Pure Encapsulations · Pflanzenstoffe
Granatapfel Plus Kapseln
Vier-Beeren-Mischung mit 400 mg Granatapfelkernpulver — dekorative Vielfalt, aber von keinem der vier Stoffe eine studienrelevante Menge.
Bewertung im Einzelnen
Je Tagesdosis (2 × 1 Kapsel zu oder zwischen den Mahlzeiten)
- Granatapfelkernpulver
- 400 mg je 2 Kapseln
- Açaí-Extrakt
- 200 mg
- Cranberry-Extrakt
- 120 mg
- Heidelbeer-Extrakt
- 120 mg
- Darreichung
- kapseln
- Packung
- 60 Kapseln
- Form
- Frucht-Pulver-Extrakt-Mischung
- Zusatzstoffe
- keine
Dafür spricht
- Alle vier Zutaten einzeln beziffert — besser als die üblichen Proprietary Blends
Dagegen spricht
- Die Granatapfel-Studien (Punicalagine, Urolithin) arbeiteten mit Saftmengen oder standardisierten Extrakten — 400 mg Kern*pulver* sind davon weit entfernt, und der Punicalagin-Gehalt fehlt
- 120 mg Cranberry-Extrakt ohne PAC-Angabe, 120 mg Heidelbeere, 200 mg Açaí: jede Einzelmenge liegt unter jeder Studienrelevanz
- 1,73 € täglich für eine Beeren-Anthologie — dafür gibt es wöchentlich ein Kilo echte Beeren
- Açaí trägt seit der FTC-Betrugswelle 2010 die fragwürdigste Superfood-Geschichte der Branche
Mischprodukte wie dieses sind die eleganteste Form, vier Wirkstoff-Geschichten zu verkaufen, ohne eine einzige belegen zu müssen. Granatapfel, Açaí, Cranberry, Heidelbeere — jede Zutat trägt einen bekannten Namen und eine Menge, die im jeweiligen Forschungskontext bedeutungslos ist. Die Granatapfel-Forschung zu Gefäßen und Prostata arbeitete mit täglichen Saftmengen um 250 ml oder mit Extrakten, die auf Punicalagine standardisiert sind; hier stehen 400 mg Kernpulver ohne jede Gehaltsangabe. Cranberry ohne PAC-Zahl, Heidelbeere in Anthocyan-Spuren, Açaí als Stoff, dessen Ruf ohnehin aus einer aufgeflogenen Werbekampagnen-Welle stammt — die FTC räumte 2010 die „Açaí-Diät”-Industrie ab.
Anzuerkennen ist die formale Transparenz: Alle vier Mengen stehen einzeln beziffert da, was besser ist als die „Proprietary Blends”, hinter denen sich US-Produkte gern verstecken. Aber Transparenz über zu kleine Mengen adelt die Mengen nicht.
Die Preisrechnung entlarvt das Konzept endgültig: 1,73 Euro täglich, über 600 Euro im Jahr — für Fruchtpulver-Mengen, die zusammengenommen nicht einmal ein Gramm ergeben. Wer den Polyphenolen dieser Früchte etwas zutraut (und die Beobachtungsdaten zu beerenreicher Ernährung sind tatsächlich freundlich), kauft für denselben Wochenbetrag ein Kilo Tiefkühl-Heidelbeeren und einen Granatapfel — mit tausendfach mehr Substanz und dem Ballaststoff-Bonus. Die Kapsel ist die Anthologie; das Obst ist das Buch.
Bezugsquellen
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PureNature
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