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IV · Fettsäuren

Squalen

auch: Squalan · Haifischleberöl · Olivensqualen · Spinacen

Ein körpereigener Stoff der Cholesterinsynthese — als Kapsel meist aus Haifischleber, obwohl Oliven dasselbe liefern.

Studienlage

Einzelne Hinweise, überwiegend Labor- oder Tierversuche
Keine Angabe beantragt

Was über Squalen gesagt werden darf

Für diesen Stoff ist keine gesundheitsbezogene Angabe in der Unionsliste eingetragen. Es darf nicht mit einer gesundheitlichen Wirkung geworben werden.

Für Squalen gibt es keine zugelassene gesundheitsbezogene Angabe. Werbung mit Immunsystem, Zellschutz, Sauerstoffversorgung oder Krebs ist unzulässig. In der Kosmetik gilt anderes Recht — dort ist Squalan als Pflegestoff etabliert.

Grundlage: VO (EG) 1924/2006 · Unionsliste nach VO (EU) 432/2012 · Wie das Verfahren funktioniert

Ein Zwischenschritt im eigenen Stoffwechsel

Squalen ist kein exotischer Stoff aus der Tiefsee, sondern ein Zwischenprodukt der Cholesterinsynthese. Jede menschliche Zelle stellt es her; der Körper produziert täglich mehrere hundert Milligramm davon.

Ein großer Teil landet in den Talgdrüsen der Haut, wo Squalen einen erheblichen Anteil des Talgs ausmacht und die Hautoberfläche geschmeidig hält.

Ein Mangel ist nicht beschrieben, ein Bedarf von außen nicht bekannt. Damit fehlt der Ausgangspunkt für die Argumentation eines Nahrungsergänzungsmittels.

Woher es kommt

Tiefseehaie speichern Squalen in großen Mengen in ihrer Leber — sie haben keine Schwimmblase und regeln ihren Auftrieb über das leichte Öl. Die Leber kann ein Viertel des Körpergewichts ausmachen.

Genau deshalb wurden sie befischt. Für einige Tiefseehaiarten ist der Bestand erheblich zurückgegangen, und mehrere stehen auf der Roten Liste.

Es gibt keinen fachlichen Grund dafür. Squalen aus Oliven und Amaranth ist chemisch dasselbe Molekül — kein Isomer, keine andere Form, dieselbe Verbindung. Wer Squalen kaufen will, kann die pflanzliche Quelle nehmen, ohne irgendetwas einzubüßen.

Was untersucht ist

Wenig. Es gibt Laborbefunde zu antioxidativen Eigenschaften und Tierversuche zu Immunreaktionen. Kontrollierte Studien am Menschen, die einen Nutzen der Einnahme zeigen, fehlen.

Die weit verbreitete Erzählung, Haie bekämen keinen Krebs und Haiknorpel oder Haileberöl schützten deshalb, ist mehrfach widerlegt — Haie bekommen Krebs, und die Knorpelpräparate haben in Studien nichts bewirkt.

Der Punkt, an dem es gefährlich wird

Öle, die beim Schlucken in die Atemwege gelangen, können eine Lipidpneumonie auslösen — eine Lungenentzündung durch Fett, die schwer zu behandeln ist.

Für Haifischleberöl sind solche Fälle in der Fachliteratur beschrieben, meist bei Kindern oder älteren Menschen mit Schluckstörungen.

Das gilt für jedes flüssige Öl, ist aber der einzige belegte Weg, auf dem dieses Produkt gesundheitlich relevant wird.

Die andere Verwendung

Squalen ist Bestandteil von Wirkverstärkern in einigen Grippeimpfstoffen. Das hat in Debatten gelegentlich für Verwirrung gesorgt, hat mit der Kapsel aber nichts zu tun: Es geht um winzige Mengen in einer Emulsion, deren Sicherheit umfangreich geprüft wurde.

Die Einordnung

In der Kosmetik ist Squalan — die stabile, hydrierte Form — ein bewährtes Pflegeöl mit unbestrittener Wirkung auf trockene Haut.

Als Kapsel liefert Squalen einen Stoff, den der Körper selbst in größerer Menge herstellt, ohne belegten Nutzen. Wer es dennoch möchte, nimmt die pflanzliche Variante — oder schlicht Olivenöl, die wichtigste Squalenquelle der Ernährung.

Squalen — welche Form ist die beste?

Welche Form auf der Packung steht, entscheidet oft mehr über die Wirkung als die Zahl davor.

