Ein Küchenkraut mit nachweisbarer antimikrobieller Wirkung
Thymol und Carvacrol, die Hauptbestandteile des Thymianöls, schädigen die Zellmembran von
Bakterien und Pilzen. Das ist im Labor gut belegt und der Grund, warum Thymol lange als
Desinfektionsmittel und in Mundspülungen verwendet wurde.
Anders als bei vielen Pflanzenstoffen bleibt diese Wirkung bei der Anwendung teilweise erhalten:
Beim Gurgeln und bei der Inhalation kommt das Öl direkt an die Schleimhaut, in ausreichender
Konzentration.
Für die innere Anwendung ist der Wirkweg ein anderer — dort steht die krampflösende Wirkung auf
die Bronchialmuskulatur im Vordergrund, zusammen mit einer Anregung der Flimmerhärchen.
Die Kombination, die den Markt beherrscht
Thymian steht selten allein. Die verbreiteten Hustensäfte kombinieren ihn mit Efeu oder mit
Primelwurzel — Thymian für die krampflösende, der Partner für die schleimlösende Komponente.
Für diese fixen Kombinationen gibt es eigene klinische Studien, die eine schnellere Besserung von
Hustenanfällen zeigten. Sie sind der Grund, warum die Präparate als Arzneimittel zugelassen
sind und nicht als Nahrungsergänzung verkauft werden müssen.
Beim Halsweh gurgeln statt schlucken
Für Entzündungen im Mund- und Rachenraum ist Thymian eine der brauchbaren Gurgeldrogen, neben
Salbei. Die antimikrobielle und zusammenziehende Wirkung entfaltet sich dort örtlich.
Praktischer Hinweis: nach dem Gurgeln nicht mit Wasser nachspülen — sonst wird gerade das
weggewaschen, was auf der Schleimhaut wirken soll.
Was in der Küche passiert
Thymian gehört traditionell zu fetten und schwer verdaulichen Speisen — zu Braten, Hülsenfrüchten,
Wurst. Wie bei Kümmel im Kohl steckt dahinter Erfahrung: Die ätherischen Öle wirken leicht
krampflösend im Verdauungstrakt und regen die Verdauungssekrete an.
In Küchenmengen ist das eine angenehme Nebenwirkung des Würzens, keine Behandlung. Aber es ist
derselbe Stoff, der im Hustensaft arbeitet.