Zum Inhalt springen

VI · Pflanzenstoffe

Capsaicin

auch: Cayennepfeffer · Capsicum · Chili · Capsaicinoide · Capsici fructus

Der Schärfestoff, der Schmerzfasern erst reizt und dann stilllegt — mit Arzneimittelstatus und einer klaren Anwendungsregel.

Studienlage

Gut untersucht, überwiegend übereinstimmende Ergebnisse

Unsere Empfehlung

Drei Präparate mit Capsaicin, drei Maßstäbe

Wie wir bewerten
  1. I Wirkstoffsieger
    Pura Burn

    Purazell

    3.2 von 5 Punkten Die beste Bewertung, unabhängig vom Preis.

    Bei Purazell ansehen
  2. II Preis-Leistungs-Sieger

    Platz frei

    Das beste Verhältnis aus Bewertung und Tagespreis. Sobald genug Präparate aufgenommen sind, steht hier eines.

  3. III Preissieger

    Platz frei

    Der niedrigste Preis je Tagesdosis. Sobald genug Präparate aufgenommen sind, steht hier eines.

Anzeige · Provisionslinks — kaufst du darüber, erhalten wir eine Vergütung, für dich ohne Aufpreis.

Bewertung ausgesetzt

Was über Capsaicin gesagt werden darf

Die Angaben zu diesem Stoff sind bei der EU-Kommission „on hold“. Sie sind weder zugelassen noch abgelehnt — die Bewertung pflanzlicher Stoffe ruht seit 2010. Werbeaussagen dazu sind rechtlich angreifbar.

Für Capsaicin ist keine gesundheitsbezogene Angabe zugelassen; die Botanical-Bewertung ruht seit 2010. Aussagen zu Schmerzen wären krankheitsbezogen. Als Arzneimittel ist die äußere Anwendung bei Muskelverspannungen anerkannt; das hochdosierte Pflaster ist bei neuropathischen Schmerzen zugelassen.

Grundlage: VO (EG) 1924/2006 · Unionsliste nach VO (EU) 432/2012 · Wie das Verfahren funktioniert

Erst reizen, dann stilllegen

Capsaicin bindet an TRPV1 — den Rezeptor, mit dem Nervenfasern Hitze und Gewebeschädigung melden. Deshalb brennt Chili im Mund: Das Gehirn bekommt eine Hitzemeldung, obwohl nichts heiß ist.

Bei wiederholter Anwendung auf der Haut passiert etwas anderes. Die Schmerzfasern schütten ihren Botenstoff Substanz P aus, bis er verbraucht ist; die Faser wird vorübergehend funktionsunfähig. Fachlich heißt das Defunktionalisierung.

Daraus folgt die wichtigste Anwendungsregel: Die Wirkung kommt nicht sofort, sondern nach mehreren Tagen regelmäßiger Anwendung. Wer nach dem ersten Brennen aufgibt, erlebt nur den Preis, nicht den Nutzen.

Das Pflaster, das einmal geklebt wird

Am eindrucksvollsten ist die hochdosierte Variante: ein Pflaster mit acht Prozent Capsaicin, das unter ärztlicher Aufsicht für dreißig bis sechzig Minuten aufgeklebt wird — oft nach örtlicher Betäubung, weil die Anwendung schmerzhaft ist.

Danach kann die Wirkung über Wochen bis Monate anhalten. Ein Cochrane-Review sieht bei neuropathischen Schmerzen wie der postherpetischen Neuralgie und der diabetischen Neuropathie einen Nutzen.

Das ist ein Arzneimittel, kein Regalprodukt — aber es zeigt, was der Stoff kann.

Die Anwendungsfehler

Drei kommen regelmäßig vor und sind alle schmerzhaft.

Erstens: nach dem Auftragen die Augen reiben. Capsaicin ist fettlöslich und lässt sich mit Wasser schlecht abwaschen — Seife und Öl helfen besser als bloßes Spülen.

Zweitens: Wärme auf die behandelte Stelle. Wärmflasche, heiße Dusche oder Sauna verstärken das Brennen erheblich, weil derselbe Rezeptor auch auf Hitze reagiert.

Drittens: auf gereizte oder verletzte Haut auftragen. Dort ist die Reaktion um ein Vielfaches stärker.

Und die Chili im Essen?

