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VI · Pflanzenstoffe

Maitake

auch: Grifola frondosa · Klapperschwamm · D-Fraktion · Laubporling

Ein heimischer Speisepilz, der als exotischer Vitalpilz verkauft wird — mit der einzigen ernstzunehmenden Blutzuckerfrage der Gruppe.

Studienlage

Erste Studien am Menschen, uneinheitliche Ergebnisse
Bewertung ausgesetzt

Was über Maitake gesagt werden darf

Die Angaben zu diesem Stoff sind bei der EU-Kommission „on hold“. Sie sind weder zugelassen noch abgelehnt — die Bewertung pflanzlicher Stoffe ruht seit 2010. Werbeaussagen dazu sind rechtlich angreifbar.

Für Maitake ist keine gesundheitsbezogene Angabe zugelassen. Werbung mit Immunsystem, Krebs, Blutzucker oder Blutdruck ist nicht gedeckt. Der zugelassene Beta-Glucan-Claim gilt ausdrücklich nur für Hafer und Gerste, nicht für Pilz-Beta-Glucane.

Grundlage: VO (EG) 1924/2006 · Unionsliste nach VO (EU) 432/2012 · Wie das Verfahren funktioniert

Ein Pilz aus dem deutschen Wald

Maitake heißt auf Deutsch Klapperschwamm und wächst an Laubbäumen, vorwiegend an Eichen. Er ist in Mitteleuropa heimisch, wird als Zuchtpilz angeboten und schmeckt gut.

Das ist bei der Vermarktung leicht zu übersehen. Unter dem japanischen Namen und mit dem Zusatz Vitalpilz kostet er als Kapsel ein Vielfaches dessen, was der frische Pilz an der Frischetheke kostet.

Der Name Maitake bedeutet Tanzpilz — angeblich, weil Sammler beim Fund tanzten. Ob wegen der Freude am Geschmack oder wegen des Werts, ist umstritten.

Die D-Fraktion

Die Forschung, mit der geworben wird, wurde weit überwiegend nicht mit Maitake durchgeführt, sondern mit einem patentierten Auszug namens D-Fraktion — einem angereicherten Gemisch von Proteoglycanen.

Studien dazu gibt es aus Japan und den USA, meist klein, teils an Krebspatienten, mit Veränderungen von Immunmarkern als Ergebnis. Was diese Marker für den Krankheitsverlauf bedeuten, ist offen.

Ein handelsüblicher Extrakt ist nicht dasselbe wie die D-Fraktion. Wer Studienergebnisse auf ein beliebiges Produkt überträgt, macht denselben Fehler wie beim Probiotikastamm ohne Nummer.

Der Punkt, der praktisch zählt

Von allen Vitalpilzen ist Maitake derjenige, für den eine Blutzuckersenkung am ehesten untersucht ist — in Tierversuchen deutlich, am Menschen in kleinen Studien angedeutet.

Für gesunde Menschen ist das ohne Belang. Für jemanden, der Metformin oder Insulin nimmt, ist es ein Grund, engmaschiger zu messen, statt den Pilz als harmloses Naturprodukt zu behandeln.

Beta-Glucane und der Claim, der nicht gilt

Maitake ist reich an Beta-Glucanen, und der Beta-Glucan-Claim der Unionsliste — Aufrechterhaltung eines normalen Cholesterinspiegels — klingt danach, als ließe er sich hier anwenden.

Er gilt aber ausdrücklich nur für Beta-Glucane aus Hafer und Gerste. Pilz-Beta-Glucane haben eine andere Verzweigungsstruktur und wirken im Körper anders — sie senken kein Cholesterin, sondern werden im Immunsystem erkannt.

Das ist ein lehrreicher Fall dafür, wie eng die zugelassenen Angaben gefasst sind: Derselbe Stoffname, andere Herkunft, kein Claim.

Maitake — welche Form ist die beste?

Welche Form auf der Packung steht, entscheidet oft mehr über die Wirkung als die Zahl davor.

Form Aufnahme Anmerkung
Frischer Klapperschwamm hoch Ein wohlschmeckender Speisepilz, in Deutschland heimisch und im Handel als Zuchtpilz erhältlich. Die günstigste Art, ihn zu essen.
Pilzpulver niedrig Der ganze getrocknete Pilz gemahlen. Ohne Aufschluss der Chitinwände bleibt ein Teil der Inhaltsstoffe unerreichbar.
Heißwasserextrakt hoch Löst die Beta-Glucane heraus. Der Extraktionsfaktor gehört auf die Packung.
D-Fraktion hoch Ein patentierter, angereicherter Auszug der Proteoglycane, an dem der Großteil der Forschung durchgeführt wurde. Nicht identisch mit gewöhnlichem Maitake-Extrakt.

