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VI · Pflanzenstoffe

Angelikawurzel

auch: Angelica archangelica · Engelwurz · Angelicae radix · Erzengelwurz

Bitterstoff und ätherisches Öl in einer Wurzel — mit Furanocumarinen, die die Haut lichtempfindlich machen.

Studienlage

Erste Studien am Menschen, uneinheitliche Ergebnisse

Unsere Empfehlung

Drei Präparate mit Angelikawurzel, drei Maßstäbe

Wie wir bewerten
  1. I Wirkstoffsieger

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Bewertung ausgesetzt

Was über Angelikawurzel gesagt werden darf

Die Angaben zu diesem Stoff sind bei der EU-Kommission „on hold“. Sie sind weder zugelassen noch abgelehnt — die Bewertung pflanzlicher Stoffe ruht seit 2010. Werbeaussagen dazu sind rechtlich angreifbar.

Für die Angelikawurzel ist keine gesundheitsbezogene Angabe zugelassen; die Botanical-Bewertung ruht seit 2010. Als traditionelles pflanzliches Arzneimittel sind die Anwendung bei Appetitlosigkeit und bei leichten Verdauungsbeschwerden mit Blähungen anerkannt.

Grundlage: VO (EG) 1924/2006 · Unionsliste nach VO (EU) 432/2012 · Wie das Verfahren funktioniert

Zwei Wirkprinzipien in einer Wurzel

Die Angelikawurzel ist unter den Bitterdrogen die vielseitigste. Sie enthält Bitterstoffe wie Enzian und Wermut — und zusätzlich ein ätherisches Öl, das krampflösend und entblähend wirkt.

Damit deckt sie beide Seiten ab, für die sonst zwei Drogen nötig wären: die Anregung der Verdauungssekrete und die Entspannung des Darms. Das erklärt ihren festen Platz in traditionellen Magenbittern und Klosterlikören.

Der Punkt mit der Sonne

Angelika gehört zu den Doldenblütlern und enthält Furanocumarine. Diese Stoffe lagern sich in die Haut ein und machen sie lichtempfindlich — unter UV-Strahlung entstehen sonnenbrandartige Reaktionen, oft mit bleibenden Pigmentflecken.

Für die arzneiliche Anwendung heißt das: während der Einnahme keine ausgedehnten Sonnenbäder, kein Solarium, keine Lichttherapie.

Derselbe Mechanismus macht den Riesen-Bärenklau so gefährlich, der aus derselben Familie stammt. Wer im Sommer mit dem Saft in Kontakt kommt und in die Sonne geht, holt sich schwere Verbrennungen zweiten Grades.

Die Verwechslung, die ernst ist

Wer Angelika selbst sammeln will, sollte es lassen. Die Pflanze ähnelt mehreren Doldenblütlern, darunter dem Riesen-Bärenklau und — schlimmer — dem Gefleckten Schierling, einer der giftigsten Pflanzen Europas.

Die Unterscheidung ist für Laien schwierig und der Irrtum potenziell tödlich. Arzneiware stammt aus Anbau.

In der Flasche

Angelikawurzel ist Bestandteil zahlreicher Kräuterliköre und gehört zu den klassischen Botanicals des Gin. Auch der Chartreuse und viele Magenbitter enthalten sie.

Für die Verdauung gilt hier dasselbe wie beim Enzianschnaps: Was den Effekt bringt, sind die Bitterstoffe vor dem Essen — nicht der Alkohol danach.

Angelikawurzel — welche Form ist die beste?

Welche Form auf der Packung steht, entscheidet oft mehr über die Wirkung als die Zahl davor.

Form Aufnahme Anmerkung
Angelikawurzel als Tee mittel Aromatisch-bitter. Vereint zwei Wirkprinzipien: Bitterstoffe regen die Verdauungssekrete an, das ätherische Öl wirkt krampflösend und entblähend.
Angelikawurzel in Bittermischungen hoch Bestandteil zahlreicher traditioneller Magenbitter und Kräuterlikörgeister, meist mit Enzian, Wermut und Tausendgüldenkraut.
Angelikaöl hoch In der Likör- und Parfümindustrie verwendet. Für die innere Anwendung in Eigenregie nicht geeignet.
Kandierte Stängel niedrig Als grünes Zuckerwerk in Backwaren — dekorativ, ohne arzneiliche Bedeutung.

