OPC Wirkung — ein Lehrstück in unzulässiger Werbung
Kaum ein Stoff wird so beharrlich beworben wie OPC — und kaum einer so regelmäßig abgemahnt.
Verbreitet sind Aussagen, OPC sei „das stärkste bekannte Antioxidans“, verstärke Vitamin C um
ein Vielfaches oder wirke auf Gefäße und Bindegewebe. Zugelassen ist davon nichts. Selbst der
Hinweis auf eine „antioxidative Wirkung“ ist als allgemeine gesundheitsbezogene Angabe ohne
zugelassenen Claim unzulässig.
Für Käufer heißt das nicht, dass OPC schädlich wäre. Es heißt, dass alles, was der Anbieter
darüber schreibt, ohne rechtliche Grundlage geschrieben ist — und dass man den Angaben zur
Wirkung entsprechend wenig Gewicht geben sollte.
OPC Nebenwirkungen — selten, aber möglich
Die EFSA hat für OPC keine eigene Sicherheitsbewertung vorgelegt; eine Obergrenze existiert deshalb nicht. Die Verbraucherzentrale stuft die Verträglichkeit von Traubenkernextrakt in ihrer Stellungnahme zu Nahrungsergänzungsmitteln mit Traubenkernextrakten (2023) als gut ein, weist aber darauf hin, dass belastbare Langzeitdaten für hohe Dosen fehlen.
Wer OPC zusammen mit Gerinnungshemmern (wie Warfarin oder Acetylsalicylsäure) einnimmt, sollte Rücksprache halten, da OPC die Thrombozytenaggregation hemmen kann. OPC bindet auch Eisen im Darm und kann dessen Aufnahme verringern.
OPC Studien — was tatsächlich untersucht ist
Die belastbarsten Daten liegen nicht zu Traubenkernextrakt vor, sondern zu Pycnogenol aus
Kiefernrinde, wo einzelne Studien zu venösen Beschwerden und Hautfeuchtigkeit existieren. Auch
sie sind klein und überwiegend herstellernah. Für den allgemeinen Gebrauch bleibt die Evidenz
schwach.
Wer Polyphenole schätzt, bekommt sie günstiger und in größerer Vielfalt über dunkle Beeren,
Nüsse, Kakao und Olivenöl.