L-Theanin Wirkung — warum Tee anders wach macht als Kaffee
Wer Grüntee trinkt, kennt den Unterschied: wach, aber nicht aufgedreht. Ein Teil der Erklärung
ist L-Theanin, eine Aminosäure, die fast ausschließlich in der Teepflanze vorkommt. Sie
passiert die Blut-Hirn-Schranke und wird mit einer Zunahme der Alpha-Wellen im EEG in Verbindung
gebracht — jenem Muster, das bei entspannter Wachheit auftritt.
Die am besten untersuchte Anwendung ist deshalb nicht Theanin allein, sondern die Kombination
mit Koffein. Mehrere kontrollierte Studien fanden dabei bessere Ergebnisse in
Aufmerksamkeitsaufgaben als mit Koffein allein, bei weniger Nervosität.
L-Theanin kaufen — was auf dem Etikett stehen sollte
Achte auf das „L-“: Nur das L-Isomer ist die natürliche und in Studien geprüfte Form. Billige
Ware wird chemisch als D/L-Mischung hergestellt, von der die Hälfte unwirksam ist. Markennamen
wie Suntheanine stehen für fermentativ hergestelltes reines L-Theanin.
Rechtlich gilt: Für Theanin ist keine gesundheitsbezogene Angabe zugelassen. Anbieter, die
„für innere Ruhe“ auf die Packung schreiben, bewegen sich außerhalb des Erlaubten.
L-Theanin Nebenwirkungen — was bisher bekannt ist
Für L-Theanin hat die EFSA keine Bewertung vorgenommen, eine Obergrenze ist nicht festgelegt. In Studien wurden bis zu 900 mg täglich über acht Wochen ohne relevante Nebenwirkungen gegeben. Langzeitdaten fehlen — „gut verträglich“ gilt deshalb nur für diesen Zeitraum.
Üblich sind 100 bis 200 mg je Gabe, bis zu 400 mg am Tag. Die Wirkung setzt nach 30 bis 40 Minuten ein; Theanin macht nach bisheriger Datenlage nicht müde und beeinträchtigt die Fahrtüchtigkeit nicht.
Wechselwirkungen: Mit Koffein verstärkt sich die Wirkung, Theanin dämpft dabei Unruhe und Herzklopfen. Mit Blutdrucksenkern ist zu beachten, dass Theanin den Blutdruck leicht selbst senken kann.