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VI · Pflanzenstoffe

Acerola

auch: Malpighia emarginata · Acerolakirsche · Barbadoskirsche · natürliches Vitamin C

Die vitaminreichste Frucht der Welt — und der Beleg dafür, dass „natürliches" Vitamin C dasselbe Molekül ist wie synthetisches.

Studienlage

Gut untersucht, überwiegend übereinstimmende Ergebnisse

Unsere Empfehlung

Drei Präparate mit Acerola, drei Maßstäbe

Wie wir bewerten
  1. I Wirkstoffsieger

    Platz frei

    Die beste Bewertung, unabhängig vom Preis. Sobald genug Präparate aufgenommen sind, steht hier eines.

  2. II Preis-Leistungs-Sieger

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    Das beste Verhältnis aus Bewertung und Tagespreis. Sobald genug Präparate aufgenommen sind, steht hier eines.

  3. III Preissieger

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Zugelassene Angabe

Was über Acerola gesagt werden darf

Für diesen Stoff stehen gesundheitsbezogene Angaben in der Unionsliste (VO (EU) 432/2012). Sie dürfen im angegebenen Wortlaut verwendet werden.

  1. 01

    „Vitamin C trägt zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei“

    Bedingung mindestens 12 mg Vitamin C je 100 g bzw. je Portion (15 % des Referenzwerts)

  2. 02

    „Vitamin C erhöht die Eisenaufnahme“

    Bedingung mindestens 12 mg Vitamin C je 100 g bzw. je Portion

  3. 03

    „Vitamin C trägt zur Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung bei“

    Bedingung mindestens 12 mg Vitamin C je 100 g bzw. je Portion

Die Angaben gelten für Vitamin C, gleich aus welcher Quelle. Eine Überlegenheit des Acerola-Vitamin-C gegenüber Ascorbinsäure darf nicht behauptet werden — sie ist auch nicht belegt.

Grundlage: VO (EG) 1924/2006 · Unionsliste nach VO (EU) 432/2012 · Wie das Verfahren funktioniert

Natürlich oder synthetisch — der Unterschied, den es nicht gibt

Acerola wird als natürliche Vitamin-C-Quelle vermarktet, oft mit dem Hinweis, der Körper könne sie besser verwerten als synthetische Ascorbinsäure.

Das Molekül ist in beiden Fällen dasselbe: L-Ascorbinsäure. Es gibt keinen Unterschied in der Struktur, und Vergleichsstudien fanden keinen Unterschied in der Aufnahme. Der Körper kann nicht erkennen, ob ein Molekül aus einer Frucht oder aus einem Fermenter stammt.

Was die Frucht mitbringt, sind Begleitstoffe — Anthocyane, Carotinoide, Flavonoide. Ob sie einen Zusatznutzen haben, ist nicht gezeigt, und in der üblichen Pulvermenge sind sie in geringer Menge enthalten.

Der Preisunterschied ist dagegen erheblich: Acerola kostet je Milligramm Vitamin C ein Vielfaches der reinen Ascorbinsäure.

Was tatsächlich in der Dose ist

Frische Acerolafrüchte enthalten bis zu 1.700 mg Vitamin C je 100 g — mehr als jede andere gängige Frucht. Das ist die Zahl, mit der geworben wird.

Das Pulver im Handel ist ein anderes Produkt. Es wird schonend getrocknet, häufig mit Trägerstoffen wie Maltodextrin gemischt und auf einen Gehalt von 17 bis 25 Prozent Vitamin C standardisiert.

Die einzige aussagekräftige Angabe ist deshalb der Vitamin-C-Gehalt je Tagesportion. Alles andere — Fruchtvergleiche, Prozentangaben zur Orange — sagt über das gekaufte Produkt nichts.

Wofür es sich lohnt

Es gibt einen praktischen Vorteil: Acerolapulver schmeckt fruchtig-säuerlich und lässt sich in Getränke und Müsli einrühren. Für Kinder ist das angenehmer als eine Tablette.

Und der wertvollste Effekt des Vitamin C hat mit der Quelle nichts zu tun: Zu einer pflanzlichen Mahlzeit eingenommen, vervielfacht es die Eisenaufnahme. Ein Glas Orangensaft zum Vollkornbrot leistet dasselbe wie eine Acerolakapsel — nur billiger.

Acerola — welche Form ist die beste?

Welche Form auf der Packung steht, entscheidet oft mehr über die Wirkung als die Zahl davor.

Form Aufnahme Anmerkung
Acerolapulver (Fruchtextrakt) hoch Meist auf 17 bis 25 Prozent Vitamin C standardisiert. Der Rest sind Fruchtbestandteile und Trägerstoffe.
Acerola-Kautabletten hoch Für Kinder verbreitet. Auf den Zuckergehalt achten — häufig ist mehr Zucker als Acerola enthalten.
Reine Ascorbinsäure hoch Chemisch identisch mit dem Vitamin C der Acerola und ein Bruchteil des Preises.
Frische Acerolafrüchte hoch Bis zu 1.700 mg Vitamin C je 100 g. Sehr empfindlich und außerhalb der Anbauregionen kaum erhältlich.