Für die innere Anwendung als Schmerzmittel gibt es keine Grundlage. Diskutiert werden andere Effekte — ein leicht erhöhter Energieverbrauch, eine Wirkung auf die Magenschleimhaut —, beides ohne belastbare Belege.

Was gut belegt ist: Die Schärfetoleranz steigt mit der Gewohnheit, weil die Rezeptoren unempfindlicher werden. Es ist derselbe Mechanismus wie auf der Haut, nur im Mund.

Capsaicin — welche Form ist die beste?

Welche Form auf der Packung steht, entscheidet oft mehr über die Wirkung als die Zahl davor.

Form Aufnahme Anmerkung
Capsaicin-Creme (0,025–0,075 %) mittel Für die Selbstanwendung bei Muskelschmerzen. Die Wirkung baut sich über Tage auf — anfangs brennt es, danach lässt die Empfindlichkeit nach.
Capsaicin-Pflaster 8 % hoch Verschreibungspflichtig und ärztlich anzuwenden, bei neuropathischen Schmerzen. Eine einzige Anwendung kann über Wochen wirken.
Wärmepflaster mit Cayennenextrakt mittel Der Klassiker bei Rückenverspannungen. Die durchblutungsfördernde Wirkung steht hier im Vordergrund.
Cayennepfeffer als Gewürz hoch In der Küche unbedenklich. Für die innere Anwendung als Schmerzmittel gibt es keine Grundlage.

Capsaicin einnehmen — wann ist der beste Zeitpunkt?

Empfohlener Zeitpunkt: Äußerlich drei- bis viermal täglich. Unabhängig von einer Mahlzeit.

Regelmäßig anwenden — die Wirkung entsteht erst nach mehreren Tagen, wenn die Schmerzfasern ihren Botenstoff verbraucht haben. Wer nach dem ersten Brennen aufhört, erlebt nur den unangenehmen Teil.

Capsaicin Wechselwirkungen

Wärmeanwendungen

verstärkt

Wärmflasche, heiße Dusche oder Sauna auf behandelter Haut verstärken das Brennen erheblich. Mehrere Stunden Abstand halten.

Verletzte Haut und Schleimhäute

Vorsicht

Dort verursacht Capsaicin starke Schmerzen. Auch der Kontakt über die Hände zum Auge ist ein häufiger und schmerzhafter Anwendungsfehler.

ACE-Hemmern

verstärkt

Für die Kombination ist verstärkter Reizhusten beschrieben.

Wer auf Capsaicin besonders achten sollte

  • Menschen mit Muskelverspannungen und chronischen Rückenschmerzen
  • Menschen mit neuropathischen Schmerzen — hier ist das ärztlich angewendete Pflaster gemeint
  • Nicht für Kinder unter zwölf Jahren
  • Nicht auf empfindlicher oder geschädigter Haut

Capsaicin in Lebensmitteln — woher es über die Nahrung kommt

Chilischoten je nach Sorte 0,1–1 Prozent Capsaicinoide
Cayennepfeffer gemahlene scharfe Chilis, als Gewürz gebräuchlich
Paprika praktisch capsaicinfrei — die Schärfe wurde herausgezüchtet

Häufige Fragen zu Capsaicin

01Wann sollte man Capsaicin einnehmen?

Äußerlich drei- bis viermal täglich. Auf nüchternen Magen, mit Abstand zu den Mahlzeiten. Regelmäßig anwenden — die Wirkung entsteht erst nach mehreren Tagen, wenn die Schmerzfasern ihren Botenstoff verbraucht haben. Wer nach dem ersten Brennen aufhört, erlebt nur den unangenehmen Teil.

02Wie viel Capsaicin am Tag?

In Nahrungsergänzungsmitteln üblich sind Cremes mit 0,025–0,075 Prozent Capsaicin, drei- bis viermal täglich; das 8-Prozent-Pflaster wird ärztlich angewendet.

03Wie viel Capsaicin ist zu viel?

Die empfohlene Höchstmenge für Nahrungsergänzungsmittel liegt bei Nach Fachinformation des jeweiligen Präparats; Anwendungsdauer meist auf wenige Wochen begrenzt. HMPC-Monographie zu Capsici fructus. Nicht auf Schleimhäute, verletzte Haut oder ins Auge. Nach dem Auftragen Hände gründlich waschen — Capsaicin ist fettlöslich und lässt sich mit Wasser allein schlecht entfernen. Keine Wärmeanwendung auf behandelte Haut.

