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IV · Fettsäuren

Kokosöl

auch: Kokosfett · Laurinsäure · Cocos nucifera · natives Kokosöl

Das Superfood, das zu über achtzig Prozent aus gesättigten Fettsäuren besteht — und dessen MCT-Argument nicht trägt.

Studienlage

Gut untersucht, überwiegend übereinstimmende Ergebnisse

Unsere Empfehlung

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Wie wir bewerten
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Keine Angabe beantragt

Was über Kokosöl gesagt werden darf

Für diesen Stoff ist keine gesundheitsbezogene Angabe in der Unionsliste eingetragen. Es darf nicht mit einer gesundheitlichen Wirkung geworben werden.

Für Kokosöl steht keine gesundheitsbezogene Angabe in der Unionsliste. Werbung mit Stoffwechsel, Gewichtsabnahme, Gehirnleistung oder antimikrobieller Wirkung ist nicht gedeckt.

Grundlage: VO (EG) 1924/2006 · Unionsliste nach VO (EU) 432/2012 · Wie das Verfahren funktioniert

Der MCT-Irrtum

Das wichtigste Verkaufsargument für Kokosöl lautet, es bestehe aus mittelkettigen Fettsäuren, die schnell in Energie umgesetzt und nicht als Fett gespeichert würden.

Der Haken steckt in der Definition. Chemisch gelten Fettsäuren mit sechs bis zwölf Kohlenstoffatomen als mittelkettig, und Kokosöl besteht zu rund fünfundvierzig Prozent aus Laurinsäure mit zwölf.

Im Stoffwechsel verhält sich Laurinsäure aber weitgehend wie ein langkettiges Fett: Sie wird zu einem großen Teil in Chylomikronen verpackt und nimmt den Umweg über die Lymphe, statt direkt zur Leber zu gelangen.

Echte MCT im Sinne der schnellen Verstoffwechselung — C8 und C10 — machen in Kokosöl nur etwa fünfzehn Prozent aus. Wer die MCT-Wirkung sucht, braucht fraktioniertes MCT-Öl.

Was die Metaanalysen zeigen

Eine große Auswertung kontrollierter Studien fand, dass Kokosöl das LDL-Cholesterin deutlich stärker erhöht als ungesättigte Pflanzenöle — und in ähnlicher Größenordnung wie andere gesättigte Fette.

Zugleich steigt das HDL-Cholesterin. Ob das die LDL-Erhöhung ausgleicht, ist der Kern der Diskussion; die Fachgesellschaften verneinen es und raten zur Zurückhaltung.

Für die Verwendung heißt das: Kokosöl gehört zu den gesättigten Fetten und sollte wie diese sparsam eingesetzt werden — nicht als tägliches Hauptfett.

Was von den übrigen Versprechen bleibt

Zur Gewichtsabnahme gibt es keine überzeugenden Daten; die Kalorien sind dieselben wie bei jedem anderen Fett. Zur Wirkung bei Alzheimer kursieren Erzählungen auf Grundlage der Ketonbildung — untersucht ist das mit MCT-Öl, nicht mit Kokosöl, und auch dort ohne belastbares Ergebnis.

Für die antimikrobielle Wirkung der Laurinsäure gibt es Laborbefunde. Dass sie sich nach der Verdauung im Körper entfaltet, ist nicht gezeigt.

Eine Anwendung ist gut belegt: Kokosöl auf der Haut. Als Pflegeöl bei trockener Haut schneidet es in Studien ordentlich ab — mit dem Vorbehalt, dass es Poren verstopfen kann.

Die vernünftige Einordnung

Kokosöl ist hitzestabil, schmeckt gut in bestimmten Küchen und hält sich lange. Als Bratfett und für asiatische Gerichte ist es eine legitime Wahl.

Was es nicht ist: ein Gesundheitsprodukt. Wer ein Öl für den täglichen Gebrauch sucht, findet in Raps- und Olivenöl die Varianten mit belegtem Nutzen — Olivenöl trägt sogar als einziges eine zugelassene Angabe.

Kokosöl — welche Form ist die beste?

Welche Form auf der Packung steht, entscheidet oft mehr über die Wirkung als die Zahl davor.

Form Aufnahme Anmerkung
Natives Kokosöl hoch Kaltgepresst, mit typischem Aroma. Für die Fettsäurezusammensetzung macht die Pressung keinen Unterschied — nur für Geschmack und Begleitstoffe.
Raffiniertes Kokosfett hoch Geschmacksneutral und höher erhitzbar. Ernährungsphysiologisch dem nativen Öl gleichwertig.
MCT-Öl hoch Der fraktionierte Auszug mit C8 und C10 — in dieser Datenbank als eigener Eintrag. Er ist das, wofür Kokosöl oft gehalten wird.
Kokosmilch und -mus hoch Enthalten dasselbe Fett in verdünnter Form, dazu Ballaststoffe und Wasser.

