelle: PureNature · 40,19 € Zum Produkt

Bewertung im Einzelnen

Dosierung Liegt die Tagesdosis im sinnvollen Bereich?
Verbindung Ist die gewählte Verbindungsform gut verwertbar?
Reinheit Wie viele überflüssige Zusatzstoffe stecken drin?
Transparenz Werden Gehalte, Herkunft und Analysen offengelegt?
Preis Wie steht der Preis je Tagesdosis im Vergleich?

Je Tagesdosis (1 Kapsel zu einer Mahlzeit)

Brokkolisprossen-Konzentrat
250 mg je Kapsel
reduziertes L-Glutathion
250 mg
trans-Resveratrol
15 mg
Darreichung
kapseln
Packung
Kapseln (18 g)
Form
Sprossenkonzentrat + Glutathion + Resveratrol
Zusatzstoffe
keine

Dafür spricht

  • Sulforaphan ist als Nrf2-Aktivator ein ernsthaft beforschter Stoff — die Grundidee ist keine Esoterik
  • Glutathion und Resveratrol sind immerhin einzeln beziffert

Dagegen spricht

  • Die entscheidenden Angaben fehlen: Glucoraphanin-Gehalt und ob aktive Myrosinase enthalten ist — ohne das Enzym entsteht aus dem Vorstoff kaum Sulforaphan
  • 250 mg Sprossenkonzentrat sind wenig; die Studien nutzten definierte Glucoraphanin-Mengen (30–60 mg) aus standardisierten Präparaten
  • Geschlucktes Glutathion wird im Darm weitgehend zu Aminosäuren zerlegt — als Kapselzutat vor allem Etikettenschmuck
  • Eine Portion frischer Brokkolisprossen liefert mehr Glucoraphanin samt Enzym — für Centbeträge

Sulforaphan gehört zu den Pflanzenstoffen, die die Forschung wirklich ernst nimmt — als Aktivator des zellulären Schutzprogramms Nrf2 läuft der Stoff durch hunderte Studien, von der Johns-Hopkins-Grundlagenforschung bis zu klinischen Pilotstudien. Aber genau deshalb ist bei Brokkoli-Kapseln Präzision Pflicht, denn die Biochemie ist tückisch: In der Pflanze liegt kein Sulforaphan vor, sondern die Vorstufe Glucoraphanin, die erst durch das Enzym Myrosinase umgewandelt wird. Wird das Enzym bei der Verarbeitung zerstört — was beim Trocknen und Extrahieren schnell passiert —, entsteht im Körper nur ein Bruchteil des Wirkstoffs.

Die Produktseite beantwortet keine der beiden entscheidenden Fragen: Wie viel Glucoraphanin stecken in den 250 mg Sprossenkonzentrat, und ist aktive Myrosinase dabei? Die seriösen Studienpräparate deklarieren definierte Glucoraphanin-Mengen von 30 bis 60 mg samt Enzymstatus. Ohne diese Angaben ist „Brokkolisprossen-Konzentrat” eine Blackbox — möglicherweise wirksam, möglicherweise botanisches Pulver.

Die Beistoffe verstärken den Eindruck der Etiketten-Komposition: 250 mg geschlucktes Glutathion werden im Darm überwiegend in ihre Aminosäuren zerlegt, bevor sie irgendwo „entgiften” könnten, und 15 mg Resveratrol sind eine homöopathische Geste an einen ohnehin schwachen Stoff. Der günstigste und zuverlässigste Weg zu Sulforaphan bleibt derweil banal: frische Brokkolisprossen von der Fensterbank — eine Portion liefert mehr Glucoraphanin samt intaktem Enzym, für Centbeträge, und schmeckt nach Rettich.

Bezugsquellen

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