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VI · Pflanzenstoffe

Teufelskralle

auch: Harpagophytum procumbens · Harpagosid · Trampelklette · Devil's Claw

Der bestuntersuchte Pflanzenstoff bei Gelenk- und Rückenschmerzen — mit einer Nachhaltigkeitsfrage, die selten gestellt wird.

Studienlage

Gut untersucht, überwiegend übereinstimmende Ergebnisse

Unsere Empfehlung

Drei Präparate mit Teufelskralle, drei Maßstäbe

Wie wir bewerten
  1. I Wirkstoffsieger

    Platz frei

    Die beste Bewertung, unabhängig vom Preis. Sobald genug Präparate aufgenommen sind, steht hier eines.

  2. II Preis-Leistungs-Sieger

    Platz frei

    Das beste Verhältnis aus Bewertung und Tagespreis. Sobald genug Präparate aufgenommen sind, steht hier eines.

  3. III Preissieger

    Platz frei

    Der niedrigste Preis je Tagesdosis. Sobald genug Präparate aufgenommen sind, steht hier eines.

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Bewertung ausgesetzt

Was über Teufelskralle gesagt werden darf

Die Angaben zu diesem Stoff sind bei der EU-Kommission „on hold“. Sie sind weder zugelassen noch abgelehnt — die Bewertung pflanzlicher Stoffe ruht seit 2010. Werbeaussagen dazu sind rechtlich angreifbar.

Für Teufelskralle ist keine gesundheitsbezogene Angabe zugelassen; die Botanical-Bewertung ruht seit 2010. Aussagen zu Gelenkschmerzen oder Arthrose wären krankheitsbezogen. Als Arzneimittel ist die Anwendung bei leichten Gelenkbeschwerden anerkannt — mit dem Status der gut belegten medizinischen Verwendung.

Grundlage: VO (EG) 1924/2006 · Unionsliste nach VO (EU) 432/2012 · Wie das Verfahren funktioniert

Teufelskralle Wirkung — die beste Datenlage im Gelenkbereich

Unter den pflanzlichen Mitteln bei Gelenk- und Rückenschmerzen steht die Teufelskralle vorn. Ein Cochrane-Review zu Kreuzschmerzen fand für standardisierte Extrakte mit 50 bis 100 mg Harpagosid eine bessere Schmerzlinderung als Placebo, in einer Studie auf dem Niveau eines verschreibungspflichtigen Entzündungshemmers.

Für Arthrose der Knie und Hüften liegen weitere Untersuchungen mit günstigen Ergebnissen vor. Der HMPC hat die Anwendung bei leichten Gelenkbeschwerden als gut belegte medizinische Verwendung eingestuft — eine Stufe, die unter den Botanicals selten erreicht wird.

Damit steht die Teufelskralle deutlich besser da als Glucosamin und Chondroitin, für die alle Claims abgelehnt wurden.

Teufelskralle Dosierung — die Dosisfrage entscheidet

Wirksam untersucht sind 50 bis 100 mg Harpagosid am Tag. Das entspricht mehreren Gramm Wurzelextrakt — eine Menge, die Nahrungsergänzungsmittel mit Wurzelpulver selten erreichen.

Auf der Packung muss deshalb der Harpagosidgehalt stehen. Fehlt er, lässt sich das Produkt nicht einordnen, und die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass es unterdosiert ist.

Teufelskralle Nebenwirkungen — warum sie nicht in jeden Magen gehört

Teufelskralle ist eine ausgeprägte Bitterdroge — traditionell wird sie auch als Appetitanreger verwendet. Bitterstoffe regen die Magensäurebildung an.

Bei Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwüren ist das ein Ausschlussgrund, bei Refluxbeschwerden ein Grund zur Vorsicht. Es ist die häufigste Ursache dafür, dass Anwender die Behandlung abbrechen.

Teufelskralle einnehmen — der Punkt, der selten erwähnt wird

Harpagophytum wächst in der Kalahari, überwiegend in Namibia und Botswana, und wird fast ausschließlich wild gesammelt. Die Nachfrage aus Europa hat zu Übernutzung geführt; die Art steht unter Beobachtung des internationalen Artenschutzes.

Es gibt Programme für nachhaltige Wildsammlung, an denen lokale Gemeinschaften beteiligt sind. Wer ein Präparat wählt, kann darauf achten — bei einem Stoff, der über Monate eingenommen wird, ist die Frage nicht nebensächlich.

Teufelskralle — welche Form ist die beste?

Welche Form auf der Packung steht, entscheidet oft mehr über die Wirkung als die Zahl davor.