Form Aufnahme Anmerkung
Squalen aus Haifischleber hoch Die traditionelle und noch immer häufigste Quelle. Tiefseehaie speichern große Mengen in der Leber, was sie im Wasser schwebefähig hält.
Squalen aus Oliven und Amaranth hoch Chemisch identisch mit dem tierischen. Aus Olivenöl-Nebenströmen gewonnen und inzwischen breit verfügbar.
Squalan (hydriert) hoch Die gesättigte, oxidationsstabile Form für die Kosmetik. Als Pflegeöl bewährt, dringt gut in die Haut ein.
Squalen in Impfstoffadjuvanzien hoch Bestandteil von Wirkverstärkern in einigen Grippeimpfstoffen. Ein völlig anderer Zusammenhang als die Kapsel.

Squalen einnehmen — wann ist der beste Zeitpunkt?

Empfohlener Zeitpunkt: Zu einer Mahlzeit. Am besten zusammen mit einer Mahlzeit.

Ein Öl mit Fett aufzunehmen ist unproblematisch. Ein Grund, es überhaupt einzunehmen, ergibt sich aus der Datenlage allerdings nicht.

Squalen Wechselwirkungen

Statine

hemmt

Statine hemmen die Cholesterinsynthese an einer Stelle vor dem Squalen. Ein Zusammenhang ist theoretisch denkbar, praktisch nicht untersucht.

Wer auf Squalen besonders achten sollte

  • Bei Schluckstörungen und bei Kleinkindern wegen der Aspirationsgefahr meiden
  • Bei Fischallergie tierisches Squalen meiden
  • Aus Artenschutzgründen pflanzliche Quellen bevorzugen

Squalen in Lebensmitteln — woher es über die Nahrung kommt

Olivenöl 200–700 mg Squalen je 100 ml — die wichtigste Nahrungsquelle
Amaranthöl die höchste pflanzliche Konzentration
Der menschliche Körper bildet täglich mehrere hundert Milligramm selbst

Häufige Fragen zu Squalen

01Wann sollte man Squalen einnehmen?

Zu einer Mahlzeit. Ein Öl mit Fett aufzunehmen ist unproblematisch. Ein Grund, es überhaupt einzunehmen, ergibt sich aus der Datenlage allerdings nicht.

02Wie viel Squalen am Tag?

In Verkehr gebrachte Produkte nennen 500–1.000 mg am Tag.

03Wie viel Squalen ist zu viel?

Keine Obergrenze festgelegt. EFSA; Squalen ist als Lebensmittelbestandteil in Verwendung. Ein reales Risiko besteht bei falscher Anwendung: Gelangt Öl beim Verschlucken in die Atemwege — etwa bei Kindern oder bei Schluckstörungen —, kann eine Lipidpneumonie entstehen. Für Haifischleberöl sind solche Fälle beschrieben.

04Welche Wechselwirkungen hat Squalen?

Zu beachten sind Statine. Statine: Statine hemmen die Cholesterinsynthese an einer Stelle vor dem Squalen. Ein Zusammenhang ist theoretisch denkbar, praktisch nicht untersucht.

05Für wen ist Squalen nicht geeignet?

Besondere Vorsicht gilt für: Bei Schluckstörungen und bei Kleinkindern wegen der Aspirationsgefahr meiden; Bei Fischallergie tierisches Squalen meiden; Aus Artenschutzgründen pflanzliche Quellen bevorzugen. Wer regelmäßig Medikamente nimmt, sollte die Einnahme ärztlich abklären.

06In welchen Lebensmitteln steckt Squalen?

Gute Quellen sind Olivenöl (200–700 mg Squalen je 100 ml — die wichtigste Nahrungsquelle), Amaranthöl (die höchste pflanzliche Konzentration) und Der menschliche Körper (bildet täglich mehrere hundert Milligramm selbst).

07Welche Form von Squalen ist am besten?

Gut aufgenommen werden Squalen aus Haifischleber, Squalen aus Oliven und Amaranth, Squalan (hydriert) und Squalen in Impfstoffadjuvanzien. Zu Squalen aus Haifischleber: Die traditionelle und noch immer häufigste Quelle. Tiefseehaie speichern große Mengen in der Leber, was sie im Wasser schwebefähig hält.

08Womit darf für Squalen geworben werden?

Nichts. Für Squalen gibt es keine zugelassene gesundheitsbezogene Angabe. Werbung mit Immunsystem, Zellschutz, Sauerstoffversorgung oder Krebs ist unzulässig. In der Kosmetik gilt anderes Recht — dort ist Squalan als Pflegestoff etabliert.

Belege

  1. 01 Squalene — biological and health effects · Molecules
  2. 02 Exogenous lipoid pneumonia associated with shark liver oil · Chest
  3. 03 Squalene-based adjuvants in vaccines · Weltgesundheitsorganisation

Siehe auch

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