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VIII · Weitere Stoffe

Neotam

auch: E 961 · Neotame · Neohesperidin-Aspartam-Derivat

Aspartam mit angehängter Seitenkette — dadurch achtmal süßer und ohne die Phenylalanin-Warnung.

Studienlage

Gut untersucht, überwiegend übereinstimmende Ergebnisse

Unsere Empfehlung

Drei Präparate mit Neotam, drei Maßstäbe

Wie wir bewerten
  1. I Wirkstoffsieger

    Platz frei

    Die beste Bewertung, unabhängig vom Preis. Sobald genug Präparate aufgenommen sind, steht hier eines.

  2. II Preis-Leistungs-Sieger

    Platz frei

    Das beste Verhältnis aus Bewertung und Tagespreis. Sobald genug Präparate aufgenommen sind, steht hier eines.

  3. III Preissieger

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Zugelassene Angabe

Was über Neotam gesagt werden darf

Für diesen Stoff stehen gesundheitsbezogene Angaben in der Unionsliste (VO (EU) 432/2012). Sie dürfen im angegebenen Wortlaut verwendet werden.

  1. 01

    „Der Verzehr von Lebensmitteln, die anstelle von Zucker Süßungsmittel enthalten, trägt zur Erhaltung der Zahnmineralisierung bei“

    Bedingung Zucker muss so ersetzt sein, dass die Lebensmittel den Zahnbelag-pH nicht unter 5,7 senken

  2. 02

    „Der Verzehr von Lebensmitteln, die anstelle von Zucker Süßungsmittel enthalten, führt zu einem geringeren Blutzuckeranstieg als der Verzehr zuckerhaltiger Lebensmittel“

    Bedingung Zucker muss in dem Lebensmittel durch Süßungsmittel ersetzt sein

Die Angaben gelten allen zugelassenen Süßungsmitteln. Für Endverbraucher ist Neotam praktisch nie einzeln erhältlich — es erscheint nur in Zutatenlisten industriell hergestellter Lebensmittel.

Grundlage: VO (EG) 1924/2006 · Unionsliste nach VO (EU) 432/2012 · Wie das Verfahren funktioniert

Ein Molekül mit angehängtem Griff

Neotam entsteht aus Aspartam, indem an die Aminogruppe eine sperrige Seitenkette gehängt wird — ein sogenannter Neohexylrest.

Diese kleine Änderung hat zwei Folgen. Erstens steigt die Süßkraft von etwa dem Zweihundertfachen des Zuckers auf das Sieben- bis Dreizehntausendfache. Zweitens schützt die Seitenkette die Bindung, an der Aspartam im Körper gespalten wird.

Warum die Warnung entfällt

Aspartam trägt auf jeder Packung den Hinweis, es enthalte eine Phenylalaninquelle. Für Menschen mit Phenylketonurie ist das lebenswichtig, weil sie Phenylalanin nicht abbauen können.

Neotam wird an anderer Stelle zerlegt. Es entsteht dabei kein freies Phenylalanin in nennenswerter Menge — und weil zudem nur Milligrammmengen eingesetzt werden, ist die Zufuhr ohnehin verschwindend.

Deshalb trägt Neotam keine Pflichtkennzeichnung. Es ist damit das seltene Beispiel eines Stoffes, der durch eine gezielte chemische Änderung ein regulatorisches Problem seiner Ausgangsverbindung löst.

Warum es fast niemand kennt

Neotam ist in der EU zugelassen und wird verwendet, taucht im Alltag aber kaum auf.

Der Grund ist die Süßkraft. Ein Gramm ersetzt bis zu dreizehn Kilogramm Zucker — das lässt sich weder in eine Streudose füllen noch als Tablette dosieren. Es ist ein Stoff für die industrielle Rezepturentwicklung, nicht für den Küchentisch.

Wer ihn sucht, findet ihn in Zutatenlisten von Kaugummi, Getränkepulvern und zuckerreduzierten Backwaren — als E 961 oder unter seinem Namen.

