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VII · Darmflora

Akkermansia muciniphila

auch: Akkermansia · pasteurisierte Akkermansia · Schleimfresser

Das erste Darmbakterium der neuen Generation mit EU-Zulassung — und ausgerechnet als abgetötete Form.

Studienlage

Erste Studien am Menschen, uneinheitliche Ergebnisse

Unsere Empfehlung

Drei Präparate mit Akkermansia muciniphila, drei Maßstäbe

Wie wir bewerten
  1. I Wirkstoffsieger

    Platz frei

    Die beste Bewertung, unabhängig vom Preis. Sobald genug Präparate aufgenommen sind, steht hier eines.

  2. II Preis-Leistungs-Sieger

    Platz frei

    Das beste Verhältnis aus Bewertung und Tagespreis. Sobald genug Präparate aufgenommen sind, steht hier eines.

  3. III Preissieger

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Keine Angabe beantragt

Was über Akkermansia muciniphila gesagt werden darf

Für diesen Stoff ist keine gesundheitsbezogene Angabe in der Unionsliste eingetragen. Es darf nicht mit einer gesundheitlichen Wirkung geworben werden.

Für Akkermansia gibt es keine zugelassene gesundheitsbezogene Angabe. Die Novel-Food-Zulassung erlaubt allein das Inverkehrbringen, sie sagt nichts über eine Wirkung. Werbung mit Gewicht, Blutzucker, Darmbarriere oder Stoffwechsel ist unzulässig.

Grundlage: VO (EG) 1924/2006 · Unionsliste nach VO (EU) 432/2012 · Wie das Verfahren funktioniert

Das Bakterium, das von der Schleimschicht lebt

Die Darmwand ist von einer Schleimschicht überzogen, die Bakterien auf Abstand hält. Akkermansia muciniphila lebt genau darin und ernährt sich von diesem Schleim — der Artname bedeutet Schleimliebend.

Was zunächst nach Schaden klingt, ist offenbar das Gegenteil: Der Abbau regt die Becherzellen an, neuen Schleim zu bilden. Das Ergebnis ist eine dickere, festere Barriere.

Bei gesunden Menschen macht Akkermansia bis zu vier Prozent der Darmbakterien aus. Bei Übergewicht, Typ-2-Diabetes und entzündlichen Darmerkrankungen ist der Anteil niedriger — eine der stabilsten Beobachtungen der Mikrobiomforschung.

Die Überraschung mit der abgetöteten Form

Als eine belgische Arbeitsgruppe das Bakterium am Menschen prüfen wollte, brauchte sie eine haltbare Zubereitung. Akkermansia stirbt an Sauerstoff, und Pasteurisieren schien der einfachste Weg, überhaupt etwas Stabiles in eine Kapsel zu bekommen.

Im Tierversuch zeigte sich dann etwas Unerwartetes: Die abgetöteten Zellen wirkten stärker als die lebenden. Erklärt wird das mit einem Eiweiß der Zellhülle, Amuc_1100, das an einen Rezeptor der Darmwand bindet und durch das Erhitzen offenbar besser zugänglich wird.

Damit fällt Akkermansia aus der Definition eines Probiotikums heraus, die lebende Keime verlangt. Der Fachbegriff dafür lautet Postbiotikum.

Was am Menschen vorliegt

Die Machbarkeitsstudie aus Belgien umfasste zweiunddreißig übergewichtige Menschen mit Insulinresistenz über drei Monate. Verträglichkeit und Sicherheit waren gut; bei Insulinempfindlichkeit, Cholesterin und Leberwerten zeigten sich Verbesserungen.

Das war ausdrücklich eine Vorstudie, nicht als Wirksamkeitsnachweis angelegt — kleine Gruppe, kurze Zeit, explorative Auswertung. Größere Untersuchungen laufen.

Die Zulassung und was sie nicht bedeutet

2021 hat die EU die pasteurisierte Form als neuartiges Lebensmittel zugelassen. Das war ein Meilenstein, weil erstmals ein Darmbakterium der neuen Generation den Weg in den Handel fand.

Eine Novel-Food-Zulassung prüft aber allein die Unbedenklichkeit. Sie erlaubt den Verkauf und sagt über die Wirkung nichts. Eine gesundheitsbezogene Angabe existiert nicht, und mit Gewicht oder Blutzucker darf nicht geworben werden.

Der billigere Weg

Es gibt eine gut belegte Möglichkeit, den eigenen Akkermansia-Anteil zu erhöhen, und sie kostet nichts Besonderes: Polyphenole und Ballaststoffe.

Cranberry, Granatapfel, Traubenkerne, grüner Tee, Inulin und resistente Stärke haben in Studien den Anteil des Bakteriums im Stuhl deutlich gesteigert.

Ob eine Kapsel mit abgetöteten Zellen mehr leistet als ein Teller Hülsenfrüchte mit einer Handvoll Beeren, ist eine offene Frage — und derzeit eine teure.

Akkermansia muciniphila — welche Form ist die beste?

Welche Form auf der Packung steht, entscheidet oft mehr über die Wirkung als die Zahl davor.

