VIII · Weitere Stoffe
Advantam
auch: E 969 · Advantame · Vanillin-Aspartam-Derivat
Der süßeste zugelassene Stoff der Welt — 37.000-mal Zucker, aus Aspartam und Vanillin gebaut.
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Was über Advantam gesagt werden darf
Für diesen Stoff stehen gesundheitsbezogene Angaben in der Unionsliste (VO (EU) 432/2012). Sie dürfen im angegebenen Wortlaut verwendet werden.
- 01
„Der Verzehr von Lebensmitteln, die anstelle von Zucker Süßungsmittel enthalten, trägt zur Erhaltung der Zahnmineralisierung bei“
Bedingung Zucker muss so ersetzt sein, dass die Lebensmittel den Zahnbelag-pH nicht unter 5,7 senken
- 02
„Der Verzehr von Lebensmitteln, die anstelle von Zucker Süßungsmittel enthalten, führt zu einem geringeren Blutzuckeranstieg als der Verzehr zuckerhaltiger Lebensmittel“
Bedingung Zucker muss in dem Lebensmittel durch Süßungsmittel ersetzt sein
Die Angaben gelten allen zugelassenen Süßungsmitteln. Advantam ist ausschließlich ein Industriestoff — für Endverbraucher gibt es kein Produkt, das ihn einzeln enthält.
Grundlage: VO (EG) 1924/2006 · Unionsliste nach VO (EU) 432/2012 · Wie das Verfahren funktioniert
Die Rekordzahl
Advantam ist etwa siebenunddreißigtausendmal süßer als Haushaltszucker. Es ist damit der süßeste Stoff, der in der EU als Lebensmittelzusatzstoff zugelassen ist.
Die Zahl ist schwer greifbar. Ein einziges Gramm entspricht in der Süßkraft rund siebenunddreißig Kilogramm Zucker — dem Jahresverbrauch eines durchschnittlichen Erwachsenen in Deutschland.
Für eine Tonne Getränk genügen wenige Gramm.
Wie es gebaut ist
Advantam entsteht, indem Aspartam mit einem Abkömmling des Vanillins verknüpft wird. Es ist damit das jüngere Geschwister des Neotams — dieselbe Idee, eine andere Seitenkette, noch mehr Süßkraft.
Wie bei Neotam schützt die angehängte Gruppe die Bindung, an der Aspartam gespalten wird. Freies Phenylalanin entsteht praktisch nicht, und die Pflichtkennzeichnung für Menschen mit Phenylketonurie entfällt.
Bei den eingesetzten Mengen wäre sie ohnehin gegenstandslos.
Warum das kein Endverbraucherprodukt ist
Ein Stoff dieser Süßkraft lässt sich nicht dosieren. Selbst eine Streusüße müsste zu über neunundneunzig Prozent aus Trägerstoff bestehen, und ein Wiegefehler von einem Milligramm würde das Ergebnis unbrauchbar machen.
Advantam wird deshalb ausschließlich in der industriellen Rezepturentwicklung verwendet, meist in Mischungen und häufig zugleich als Geschmacksverstärker für fruchtige und milchige Noten.
Warum es hier trotzdem steht
Diese Datenbank verzeichnet ihn, weil E 969 in Zutatenlisten erscheinen kann und die Nummer sonst schwer zuzuordnen ist.
Er zeigt außerdem, wie weit die Entwicklung der Süßstoffe von der Küche weggerückt ist: Saccharin kam noch in die Kaffeetasse, Advantam wird in Fabriken abgewogen. Für den Verbraucher ändert sich dabei nichts an der einfachen Ausgangsfrage — ein süßes Getränk bleibt ein süßes Getränk, gleich womit es gesüßt wurde.
Advantam — welche Form ist die beste?