Der zweite Verwendungszweck

Neotam ist zugleich als Geschmacksverstärker zugelassen. In sehr geringer Dosierung, unterhalb der Süßwahrnehmung, verstärkt es fruchtige und minzige Aromen.

Das ist eine ungewöhnliche Doppelrolle und erklärt, warum es gelegentlich in Produkten steht, die gar nicht süß schmecken sollen.

Die Einordnung

Neotam ist gut untersucht, in den verwendeten Mengen unbedenklich und für Menschen mit Phenylketonurie geeignet.

Es ist in dieser Datenbank vor allem deshalb verzeichnet, weil es in Zutatenlisten auftaucht und jemand wissen möchte, was E 961 bedeutet — nicht, weil man es kaufen könnte.

Neotam — welche Form ist die beste?

Welche Form auf der Packung steht, entscheidet oft mehr über die Wirkung als die Zahl davor.

Form Aufnahme Anmerkung
Neotam (E 961) hoch 7.000- bis 13.000-mal süßer als Zucker. Wird in Milligrammmengen eingesetzt und ist hitzestabiler als Aspartam.
Aspartam hoch Die Ausgangsverbindung, aus der Neotam durch Anhängen einer Seitenkette entsteht. In dieser Datenbank als eigener Eintrag.

Wer auf Neotam besonders achten sollte

  • Für Diabetiker geeignet
  • Für Menschen mit Phenylketonurie geeignet — anders als bei Aspartam
  • Kinder erreichen den ADI bei realistischem Konsum nicht

Häufige Fragen zu Neotam

01Wann sollte man Neotam einnehmen?

Als Zutat in Lebensmitteln. Zu oder direkt nach einer Mahlzeit. Neotam wird rasch zerlegt und ausgeschieden. Anders als Aspartam entsteht dabei kein freies Phenylalanin in nennenswerter Menge — der entscheidende Unterschied.

02Wie viel Neotam am Tag?

In Nahrungsergänzungsmitteln üblich sind ADI 2 mg je Kilogramm Körpergewicht am Tag.

03Wie viel Neotam ist zu viel?

Die empfohlene Höchstmenge für Nahrungsergänzungsmittel liegt bei 2 mg je kg Körpergewicht und Tag (ADI). EFSA-Bewertung von Neotam. Wegen der enormen Süßkraft werden im Lebensmittel Mengen im Milligrammbereich eingesetzt. Der ADI wird in der Praxis kaum ausgeschöpft.

04Für wen ist Neotam nicht geeignet?

Besondere Vorsicht gilt für: Für Diabetiker geeignet; Für Menschen mit Phenylketonurie geeignet — anders als bei Aspartam; Kinder erreichen den ADI bei realistischem Konsum nicht. Wer regelmäßig Medikamente nimmt, sollte die Einnahme ärztlich abklären.

05Welche Form von Neotam ist am besten?

Gut aufgenommen werden Neotam (E 961) und Aspartam. Zu Neotam (E 961): 7.000- bis 13.000-mal süßer als Zucker. Wird in Milligrammmengen eingesetzt und ist hitzestabiler als Aspartam.

06Womit darf für Neotam geworben werden?

Zugelassen sind nach der Unionsliste unter anderem: „Der Verzehr von Lebensmitteln, die anstelle von Zucker Süßungsmittel enthalten, trägt zur Erhaltung der Zahnmineralisierung bei“. Bedingung: Zucker muss so ersetzt sein, dass die Lebensmittel den Zahnbelag-pH nicht unter 5,7 senken. Insgesamt sind 2 Angaben zugelassen.

Belege

  1. 01 Neotame as a sweetener and flavour enhancer — scientific opinion · Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit
  2. 02 Verordnung (EU) Nr. 432/2012 — Unionsliste zulässiger Angaben · Europäische Kommission · 2012
  3. 03 Verordnung (EG) Nr. 1333/2008 über Lebensmittelzusatzstoffe · Europäische Union

Siehe auch

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