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IV · Fettsäuren

Omega-7

auch: Palmitoleinsäure · Sanddornöl · Macadamiaöl · Provinal

Die vergessene Fettsäurefamilie — mit einer offenen Frage: Ist ein hoher Spiegel im Blut günstig oder ein Warnzeichen?

Studienlage

Erste Studien am Menschen, uneinheitliche Ergebnisse
Keine Angabe beantragt

Was über Omega-7 gesagt werden darf

Für diesen Stoff ist keine gesundheitsbezogene Angabe in der Unionsliste eingetragen. Es darf nicht mit einer gesundheitlichen Wirkung geworben werden.

Für Palmitoleinsäure steht keine gesundheitsbezogene Angabe in der Unionsliste. Werbung mit Schleimhäuten, Haut, Blutfetten oder Stoffwechsel ist nicht gedeckt.

Grundlage: VO (EG) 1924/2006 · Unionsliste nach VO (EU) 432/2012 · Wie das Verfahren funktioniert

Die vierte Fettsäurefamilie

Omega-3 kennt jeder, Omega-6 immerhin viele, Omega-9 aus dem Olivenöl auch. Omega-7 fällt aus der Aufzählung — dabei ist Palmitoleinsäure eine der häufigsten einfach ungesättigten Fettsäuren im menschlichen Gewebe.

Sie ist nicht essenziell: Der Körper bildet sie aus Palmitinsäure, sobald er sie braucht. Genau daraus ergibt sich die offene Frage, die diesen Eintrag interessant macht.

Der Widerspruch in den Daten

In Beobachtungsstudien ist ein hoher Palmitoleinsäureanteil im Blut mit ungünstigen Stoffwechselmerkmalen verbunden — mit Insulinresistenz, Fettleber und erhöhten Triglyzeriden.

Der Grund dürfte sein, dass dieser Anteil überwiegend aus der körpereigenen Produktion stammt. Wer viel Zucker und Stärke isst, baut daraus Fett auf, und dabei entsteht Palmitoleinsäure. Der hohe Spiegel ist dann nicht die Ursache des Problems, sondern sein Abdruck.

Zugeführte Palmitoleinsäure verhält sich anders. Studien mit aufgereinigten Präparaten fanden gesenkte Triglyzeride, niedrigeres CRP und leicht bessere Blutzuckerwerte. Die Studien sind klein und kurz, aber der Widerspruch löst sich damit auf: Es kommt darauf an, woher die Fettsäure stammt.

Sanddorn und die trockenen Schleimhäute

Die interessanteste Anwendung kommt aus Finnland. Kleine kontrollierte Studien mit Sanddornöl über drei Monate berichteten über eine geringere Rötung und Reizung bei trockenen Augen und über verbesserte Beschwerden bei trockenen Schleimhäuten.

Die Wirkung wird der Palmitoleinsäure zugeschrieben, die Bestandteil der Talgdrüsensekrete ist. Belastbar ist die Datenlage nicht — für einen Selbstversuch mit einem Lebensmittel spricht bei guter Verträglichkeit aber wenig dagegen.

Fruchtfleisch oder Kern — ein wichtiger Unterschied

Sanddorn liefert zwei völlig verschiedene Öle. Das orange Fruchtfleischöl ist die reichste bekannte Palmitoleinsäurequelle. Das Kernöl enthält davon fast nichts, dafür Linol- und Alpha-Linolensäure in günstigem Verhältnis.

Auf vielen Produkten steht nur „Sanddornöl“. Wer Omega-7 sucht, muss das Fruchtfleischöl verlangen — sonst kauft er ein gutes Öl für einen anderen Zweck.

Omega-7 — welche Form ist die beste?

Welche Form auf der Packung steht, entscheidet oft mehr über die Wirkung als die Zahl davor.

Form Aufnahme Anmerkung
Sanddornfruchtfleischöl hoch Bis zu 40 Prozent Palmitoleinsäure — die reichste natürliche Quelle. Nicht zu verwechseln mit dem Kernöl, das stattdessen Omega-3 und Omega-6 liefert.
Sanddornkernöl hoch Enthält kaum Palmitoleinsäure, dafür ein günstiges Verhältnis von Linol- zu Alpha-Linolensäure. Ein anderes Öl mit anderem Zweck.
Macadamiaöl hoch Rund 20 Prozent Palmitoleinsäure und hitzestabil — als Speiseöl die alltagstauglichste Quelle.
Aufgereinigte Palmitoleinsäure aus Fischöl hoch In Präparaten unter Markennamen, auf über 50 Prozent angereichert und weitgehend frei von Palmitinsäure. Die Form aus den meisten Studien.

Omega-7 einnehmen — wann ist der beste Zeitpunkt?

Empfohlener Zeitpunkt: Zu den Mahlzeiten. Am besten zusammen mit einer Mahlzeit.