Welche Form auf der Packung steht, entscheidet oft mehr über die Wirkung als die Zahl davor.
| Form | Aufnahme | Anmerkung |
|---|---|---|
| Advantam (E 969) | hoch | Rund 37.000-mal süßer als Zucker und etwa 100-mal süßer als Aspartam. Hitze- und säurestabil. |
| Neotam | hoch | Das ältere Aspartam-Derivat mit demselben Prinzip, etwa dreimal schwächer süßend. In dieser Datenbank als eigener Eintrag. |
Wer auf Advantam besonders achten sollte
- Für Diabetiker geeignet
- Für Menschen mit Phenylketonurie geeignet
- Bei Vanilleallergie theoretisch zu bedenken, praktisch wegen der Kleinstmengen ohne Bedeutung
Häufige Fragen zu Advantam
01Wann sollte man Advantam einnehmen?
Als Zutat in Lebensmitteln. Zu oder direkt nach einer Mahlzeit. Wird im Körper rasch gespalten und überwiegend unverändert über den Stuhl ausgeschieden. Nur ein kleiner Teil wird aufgenommen.
02Wie viel Advantam am Tag?
In Nahrungsergänzungsmitteln üblich sind ADI 5 mg je Kilogramm Körpergewicht am Tag.
03Wie viel Advantam ist zu viel?
Die empfohlene Höchstmenge für Nahrungsergänzungsmittel liegt bei 5 mg je kg Körpergewicht und Tag (ADI). EFSA-Bewertung von Advantam, 2013. Die eingesetzten Mengen liegen im Bereich weniger Milligramm je Kilogramm Lebensmittel. Der ADI ist bei realistischem Verzehr nicht erreichbar.
04Für wen ist Advantam nicht geeignet?
Besondere Vorsicht gilt für: Für Diabetiker geeignet; Für Menschen mit Phenylketonurie geeignet; Bei Vanilleallergie theoretisch zu bedenken, praktisch wegen der Kleinstmengen ohne Bedeutung. Wer regelmäßig Medikamente nimmt, sollte die Einnahme ärztlich abklären.
05Welche Form von Advantam ist am besten?
Gut aufgenommen werden Advantam (E 969) und Neotam. Zu Advantam (E 969): Rund 37.000-mal süßer als Zucker und etwa 100-mal süßer als Aspartam. Hitze- und säurestabil.
06Womit darf für Advantam geworben werden?
Zugelassen sind nach der Unionsliste unter anderem: „Der Verzehr von Lebensmitteln, die anstelle von Zucker Süßungsmittel enthalten, trägt zur Erhaltung der Zahnmineralisierung bei“. Bedingung: Zucker muss so ersetzt sein, dass die Lebensmittel den Zahnbelag-pH nicht unter 5,7 senken. Insgesamt sind 2 Angaben zugelassen.
Belege
- 01 Scientific Opinion on the safety of advantame · Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit · 2013
- 02 Verordnung (EU) Nr. 497/2014 zur Zulassung von Advantam · Europäische Kommission · 2014
- 03 Verordnung (EU) Nr. 432/2012 — Unionsliste zulässiger Angaben · Europäische Kommission · 2012
Siehe auch
Andere Weitere Stoffe
Wirkstoffbereiche
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Vitamine
Organische Verbindungen, die der Körper nicht oder nicht ausreichend selbst herstellt.
Mineralstoffe
Anorganische Nährstoffe, die der Körper in Mengen über 50 mg am Tag braucht.
Spurenelemente
Mineralstoffe, von denen der Körper täglich weniger als 50 mg benötigt.
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Aminosäuren
Bausteine der Eiweiße, teils essenziell, teils vom Körper selbst herstellbar.
Pflanzenstoffe
Extrakte und Einzelstoffe aus Pflanzen. Für sie ist die Claim-Bewertung bis heute ausgesetzt.
Darmflora
Probiotische Kulturen und Ballaststoffe, die auf die Darmbesiedlung wirken.
Weitere Stoffe
Körpereigene Verbindungen und Strukturstoffe, die keiner der übrigen Gruppen zufallen.
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