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Pure Encapsulations · Pflanzenstoffe

Resveratrol Extra

Staudenknöterich-Extrakt mit Traubenkern und Rotweinkonzentrat — die Rotwein-Molekül-Erzählung in Kapselform, deren Sirtuin-Grundlage kollabiert ist.

vegan ohne Zusatzstoffe
Anzeige Bezugsquelle: PureNature · 76,79 € Zum Produkt

Bewertung im Einzelnen

Dosierung Liegt die Tagesdosis im sinnvollen Bereich?
Verbindung Ist die gewählte Verbindungsform gut verwertbar?
Reinheit Wie viele überflüssige Zusatzstoffe stecken drin?
Transparenz Werden Gehalte, Herkunft und Analysen offengelegt?
Preis Wie steht der Preis je Tagesdosis im Vergleich?

Je Tagesdosis (1 Kapsel zu oder zwischen den Mahlzeiten)

Japanischer Staudenknöterich-Extrakt
200 mg je Kapsel (Resveratrol-Anteil nicht beziffert)
Traubenkern-Extrakt (Vitis vinifera)
50 mg
Rotwein-Konzentrat
50 mg
Darreichung
kapseln
Packung
90 Kapseln (27 g)
Form
Polygonum-cuspidatum-Extrakt + Traubenkern + Rotweinkonzentrat
Zusatzstoffe
keine

Dafür spricht

  • Staudenknöterich ist die übliche, effiziente Resveratrol-Quelle
  • Ein-Kapsel-Schema, drei Monate Vorrat

Dagegen spricht

  • Der tatsächliche trans-Resveratrol-Gehalt wird nicht beziffert — bei einem Resveratrol-Produkt die Kernangabe
  • Die Sirtuin-/Langlebigkeits-Story ist wissenschaftlich kollabiert (GSK stellte die Entwicklung 2013 ein; Humanstudien blieben ohne harte Endpunkte)
  • Resveratrol hat eine miserable Bioverfügbarkeit — es wird binnen Minuten konjugiert und ausgeschieden
  • EFSA-Claim abgelehnt; die Rotwein-Assoziation ist Beobachtungsepidemiologie, kein Kapseleffekt

Resveratrol war das Wissenschaftsmärchen der Nullerjahre: das Rotwein-Molekül, das Sirtuine aktiviert und das „französische Paradox” erklärt. Die Geschichte hatte alles — Harvard-Labore, eine Milliardenübernahme durch GlaxoSmithKline, Titelseiten. Ihr Ende war leiser: Die Sirtuin-Aktivierung erwies sich teilweise als Messartefakt, GSK stellte die Wirkstoffentwicklung 2013 ein, und die Humanstudien zu Stoffwechsel- und Gefäßendpunkten blieben über Surrogatmarker-Wackeln nicht hinaus. Der EFSA-Claim: abgelehnt. Dazu kommt die Pharmakokinetik — geschlucktes Resveratrol wird in Minuten konjugiert und ausgeschieden; im Blut kreist fast nichts von dem Molekül, das im Reagenzglas so viel konnte.

Dieses Produkt verpackt die Erzählung dreifach: Staudenknöterich-Extrakt als Resveratrol-Quelle, dazu Traubenkern- und Rotweinkonzentrat als aromatische Anspielung auf den Herkunftsmythos. Was fehlt, ist ausgerechnet die Zahl, an der man ein Resveratrol-Produkt misst: Wie viel trans-Resveratrol enthält die Kapsel? 200 mg Extrakt können je nach Standardisierung 20 oder 100 mg bedeuten — die Produktseite schweigt, und das bei 77 Euro je Dose.

Immerhin ist der Stoff gut verträglich, und der Preis je Tag bleibt durch das Ein-Kapsel-Schema unter einem Euro. Aber die ehrliche Zusammenfassung des Wirkstoff-Eintrags gilt: Resveratrol ist ein faszinierendes Forschungskapitel und ein schwaches Supplement. Wer die Rotwein-Epidemiologie mag, sollte wissen — die günstigen Beobachtungsdaten galten dem Lebensstil der Weintrinker, nicht dem Molekül in der Kapsel.

Bezugsquellen

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