Sanddornöl lässt sich auch äußerlich anwenden. Bei trockenen Augen und Schleimhäuten wurde in Studien über drei Monate eingenommen, bevor sich etwas zeigte.

Omega-7 Wechselwirkungen

Gerinnungshemmer

Vorsicht

Sanddornöl enthält Vitamin K und weitere fettlösliche Vitamine. Bei Cumarintherapie die Menge gleichmäßig halten.

Fettbindende Mittel

hemmt

Orlistat und Pflanzensterine mindern die Aufnahme aller Nahrungsfette einschließlich Omega-7.

Wer auf Omega-7 besonders achten sollte

  • Menschen mit trockenen Augen und Schleimhäuten, für die es kleine Studien gibt
  • Menschen mit ungünstigen Blutfetten, als Ergänzung ohne Ersatzcharakter

Mangel an Omega-7 — Symptome und Anzeichen

  • Kein Mangelzustand — Palmitoleinsäure ist nicht essenziell, der Körper bildet sie aus Palmitinsäure selbst

Diese Zeichen sind unspezifisch und können viele andere Ursachen haben. Sie ersetzen keine Diagnose.

Omega-7 in Lebensmitteln — woher es über die Nahrung kommt

Sanddornfruchtfleischöl bis 40 g je 100 g
Macadamianüsse 17–20 g je 100 g Öl
Avocado 3–5 g je 100 g Öl
Fetter Seefisch geringe Mengen neben den Omega-3-Fettsäuren

Häufige Fragen zu Omega-7

01Wann sollte man Omega-7 einnehmen?

Zu den Mahlzeiten. Sanddornöl lässt sich auch äußerlich anwenden. Bei trockenen Augen und Schleimhäuten wurde in Studien über drei Monate eingenommen, bevor sich etwas zeigte.

02Wie viel Omega-7 am Tag?

In Nahrungsergänzungsmitteln üblich sind 200–400 mg Palmitoleinsäure am Tag; als Sanddornfruchtfleischöl 1–3 g.

03Wie viel Omega-7 ist zu viel?

Keine Obergrenze festgelegt. EFSA; Sanddorn und Macadamia sind traditionelle Lebensmittel. Sanddornöl ist intensiv orange und färbt. Bei sehr hoher Zufuhr über lange Zeit ist die Datenlage dünn — die Studien laufen meist über wenige Monate.

04Welche Wechselwirkungen hat Omega-7?

Zu beachten sind Gerinnungshemmer und Fettbindende Mittel. Gerinnungshemmer: Sanddornöl enthält Vitamin K und weitere fettlösliche Vitamine. Bei Cumarintherapie die Menge gleichmäßig halten. Fettbindende Mittel: Orlistat und Pflanzensterine mindern die Aufnahme aller Nahrungsfette einschließlich Omega-7.

05Für wen ist Omega-7 nicht geeignet?

Besondere Vorsicht gilt für: Menschen mit trockenen Augen und Schleimhäuten, für die es kleine Studien gibt; Menschen mit ungünstigen Blutfetten, als Ergänzung ohne Ersatzcharakter. Wer regelmäßig Medikamente nimmt, sollte die Einnahme ärztlich abklären.

06Woran erkennt man einen Omega-7-Mangel?

Mögliche Anzeichen sind Kein Mangelzustand — Palmitoleinsäure ist nicht essenziell, der Körper bildet sie aus Palmitinsäure selbst. Keines davon ist für sich beweisend — Sicherheit gibt erst die Messung im Blut.

07In welchen Lebensmitteln steckt Omega-7?

Gute Quellen sind Sanddornfruchtfleischöl (bis 40 g je 100 g), Macadamianüsse (17–20 g je 100 g Öl), Avocado (3–5 g je 100 g Öl) und Fetter Seefisch (geringe Mengen neben den Omega-3-Fettsäuren).

08Welche Form von Omega-7 ist am besten?

Gut aufgenommen werden Sanddornfruchtfleischöl, Sanddornkernöl, Macadamiaöl und Aufgereinigte Palmitoleinsäure aus Fischöl. Zu Sanddornfruchtfleischöl: Bis zu 40 Prozent Palmitoleinsäure — die reichste natürliche Quelle. Nicht zu verwechseln mit dem Kernöl, das stattdessen Omega-3 und Omega-6 liefert.

09Womit darf für Omega-7 geworben werden?

Nichts. Für Palmitoleinsäure steht keine gesundheitsbezogene Angabe in der Unionsliste. Werbung mit Schleimhäuten, Haut, Blutfetten oder Stoffwechsel ist nicht gedeckt.

Belege

  1. 01 Palmitoleic acid supplementation and metabolic markers — clinical trials · Lipids in Health and Disease
  2. 02 Sea buckthorn oil in dry eye and dry mucosal symptoms — randomized trials · Journal of Nutrition
  3. 03 Verordnung (EU) Nr. 432/2012 und Ablehnungsverordnungen · Europäische Kommission

Siehe auch

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