Pure Encapsulations · Weitere Stoffe
Basenpulver plus
Citrat-Basenpulver mit ordentlicher Mineralstoff-Fracht — als Mineralstoffquelle brauchbar, als „Entsäuerung“ ein Konzept ohne wissenschaftliche Grundlage.
Bewertung im Einzelnen
Je Tagesdosis (bis zu 3 × 1 Messlöffel (3 g) in 250 ml Wasser, mit Abstand zu den Mahlzeiten)
- Calcium (Carbonat)
- 900 mg (113 % NRV) je 3 Messlöffel
- Natrium (Hydrogencarbonat)
- 1245 mg
- Kalium
- 420 mg (21 % NRV)
- Magnesium
- 150 mg (40 % NRV)
- Zink
- 10 mg (100 % NRV)
- Darreichung
- pulver
- Packung
- 200 g Dose
- Form
- Citrate/Carbonate-Mischung, laktosefrei
- Zusatzstoffe
- keine
Dafür spricht
- Vollständige Mengendeklaration aller fünf Mineralstoffe
- Der Abstand zu den Mahlzeiten wird korrekt empfohlen — Basenpulver zur Mahlzeit neutralisiert die Magensäure, die die Verdauung braucht
- Wer es als schlichte Mineralstoffquelle liest, bekommt eine ordentliche Kalium-Magnesium-Zink-Portion
Dagegen spricht
- Das Konzept der „Übersäuerung“, das Basenpulver verkauft, hat keine wissenschaftliche Grundlage — der Körper reguliert seinen Blut-pH selbst präzise (siehe Wirkstoff-Eintrag)
- 1245 mg Natrium je Tagesdosis sind mehr als ein halber Teelöffel Salz — ausgerechnet für Blutdruckbewusste kontraproduktiv
- 900 mg Calcium als Carbonat obendrauf können mit der Ernährung zusammen über die sinnvolle Gesamtzufuhr führen
- 1,05 € je Tag bei voller Dosierung, Dose nach 22 Tagen leer
Basenpulver verkauft eine Diagnose, die es nicht gibt. Die „chronische Übersäuerung”, gegen die das Pulver antreten soll, existiert in der Physiologie nicht — der Blut-pH wird von Lunge und Nieren in einem der präzisesten Regelkreise des Körpers konstant gehalten, und eine echte Azidose ist ein Intensivmedizin-Notfall, kein Wellnessthema. Unser Basenpulver-Wirkstoff-Eintrag führt das aus; die Urin-pH-Teststreifen, mit denen der Markt „Säurelast” demonstriert, messen die normale Arbeit der Niere, kein Krankheitszeichen.
Liest man die Dose stattdessen als das, was sie chemisch ist — eine Mineralstoffmischung in Citrat- und Carbonatform —, wird das Bild freundlicher: 420 mg Kalium, 150 mg Magnesium und volle 10 mg Zink je Tagesdosis sind eine ordentliche Fracht, vollständig deklariert, und Citrate sind gut resorbierbare Formen. Für Menschen, die tatsächlich knapp an Kalium und Magnesium sind — was bei gemüsearmer Ernährung vorkommt —, liefert das Pulver Substanz, wenn auch zum stolzen Kurs von gut einem Euro täglich.
Zwei Zahlen verdienen den kritischen Blick: 1245 mg Natrium je volle Tagesdosis entsprechen mehr als einem halben Teelöffel Salz — ausgerechnet die blutdruckbewusste Zielgruppe des Basen-Marketings löffelt sich hier ihre Natriumzufuhr hoch. Und 900 mg Calcium obendrauf können zusammen mit Milchprodukten die sinnvolle Gesamtzufuhr übersteigen; die Diskussion um hochdosierte Calcium-Supplemente steht im Calcium-Eintrag. Wer Sodbrennen lindern will, greift zum zugelassenen Antazidum; wer Mineralstoffe sucht, findet gezieltere und günstigere Wege als den Umweg über eine erfundene Krankheit.
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