Maitake einnehmen — wann ist der beste Zeitpunkt?

Empfohlener Zeitpunkt: Über den Tag, zu den Mahlzeiten. Am besten zusammen mit einer Mahlzeit.

In Studien wurde über Wochen bis Monate gegeben. Wer Blutzucker misst, sollte in der Anfangszeit häufiger kontrollieren.

Maitake Wechselwirkungen

Blutzuckersenkende Mittel

verstärkt

Die additive Wirkung kann zu Unterzuckerungen führen. Der praktisch wichtigste Punkt bei diesem Pilz.

Blutdrucksenker

verstärkt

In Tierversuchen senkte Maitake den Blutdruck. Am Menschen ist das nicht belegt, aber mitzudenken.

Gerinnungshemmer

Vorsicht

Für Pilzextrakte allgemein wird ein schwacher Einfluss diskutiert.

Wer auf Maitake besonders achten sollte

  • Bei Diabetestherapie mit Blutzuckerkontrolle
  • Bei Pilzallergie meiden
  • Nicht in Schwangerschaft und Stillzeit als Extrakt

Maitake in Lebensmitteln — woher es über die Nahrung kommt

Klapperschwamm, frisch reich an Beta-Glucanen, Ballaststoffen und Ergosterol
Getrocknete Pilze allgemein Vitamin-D-Gehalt steigt bei Sonnenexposition deutlich

Häufige Fragen zu Maitake

01Wann sollte man Maitake einnehmen?

Über den Tag, zu den Mahlzeiten. In Studien wurde über Wochen bis Monate gegeben. Wer Blutzucker misst, sollte in der Anfangszeit häufiger kontrollieren.

02Wie viel Maitake am Tag?

In Nahrungsergänzungsmitteln üblich sind 1–3 g Pilzpulver oder Extrakt am Tag; als Speisepilz nach Belieben.

03Wie viel Maitake ist zu viel?

Keine Obergrenze festgelegt. EFSA; Grifola frondosa ist als Speisepilz seit langem in Gebrauch. Maitake senkte in kleinen Studien und Tierversuchen den Blutzucker. Wer Diabetesmedikamente nimmt, sollte das mitbedenken — Unterzuckerungen sind der praktisch denkbare Fall.

04Welche Wechselwirkungen hat Maitake?

Zu beachten sind Blutzuckersenkende Mittel, Blutdrucksenker und Gerinnungshemmer. Blutzuckersenkende Mittel: Die additive Wirkung kann zu Unterzuckerungen führen. Der praktisch wichtigste Punkt bei diesem Pilz. Blutdrucksenker: In Tierversuchen senkte Maitake den Blutdruck. Am Menschen ist das nicht belegt, aber mitzudenken. Gerinnungshemmer: Für Pilzextrakte allgemein wird ein schwacher Einfluss diskutiert.

05Für wen ist Maitake nicht geeignet?

Besondere Vorsicht gilt für: Bei Diabetestherapie mit Blutzuckerkontrolle; Bei Pilzallergie meiden; Nicht in Schwangerschaft und Stillzeit als Extrakt. Wer regelmäßig Medikamente nimmt, sollte die Einnahme ärztlich abklären.

06In welchen Lebensmitteln steckt Maitake?

Gute Quellen sind Klapperschwamm, frisch (reich an Beta-Glucanen, Ballaststoffen und Ergosterol) und Getrocknete Pilze allgemein (Vitamin-D-Gehalt steigt bei Sonnenexposition deutlich).

07Welche Form von Maitake ist am besten?

Gut aufgenommen werden Frischer Klapperschwamm, Heißwasserextrakt und D-Fraktion. Schlechter verfügbar ist Pilzpulver. Zu Frischer Klapperschwamm: Ein wohlschmeckender Speisepilz, in Deutschland heimisch und im Handel als Zuchtpilz erhältlich. Die günstigste Art, ihn zu essen.

08Womit darf für Maitake geworben werden?

Nichts. Für Maitake ist keine gesundheitsbezogene Angabe zugelassen. Werbung mit Immunsystem, Krebs, Blutzucker oder Blutdruck ist nicht gedeckt. Der zugelassene Beta-Glucan-Claim gilt ausdrücklich nur für Hafer und Gerste, nicht für Pilz-Beta-Glucane.

Belege

  1. 01 Grifola frondosa — a review of pharmacological activity · Journal of Ethnopharmacology
  2. 02 Maitake D-Fraction in postmenopausal breast cancer patients — phase I/II trial · Journal of the Society for Integrative Oncology
  3. 03 Health-Claims-Verordnung — Liste der „on hold“-Angaben · Europäische Kommission

Siehe auch

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