Form Aufnahme Anmerkung
Standardisierter Trockenextrakt hoch Auf Harpagosid standardisiert — die einzige Angabe, die Produkte vergleichbar macht. Wirksam untersucht sind 50 bis 100 mg Harpagosid täglich.
Wurzelpulver in Kapseln niedrig Nicht aufkonzentriert. Für die untersuchte Harpagosidmenge wären mehrere Gramm nötig — die meisten Nahrungsergänzungsmittel liegen weit darunter.
Teufelskrallentee mittel Sehr bitter. Als Bittermittel bei Appetitlosigkeit traditionell verwendet, für die Gelenkanwendung zu schwach dosiert.

Teufelskralle Wechselwirkungen

Gerinnungshemmer

verstärkt

Fallberichte über erhöhte INR-Werte unter Cumarintherapie liegen vor. Bei Dauereinnahme die Gerinnungswerte kontrollieren.

Magensäurehemmer

hemmt

Die bitterstoffbedingte Anregung der Säurebildung arbeitet gegen die Therapie und kann Beschwerden verstärken.

Herzglykoside und Antiarrhythmika

Vorsicht

Ein Einfluss auf den Herzrhythmus wird diskutiert. Bei entsprechender Medikation ärztlich abklären.

Wer auf Teufelskralle besonders achten sollte

  • Menschen mit Arthrose oder chronischen Rückenschmerzen, nach ärztlicher Einordnung
  • Nicht geeignet bei Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren
  • Nicht geeignet in Schwangerschaft und Stillzeit

Häufige Fragen zu Teufelskralle

01Wann sollte man Teufelskralle einnehmen?

Zu den Mahlzeiten, auf zwei bis drei Gaben verteilt. Die Wirkung setzt langsam ein — in Studien wurde nach vier bis acht Wochen ausgewertet. Als Akutschmerzmittel ist Teufelskralle ungeeignet.

02Wie viel Teufelskralle am Tag?

In Nahrungsergänzungsmitteln üblich sind 50–100 mg Harpagosid am Tag, entsprechend 2.400–4.500 mg Trockenextrakt.

03Wie viel Teufelskralle ist zu viel?

Die empfohlene Höchstmenge für Nahrungsergänzungsmittel liegt bei Nach Fachinformation des jeweiligen Präparats. HMPC-Monographie zu Harpagophyti radix. Die Bitterstoffe regen die Magensäurebildung an. Bei Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren ist die Anwendung nicht angezeigt, bei Gallensteinen nur nach ärztlicher Rücksprache.

04Welche Wechselwirkungen hat Teufelskralle?

Zu beachten sind Gerinnungshemmer; Magensäurehemmer; Herzglykoside und Antiarrhythmika. Gerinnungshemmer: Fallberichte über erhöhte INR-Werte unter Cumarintherapie liegen vor. Bei Dauereinnahme die Gerinnungswerte kontrollieren. Magensäurehemmer: Die bitterstoffbedingte Anregung der Säurebildung arbeitet gegen die Therapie und kann Beschwerden verstärken. Herzglykoside und Antiarrhythmika: Ein Einfluss auf den Herzrhythmus wird diskutiert. Bei entsprechender Medikation ärztlich abklären.

05Für wen ist Teufelskralle nicht geeignet?

Besondere Vorsicht gilt für: Menschen mit Arthrose oder chronischen Rückenschmerzen, nach ärztlicher Einordnung; Nicht geeignet bei Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren; Nicht geeignet in Schwangerschaft und Stillzeit. Wer regelmäßig Medikamente nimmt, sollte die Einnahme ärztlich abklären.

06Welche Form von Teufelskralle ist am besten?

Gut aufgenommen wird Standardisierter Trockenextrakt. Schlechter verfügbar ist Wurzelpulver in Kapseln. Zu Standardisierter Trockenextrakt: Auf Harpagosid standardisiert — die einzige Angabe, die Produkte vergleichbar macht. Wirksam untersucht sind 50 bis 100 mg Harpagosid täglich.

07Womit darf für Teufelskralle geworben werden?

Nichts. Für Teufelskralle ist keine gesundheitsbezogene Angabe zugelassen; die Botanical-Bewertung ruht seit 2010. Aussagen zu Gelenkschmerzen oder Arthrose wären krankheitsbezogen. Als Arzneimittel ist die Anwendung bei leichten Gelenkbeschwerden anerkannt — mit dem Status der gut belegten medizinischen Verwendung.

Belege

  1. 01 Community herbal monograph on Harpagophytum procumbens DC, radix · HMPC, Europäische Arzneimittel-Agentur
  2. 02 Herbal medicine for low back pain · Cochrane Database of Systematic Reviews
  3. 03 Harpagophytum procumbens for osteoarthritis and low back pain — systematic review · BMC Complementary and Alternative Medicine

Siehe auch

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