Kokosöl einnehmen — wann ist der beste Zeitpunkt?

Empfohlener Zeitpunkt: Als Speisefett. Am besten zusammen mit einer Mahlzeit.

Hitzestabil und deshalb zum Braten geeignet. Wer es verwendet, sollte es als das behandeln, was es ist: ein gesättigtes Fett mit gutem Bratverhalten und angenehmem Aroma.

Kokosöl Wechselwirkungen

Blutfettsenkende Therapie

hemmt

Kokosöl erhöht in Studien das LDL-Cholesterin stärker als pflanzliche Öle. Bei laufender Cholesterintherapie arbeitet es der Zielsetzung entgegen.

Wer auf Kokosöl besonders achten sollte

  • Für die Küche allgemein geeignet, in Maßen
  • Bei erhöhtem LDL-Cholesterin sind ungesättigte Öle die bessere Wahl
  • Kein Ersatz für MCT-Öl, wenn dessen Wirkung gesucht wird

Kokosöl in Lebensmitteln — woher es über die Nahrung kommt

Kokosöl 82 g gesättigte Fettsäuren je 100 g, davon rund 45 g Laurinsäure
Butter 51 g gesättigte Fettsäuren je 100 g
Olivenöl 14 g gesättigte Fettsäuren je 100 g

Häufige Fragen zu Kokosöl

01Wann sollte man Kokosöl einnehmen?

Als Speisefett. Zu oder direkt nach einer Mahlzeit. Hitzestabil und deshalb zum Braten geeignet. Wer es verwendet, sollte es als das behandeln, was es ist: ein gesättigtes Fett mit gutem Bratverhalten und angenehmem Aroma.

02Wie viel Kokosöl am Tag?

Als Speisefett nach Bedarf; die Fachgesellschaften raten zur Zurückhaltung.

03Wie viel Kokosöl ist zu viel?

Gesättigte Fettsäuren sollen höchstens 10 Prozent der Nahrungsenergie ausmachen. Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung. Kokosöl besteht zu über 80 Prozent aus gesättigten Fettsäuren — mehr als Butter und Schweineschmalz. Wer es als Hauptfett verwendet, schöpft die Empfehlung schnell aus.

04Welche Wechselwirkungen hat Kokosöl?

Zu beachten sind Blutfettsenkende Therapie. Blutfettsenkende Therapie: Kokosöl erhöht in Studien das LDL-Cholesterin stärker als pflanzliche Öle. Bei laufender Cholesterintherapie arbeitet es der Zielsetzung entgegen.

05Für wen ist Kokosöl nicht geeignet?

Besondere Vorsicht gilt für: Für die Küche allgemein geeignet, in Maßen; Bei erhöhtem LDL-Cholesterin sind ungesättigte Öle die bessere Wahl; Kein Ersatz für MCT-Öl, wenn dessen Wirkung gesucht wird. Wer regelmäßig Medikamente nimmt, sollte die Einnahme ärztlich abklären.

06In welchen Lebensmitteln steckt Kokosöl?

Gute Quellen sind Kokosöl (82 g gesättigte Fettsäuren je 100 g, davon rund 45 g Laurinsäure), Butter (51 g gesättigte Fettsäuren je 100 g) und Olivenöl (14 g gesättigte Fettsäuren je 100 g).

07Welche Form von Kokosöl ist am besten?

Gut aufgenommen werden Natives Kokosöl, Raffiniertes Kokosfett, MCT-Öl und Kokosmilch und -mus. Zu Natives Kokosöl: Kaltgepresst, mit typischem Aroma. Für die Fettsäurezusammensetzung macht die Pressung keinen Unterschied — nur für Geschmack und Begleitstoffe.

08Womit darf für Kokosöl geworben werden?

Nichts. Für Kokosöl steht keine gesundheitsbezogene Angabe in der Unionsliste. Werbung mit Stoffwechsel, Gewichtsabnahme, Gehirnleistung oder antimikrobieller Wirkung ist nicht gedeckt.

Ein Präparat mit Kokosöl

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Kokosöl nativ, Naturland Fair

4,0 von 5

Als Speisefett erstklassig belegt — nativ, Naturland-Fair-zertifiziert. Als Gesundheitsprodukt trägt Kokosöl nicht, was die Werbung verspricht.

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als Speisefett nach Bedarf — keine Verzehrempfehlung als Nahrungsergänzung
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Belege

  1. 01 Effect of coconut oil on cardiovascular risk factors — systematic review and meta-analysis · Circulation
  2. 02 Fett und Fettbegleitstoffe — Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr · Deutsche Gesellschaft für Ernährung
  3. 03 Verordnung (EU) Nr. 432/2012 und Ablehnungsverordnungen · Europäische Kommission

Siehe auch

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