VIII · Weitere Stoffe
Isomalt
auch: E 953 · Isomaltit · Palatinit · Zuckeralkohol
Der Zuckeralkohol der Bonbons — hergestellt aus Rübenzucker, mit halber Süßkraft und dem üblichen Pflichthinweis.
Studienlage
Was über Isomalt gesagt werden darf
Für diesen Stoff stehen gesundheitsbezogene Angaben in der Unionsliste (VO (EU) 432/2012). Sie dürfen im angegebenen Wortlaut verwendet werden.
- 01
„Der Verzehr von Lebensmitteln, die anstelle von Zucker Zuckeralkohole enthalten, trägt zur Erhaltung der Zahnmineralisierung bei“
Bedingung Zucker muss so ersetzt sein, dass der Zuckergehalt um mindestens 30 Prozent verringert ist
- 02
„Der Verzehr von Lebensmitteln, die anstelle von Zucker Zuckeralkohole enthalten, führt zu einem geringeren Blutzuckeranstieg als der Verzehr zuckerhaltiger Lebensmittel“
Bedingung dieselbe Ersatzbedingung
Die Angaben gelten der Gruppe der Zuckeralkohole. Isomalt süßt nur etwa halb so stark wie Zucker, weshalb Erzeugnisse damit häufig zusätzlich einen Süßstoff enthalten — was in der Zutatenliste steht.
Grundlage: VO (EG) 1924/2006 · Unionsliste nach VO (EU) 432/2012 · Wie das Verfahren funktioniert
Aus Rübenzucker gemacht
Isomalt entsteht in zwei Schritten aus gewöhnlichem Haushaltszucker. Zunächst wird die Bindung zwischen Glucose und Fructose enzymatisch umgelagert, dann wird das Ergebnis hydriert.
Übrig bleibt ein Gemisch zweier Zuckeralkohole, das dem Zucker im Volumen ähnelt, aber nur etwa halb so süß schmeckt und nur zur Hälfte aufgenommen wird.
Entwickelt wurde es in den sechziger Jahren in Deutschland unter dem Namen Palatinit — nach der Pfalz, wo die zugehörige Zuckerfabrik stand.
Warum es in Bonbons steckt
Zuckerfreie Bonbons und Hustenbonbons bestehen fast vollständig aus Isomalt, und dafür gibt es einen technischen Grund.
Isomalt ist wenig hygroskopisch — es zieht kaum Wasser aus der Luft. Bonbons daraus bleiben trocken, kleben nicht aneinander und werden nicht klebrig, wenn die Packung einmal offen war. Sorbit und Maltit können das nicht.
Aus demselben Grund arbeitet die Zuckerkunst damit: Isomalt erstarrt glasklar, vergilbt kaum und lässt sich ziehen und blasen wie Zucker, ohne so schnell trüb zu werden.
Verträglichkeit
Unter den gängigen Zuckeralkoholen gilt Isomalt als der am besten verträgliche. Die Beschwerdeschwelle liegt bei den meisten Menschen höher als bei Sorbit.
Das entbindet nicht vom Pflichthinweis. Er steht auf jeder Packung mit mehr als zehn Prozent Polyolanteil, und die Erfahrung, dass eine ganze Tüte zuckerfreier Bonbons eine Wirkung hat, ist verbreitet genug, um in Produktbewertungen ihren festen Platz zu haben.
Der Punkt mit der halben Süßkraft
Weil Isomalt nur halb so süß ist wie Zucker, reicht es allein oft nicht. Hersteller ergänzen deshalb einen Süßstoff — Sucralose, Acesulfam-K oder Steviolglycoside.
Das ist unauffällig und steht in der Zutatenliste. Wer Süßstoffe meiden möchte, sollte bei zuckerfreien Bonbons trotzdem hinsehen.
Die Einordnung
Isomalt ist zahnfreundlich, kalorienärmer als Zucker und für Diabetiker geeignet. Innerhalb der Zuckeralkohole ist es die verträglichste Wahl, dafür die am schwächsten süßende.
Damit ist die Polyolgruppe in dieser Datenbank vollständig: Erythrit für die Verträglichkeit, Xylit für die Zähne, Maltit für die Schokolade, Sorbit als Feuchthaltemittel mit Warnhinweis — und Isomalt für alles, was hart und trocken bleiben soll.
Isomalt — welche Form ist die beste?
Welche Form auf der Packung steht, entscheidet oft mehr über die Wirkung als die Zahl davor.
| Form | Aufnahme | Anmerkung |
|---|---|---|
| Isomalt (E 953) | mittel | Ein Gemisch zweier Zuckeralkohole, hergestellt aus Rübenzucker in zwei Schritten. Zieht kaum Feuchtigkeit an — der Grund für seine Verbreitung in Bonbons. |
| Isomalt in Zuckerkunst | mittel | In der Patisserie geschätzt, weil es glasklar erstarrt, nicht klebt und nicht so schnell trüb wird wie Zucker. |
| Maltit und Sorbit | mittel | Die verwandten Polyole für Schokolade und Feuchthaltezwecke. In dieser Datenbank als eigene Einträge. |
Isomalt einnehmen — wann ist der beste Zeitpunkt?