Angelikawurzel Wechselwirkungen

Sonnenlicht und UV-Bestrahlung

verstärkt

Furanocumarine sensibilisieren die Haut. Es drohen sonnenbrandartige Reaktionen mit anschließenden Pigmentflecken.

Magensäurehemmer

hemmt

Bitterstoffe regen die Säurebildung an und arbeiten der Therapie entgegen.

Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre

Vorsicht

Gegenanzeige wie bei allen Bitterdrogen.

Wer auf Angelikawurzel besonders achten sollte

  • Menschen mit Appetitlosigkeit, Völlegefühl und Blähungen
  • Nicht geeignet bei Magengeschwüren
  • Nicht geeignet bei geplanter Sonnenexposition oder Lichttherapie
  • Nicht in Schwangerschaft und Stillzeit

Angelikawurzel in Lebensmitteln — woher es über die Nahrung kommt

Angelikawurzel in Kräuterlikören Bestandteil zahlreicher Rezepturen, unter anderem in Gin und Chartreuse

Häufige Fragen zu Angelikawurzel

01Wann sollte man Angelikawurzel einnehmen?

15 bis 30 Minuten vor den Mahlzeiten. Wie bei allen Bittermitteln zählt der Geschmack — der Reflex läuft über die Bitterrezeptoren der Zunge. Während der Anwendungsdauer intensive Sonneneinstrahlung meiden.

02Wie viel Angelikawurzel am Tag?

In Nahrungsergänzungsmitteln üblich sind 1–2 g Angelikawurzel je Tasse, dreimal täglich vor den Mahlzeiten.

03Wie viel Angelikawurzel ist zu viel?

Die empfohlene Höchstmenge für Nahrungsergänzungsmittel liegt bei 4,5 g Droge am Tag. HMPC-Monographie zu Angelicae radix. Die enthaltenen Furanocumarine machen die Haut lichtempfindlich. Während der Anwendung ausgedehnte Sonnenbäder und Solarien meiden — das ist die praktisch wichtigste Einschränkung.

04Welche Wechselwirkungen hat Angelikawurzel?

Zu beachten sind Sonnenlicht und UV-Bestrahlung; Magensäurehemmer; Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre. Sonnenlicht und UV-Bestrahlung: Furanocumarine sensibilisieren die Haut. Es drohen sonnenbrandartige Reaktionen mit anschließenden Pigmentflecken. Magensäurehemmer: Bitterstoffe regen die Säurebildung an und arbeiten der Therapie entgegen. Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre: Gegenanzeige wie bei allen Bitterdrogen.

05Für wen ist Angelikawurzel nicht geeignet?

Besondere Vorsicht gilt für: Menschen mit Appetitlosigkeit, Völlegefühl und Blähungen; Nicht geeignet bei Magengeschwüren; Nicht geeignet bei geplanter Sonnenexposition oder Lichttherapie; Nicht in Schwangerschaft und Stillzeit. Wer regelmäßig Medikamente nimmt, sollte die Einnahme ärztlich abklären.

06In welchen Lebensmitteln steckt Angelikawurzel?

Gute Quellen sind Angelikawurzel in Kräuterlikören (Bestandteil zahlreicher Rezepturen, unter anderem in Gin und Chartreuse).

07Welche Form von Angelikawurzel ist am besten?

Gut aufgenommen werden Angelikawurzel in Bittermischungen und Angelikaöl. Schlechter verfügbar ist Kandierte Stängel. Zu Angelikawurzel in Bittermischungen: Bestandteil zahlreicher traditioneller Magenbitter und Kräuterlikörgeister, meist mit Enzian, Wermut und Tausendgüldenkraut.

08Womit darf für Angelikawurzel geworben werden?

Nichts. Für die Angelikawurzel ist keine gesundheitsbezogene Angabe zugelassen; die Botanical-Bewertung ruht seit 2010. Als traditionelles pflanzliches Arzneimittel sind die Anwendung bei Appetitlosigkeit und bei leichten Verdauungsbeschwerden mit Blähungen anerkannt.

Belege

  1. 01 Community herbal monograph on Angelica archangelica L., radix · HMPC, Europäische Arzneimittel-Agentur
  2. 02 Furocoumarins and phototoxicity — a review · Photodermatology, Photoimmunology and Photomedicine
  3. 03 Health-Claims-Verordnung — Liste der „on hold“-Angaben · Europäische Kommission

Siehe auch

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