Form Aufnahme Anmerkung
Pasteurisierte Akkermansia muciniphila hoch Die zugelassene Form. Durch Erhitzen abgetötet, was das Protein Amuc_1100 auf der Zellhülle offenbar wirksamer macht.
Lebende Akkermansia unklar In der EU nicht zugelassen. Das Bakterium ist strikt sauerstoffempfindlich und schwer zu kultivieren.
Polyphenolreiche Kost hoch Der indirekte Weg — Cranberry, Granatapfel, grüner Tee und Ballaststoffe erhöhen den Akkermansia-Anteil im Darm nachweislich.

Akkermansia muciniphila Wechselwirkungen

Antibiotika

hemmt

Für das Präparat unerheblich, weil die Zellen bereits abgetötet sind. Die körpereigene Akkermansia-Population leidet dagegen unter Antibiotika erheblich.

Wer auf Akkermansia muciniphila besonders achten sollte

  • Menschen mit Übergewicht und Insulinresistenz — die untersuchte Gruppe
  • Keine Daten für Schwangerschaft, Stillzeit und Kinder
  • Bei entzündlichen Darmerkrankungen ist die Rolle des Keims nicht abschließend geklärt

Mangel an Akkermansia muciniphila — Symptome und Anzeichen

  • Ein niedriger Anteil im Stuhl geht mit Übergewicht, Typ-2-Diabetes und entzündlichen Darmerkrankungen einher — als Zusammenhang, nicht als bewiesene Ursache

Diese Zeichen sind unspezifisch und können viele andere Ursachen haben. Sie ersetzen keine Diagnose.

Akkermansia muciniphila in Lebensmitteln — woher es über die Nahrung kommt

Polyphenolreiche Lebensmittel Cranberry, Granatapfel, Traubenkerne und grüner Tee fördern das Wachstum im Darm
Ballaststoffe besonders Inulin und resistente Stärke

Häufige Fragen zu Akkermansia muciniphila

01Wann sollte man Akkermansia muciniphila einnehmen?

Täglich. Zu oder direkt nach einer Mahlzeit. In der wichtigsten Humanstudie wurde über drei Monate gegeben. Da die Zellen abgetötet sind, entfallen die üblichen Vorsichtsmaßnahmen für lebende Kulturen.

02Wie viel Akkermansia muciniphila am Tag?

In Nahrungsergänzungsmitteln üblich sind 10 hoch 10 pasteurisierte Zellen am Tag, entsprechend der Zulassung.

03Wie viel Akkermansia muciniphila ist zu viel?

Die empfohlene Höchstmenge für Nahrungsergänzungsmittel liegt bei 3,4 x 10 hoch 10 Zellen am Tag. Durchführungsverordnung (EU) 2021/2080 über pasteurisierte Akkermansia muciniphila. Zugelassen ist ausschließlich die pasteurisierte, also abgetötete Form. Lebende Akkermansia ist in der EU nicht als Lebensmittel zugelassen — Produkte, die damit werben, sind nicht verkehrsfähig.

04Welche Wechselwirkungen hat Akkermansia muciniphila?

Zu beachten sind Antibiotika. Antibiotika: Für das Präparat unerheblich, weil die Zellen bereits abgetötet sind. Die körpereigene Akkermansia-Population leidet dagegen unter Antibiotika erheblich.

05Für wen ist Akkermansia muciniphila nicht geeignet?

Besondere Vorsicht gilt für: Menschen mit Übergewicht und Insulinresistenz — die untersuchte Gruppe; Keine Daten für Schwangerschaft, Stillzeit und Kinder; Bei entzündlichen Darmerkrankungen ist die Rolle des Keims nicht abschließend geklärt. Wer regelmäßig Medikamente nimmt, sollte die Einnahme ärztlich abklären.

06Woran erkennt man einen Akkermansia muciniphila-Mangel?

Mögliche Anzeichen sind Ein niedriger Anteil im Stuhl geht mit Übergewicht, Typ-2-Diabetes und entzündlichen Darmerkrankungen einher — als Zusammenhang, nicht als bewiesene Ursache. Keines davon ist für sich beweisend — Sicherheit gibt erst die Messung im Blut.

07In welchen Lebensmitteln steckt Akkermansia muciniphila?

Gute Quellen sind Polyphenolreiche Lebensmittel (Cranberry, Granatapfel, Traubenkerne und grüner Tee fördern das Wachstum im Darm) und Ballaststoffe (besonders Inulin und resistente Stärke).

08Welche Form von Akkermansia muciniphila ist am besten?

Gut aufgenommen werden Pasteurisierte Akkermansia muciniphila und Polyphenolreiche Kost. Zu Pasteurisierte Akkermansia muciniphila: Die zugelassene Form. Durch Erhitzen abgetötet, was das Protein Amuc_1100 auf der Zellhülle offenbar wirksamer macht.

09Womit darf für Akkermansia muciniphila geworben werden?

Nichts. Für Akkermansia gibt es keine zugelassene gesundheitsbezogene Angabe. Die Novel-Food-Zulassung erlaubt allein das Inverkehrbringen, sie sagt nichts über eine Wirkung. Werbung mit Gewicht, Blutzucker, Darmbarriere oder Stoffwechsel ist unzulässig.

Belege

  1. 01 Supplementation with Akkermansia muciniphila in overweight and obese human volunteers — a proof-of-concept exploratory study · Nature Medicine
  2. 02 Durchführungsverordnung (EU) 2021/2080 zur Zulassung von pasteurisierter Akkermansia muciniphila · Europäische Kommission · 2021
  3. 03 Akkermansia muciniphila and the intestinal mucus layer · Gut Microbes

Siehe auch

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