Empfohlener Zeitpunkt: Als Zutat in Lebensmitteln. Am besten zusammen mit einer Mahlzeit.
Nur etwa die Hälfte wird im Dünndarm aufgenommen; der Rest wird im Dickdarm vergoren. Wer zuckerfreie Bonbons in größerer Menge lutscht, erfährt das zuverlässig.
Isomalt Wechselwirkungen
Diabetestherapie
VorsichtDer Blutzuckeranstieg ist gering, aber nicht null. Bei Insulintherapie mitzurechnen.
Wer auf Isomalt besonders achten sollte
- Bei Reizdarm und in der FODMAP-Auslassphase meiden
- Kinder erreichen die Beschwerdeschwelle mit weniger Menge
- Für Diabetiker geeignet, in Maßen
Isomalt in Lebensmitteln — woher es über die Nahrung kommt
Häufige Fragen zu Isomalt
01Wann sollte man Isomalt einnehmen?
Als Zutat in Lebensmitteln. Zu oder direkt nach einer Mahlzeit. Nur etwa die Hälfte wird im Dünndarm aufgenommen; der Rest wird im Dickdarm vergoren. Wer zuckerfreie Bonbons in größerer Menge lutscht, erfährt das zuverlässig.
02Wie viel Isomalt am Tag?
Als Süßungsmittel in Lebensmitteln; ab etwa 25 g am Tag treten Beschwerden auf.
03Wie viel Isomalt ist zu viel?
Keine numerische Obergrenze; ab 10 Prozent Anteil ist der Warnhinweis Pflicht. Verordnung (EU) Nr. 1169/2011, Anhang III. Wie alle Polyole trägt Isomalt ab 10 Prozent Anteil den Hinweis: kann bei übermäßigem Verzehr abführend wirken. Es gilt allerdings als das am besten verträgliche unter den gängigen Zuckeralkoholen.
04Welche Wechselwirkungen hat Isomalt?
Zu beachten sind Diabetestherapie. Diabetestherapie: Der Blutzuckeranstieg ist gering, aber nicht null. Bei Insulintherapie mitzurechnen.
05Für wen ist Isomalt nicht geeignet?
Besondere Vorsicht gilt für: Bei Reizdarm und in der FODMAP-Auslassphase meiden; Kinder erreichen die Beschwerdeschwelle mit weniger Menge; Für Diabetiker geeignet, in Maßen. Wer regelmäßig Medikamente nimmt, sollte die Einnahme ärztlich abklären.
06In welchen Lebensmitteln steckt Isomalt?
Gute Quellen sind Zuckerfreie Bonbons und Hustenbonbons (bestehen häufig fast vollständig aus Isomalt).
07Womit darf für Isomalt geworben werden?
Zugelassen sind nach der Unionsliste unter anderem: „Der Verzehr von Lebensmitteln, die anstelle von Zucker Zuckeralkohole enthalten, trägt zur Erhaltung der Zahnmineralisierung bei“. Bedingung: Zucker muss so ersetzt sein, dass der Zuckergehalt um mindestens 30 Prozent verringert ist. Insgesamt sind 2 Angaben zugelassen.
Belege
- 01 Verordnung (EU) Nr. 432/2012 — Unionsliste zulässiger Angaben · Europäische Kommission · 2012
- 02 Isomalt — an overview of digestive tolerance · European Journal of Clinical Nutrition
- 03 Verordnung (EU) Nr. 1169/2011 — Anhang III · Europäische Union · 2011
Siehe auch
Andere Weitere Stoffe
Wirkstoffbereiche
Die Datenbank weiterlesen
Vitamine
Organische Verbindungen, die der Körper nicht oder nicht ausreichend selbst herstellt.
Mineralstoffe
Anorganische Nährstoffe, die der Körper in Mengen über 50 mg am Tag braucht.
Spurenelemente
Mineralstoffe, von denen der Körper täglich weniger als 50 mg benötigt.
Fettsäuren
Bausteine der Nahrungsfette, darunter die essenziellen Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren.
Aminosäuren
Bausteine der Eiweiße, teils essenziell, teils vom Körper selbst herstellbar.
Pflanzenstoffe
Extrakte und Einzelstoffe aus Pflanzen. Für sie ist die Claim-Bewertung bis heute ausgesetzt.
Darmflora
Probiotische Kulturen und Ballaststoffe, die auf die Darmbesiedlung wirken.
Weitere Stoffe
Körpereigene Verbindungen und Strukturstoffe, die keiner der übrigen Gruppen zufallen.
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