04Welche Wechselwirkungen hat Capsaicin?

Zu beachten sind Wärmeanwendungen; Verletzte Haut und Schleimhäute; ACE-Hemmern. Wärmeanwendungen: Wärmflasche, heiße Dusche oder Sauna auf behandelter Haut verstärken das Brennen erheblich. Mehrere Stunden Abstand halten. Verletzte Haut und Schleimhäute: Dort verursacht Capsaicin starke Schmerzen. Auch der Kontakt über die Hände zum Auge ist ein häufiger und schmerzhafter Anwendungsfehler. ACE-Hemmern: Für die Kombination ist verstärkter Reizhusten beschrieben.

05Für wen ist Capsaicin nicht geeignet?

Besondere Vorsicht gilt für: Menschen mit Muskelverspannungen und chronischen Rückenschmerzen; Menschen mit neuropathischen Schmerzen — hier ist das ärztlich angewendete Pflaster gemeint; Nicht für Kinder unter zwölf Jahren; Nicht auf empfindlicher oder geschädigter Haut. Wer regelmäßig Medikamente nimmt, sollte die Einnahme ärztlich abklären.

06In welchen Lebensmitteln steckt Capsaicin?

Gute Quellen sind Chilischoten (je nach Sorte 0,1–1 Prozent Capsaicinoide), Cayennepfeffer (gemahlene scharfe Chilis, als Gewürz gebräuchlich) und Paprika (praktisch capsaicinfrei — die Schärfe wurde herausgezüchtet).

07Welche Form von Capsaicin ist am besten?

Gut aufgenommen werden Capsaicin-Pflaster 8 % und Cayennepfeffer als Gewürz. Zu Capsaicin-Pflaster 8 %: Verschreibungspflichtig und ärztlich anzuwenden, bei neuropathischen Schmerzen. Eine einzige Anwendung kann über Wochen wirken.

08Womit darf für Capsaicin geworben werden?

Nichts. Für Capsaicin ist keine gesundheitsbezogene Angabe zugelassen; die Botanical-Bewertung ruht seit 2010. Aussagen zu Schmerzen wären krankheitsbezogen. Als Arzneimittel ist die äußere Anwendung bei Muskelverspannungen anerkannt; das hochdosierte Pflaster ist bei neuropathischen Schmerzen zugelassen.

Präparate mit Capsaicin

Anzeige · Provisionslinks
2.4 von 5

Cayennepfeffer-Tropfen zum Einnehmen — dabei liegt die belegte Capsaicin-Anwendung auf der Haut, nicht im Wasserglas.

Tagesdosis
3 × 1 Tropfen in einem Glas Wasser auflösen (nicht pur!)
Verbindung
alkoholischer Fruchtextrakt
Packung
20 ml Tropfflasche
Dosierung
Verbindung
Reinheit
Transparenz
Preis
vegan ohne Zusätze

Anzeige · Provisionslink, für dich ohne Aufpreis

Purazell

Pura Burn

3.2 von 5

Carnitin, ein wenig Grüntee, Ingwer und 1 mg Capsaicin — der Name verspricht Fettverbrennung, die Zutaten liefern sie nicht.

Tagesdosis
3 × 1 Kapsel zu den Mahlzeiten
Verbindung
Extrakte und Carnitin in HPMC-Kapseln
Packung
90 Kapseln
Kosten je Tag
0,60 €
Dosierung
Verbindung
Reinheit
Transparenz
Preis
vegan laborgeprüft ohne Zusätze

Anzeige · Provisionslink, für dich ohne Aufpreis

Belege

  1. 01 Community herbal monograph on Capsicum annuum L., fructus · HMPC, Europäische Arzneimittel-Agentur
  2. 02 Topical capsaicin for chronic neuropathic pain in adults · Cochrane Database of Systematic Reviews
  3. 03 S2k-Leitlinie Nicht-spezifischer Kreuzschmerz · Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin

Siehe auch

Andere Pflanzenstoffe

Alle Pflanzenstoffe ansehen

Wirkstoffbereiche

Die Datenbank weiterlesen

Zur ganzen Datenbank