Acerola Wechselwirkungen

Eisen

verstärkt

Vitamin C wandelt dreiwertiges in zweiwertiges Eisen um und vervielfacht die Aufnahme aus pflanzlichen Quellen.

Nierensteine

Vorsicht

Sehr hohe Vitamin-C-Gaben erhöhen die Oxalatausscheidung. Bei Neigung zu Calciumoxalatsteinen zurückhaltend dosieren.

Wer auf Acerola besonders achten sollte

  • Menschen mit knapper Vitamin-C-Zufuhr
  • Menschen mit pflanzlicher Ernährung, für die Vitamin C zur Eisenaufnahme wichtig ist
  • Kinder — hier sind zuckerarme Produkte vorzuziehen

Mangel an Acerola — Symptome und Anzeichen

  • Entspricht dem Vitamin-C-Mangel — Zahnfleischbluten, schlechte Wundheilung, Müdigkeit

Diese Zeichen sind unspezifisch und können viele andere Ursachen haben. Sie ersetzen keine Diagnose.

Acerola in Lebensmitteln — woher es über die Nahrung kommt

Acerolafrucht, frisch 1.000–1.700 mg Vitamin C je 100 g
Hagebutte 400–1.250 mg je 100 g
Paprika, rot 140 mg je 100 g
Orange 50 mg je 100 g

Häufige Fragen zu Acerola

01Wann sollte man Acerola einnehmen?

Über den Tag verteilt, zu den Mahlzeiten. Vitamin C wird bei hohen Einzelgaben schlechter aufgenommen. Zu einer pflanzlichen Mahlzeit eingenommen verbessert es die Eisenaufnahme deutlich — das ist der praktisch wertvollste Effekt.

02Wie viel Acerola am Tag?

In Nahrungsergänzungsmitteln üblich sind Je nach Produkt 1–3 g Acerolapulver, entsprechend 80–200 mg Vitamin C.

03Wie viel Acerola ist zu viel?

Die empfohlene Höchstmenge für Nahrungsergänzungsmittel liegt bei Es gelten die Grenzen für Vitamin C — 1.000 mg am Tag als Höchstmenge aus Nahrungsergänzungsmitteln. BfR-Höchstmengenvorschlag für Vitamin C. Acerolapulver besteht häufig zu einem erheblichen Teil aus Trägerstoffen wie Maltodextrin. Der tatsächliche Vitamin-C-Gehalt steht auf der Packung und ist die einzige aussagekräftige Zahl.

04Welche Wechselwirkungen hat Acerola?

Zu beachten sind Eisen und Nierensteine. Eisen: Vitamin C wandelt dreiwertiges in zweiwertiges Eisen um und vervielfacht die Aufnahme aus pflanzlichen Quellen. Nierensteine: Sehr hohe Vitamin-C-Gaben erhöhen die Oxalatausscheidung. Bei Neigung zu Calciumoxalatsteinen zurückhaltend dosieren.

05Für wen ist Acerola nicht geeignet?

Besondere Vorsicht gilt für: Menschen mit knapper Vitamin-C-Zufuhr; Menschen mit pflanzlicher Ernährung, für die Vitamin C zur Eisenaufnahme wichtig ist; Kinder — hier sind zuckerarme Produkte vorzuziehen. Wer regelmäßig Medikamente nimmt, sollte die Einnahme ärztlich abklären.

06Woran erkennt man einen Acerola-Mangel?

Mögliche Anzeichen sind Entspricht dem Vitamin-C-Mangel — Zahnfleischbluten, schlechte Wundheilung, Müdigkeit. Keines davon ist für sich beweisend — Sicherheit gibt erst die Messung im Blut.

07In welchen Lebensmitteln steckt Acerola?

Gute Quellen sind Acerolafrucht, frisch (1.000–1.700 mg Vitamin C je 100 g), Hagebutte (400–1.250 mg je 100 g), Paprika, rot (140 mg je 100 g) und Orange (50 mg je 100 g).

08Welche Form von Acerola ist am besten?

Gut aufgenommen werden Acerolapulver (Fruchtextrakt), Acerola-Kautabletten, Reine Ascorbinsäure und Frische Acerolafrüchte. Zu Acerolapulver (Fruchtextrakt): Meist auf 17 bis 25 Prozent Vitamin C standardisiert. Der Rest sind Fruchtbestandteile und Trägerstoffe.

09Womit darf für Acerola geworben werden?

Zugelassen sind nach der Unionsliste unter anderem: „Vitamin C trägt zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei“. Bedingung: mindestens 12 mg Vitamin C je 100 g bzw. je Portion (15 % des Referenzwerts). Insgesamt sind 3 Angaben zugelassen.

Belege

  1. 01 Verordnung (EU) Nr. 432/2012 — Unionsliste zulässiger Angaben · Europäische Kommission · 2012
  2. 02 Bioavailability of synthetic and natural vitamin C — a randomized crossover study · American Journal of Clinical Nutrition
  3. 03 Höchstmengen für Vitamine und Mineralstoffe in Nahrungsergänzungsmitteln · Bundesinstitut für Risikobewertung

Siehe auch

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