VI · Pflanzenstoffe
Teufelskralle
auch: Harpagophytum procumbens · Harpagosid · Trampelklette · Devil's Claw
Traditionell angewendeter Pflanzenstoff bei Gelenk- und Rückenschmerzen — die Studienlage ist begrenzt, bei Magengeschwüren ist er tabu.
Studienlage
Was über Teufelskralle gesagt werden darf
Die Angaben zu diesem Stoff sind weder zugelassen noch abgelehnt — das Verfahren ist nicht abgeschlossen. Werbeaussagen dazu sind rechtlich angreifbar.
Die EMA-Monographie führt sie als traditionelles pflanzliches Arzneimittel, das ausschließlich auf langjähriger Anwendung beruht; eine Einstufung als Well-established use gibt es nicht.
Grundlage: VO (EG) 1924/2006 · Unionsliste nach VO (EU) 432/2012 · Wie das Verfahren funktioniert
Teufelskralle Wirkung — traditionelle Anwendung, begrenzte Studienlage
Die EMA-Monographie führt Teufelskralle als traditionelles pflanzliches Arzneimittel, das ausschließlich auf langjähriger Anwendung beruht. Eine Einstufung als „Well-established use“ gibt es nicht.
Ein Cochrane-Review zu Kreuzschmerzen fand für Extrakte, die auf 50 mg oder 100 mg Harpagosid standardisiert waren, eine bessere Wirkung als Placebo. In einer Studie lag das Ergebnis rechnerisch im Bereich von 12,5 mg Rofecoxib am Tag; Rofecoxib (Vioxx) ist inzwischen vom Markt genommen. Die BMC-Übersicht von 2004 spricht für ethanolische Extrakte nur von begrenzter Evidenz („limited evidence“).
Teufelskralle Dosierung — Harpagosid auf der Packung
In Studien untersucht wurden 50 bis 100 mg Harpagosid am Tag, das entspricht 4.500 bis 9.000 mg Rohdroge. Das ist keine Verzehrempfehlung.
Auf der Packung sollte deshalb der Harpagosidgehalt stehen. Fehlt er, lässt sich das Produkt nicht mit den Studien vergleichen.
Teufelskralle Nebenwirkungen — warum sie nicht in jeden Magen gehört
Teufelskralle wird auch als Bittermittel bei vorübergehendem Appetitverlust angewendet. Die Drugs.com-Monographie nennt eine gesteigerte Magensaftsekretion.
Bei aktivem Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwür ist die Anwendung ausgeschlossen. Als Nebenwirkungen nennt die EMA-Monographie Magen-Darm-Beschwerden, Kopfschmerzen, Schwindel und Überempfindlichkeit; die Häufigkeit ist nicht bekannt.
Teufelskralle — welche Form ist die beste?
Welche Form auf der Packung steht, entscheidet oft mehr über die Wirkung als die Zahl davor.
| Form | Aufnahme | Anmerkung |
|---|---|---|
| Standardisierter Trockenextrakt | unklar | Auf Harpagosid standardisiert — die einzige Angabe, die Produkte vergleichbar macht. In Studien untersucht wurden 50 bis 100 mg Harpagosid täglich. |
| Wurzelpulver in Kapseln | unklar | Nicht aufkonzentriert. In einer Studie wurden 4.500 mg Pulver mit 57 mg Harpagosid eingesetzt, also mehrere Gramm. |
| Teufelskrallentee | unklar | Die EMA-Monographie nennt als Teezubereitung 4,5 g in 500 ml kochendem Wasser. Als Bittermittel ist die Anwendung bei vorübergehendem Appetitverlust angegeben. |
Teufelskralle einnehmen — wann ist der beste Zeitpunkt?
Empfohlener Zeitpunkt: Nach den Angaben des jeweiligen Präparats.
Die Anwendung wurde nur kurzzeitig untersucht. Halten die Beschwerden länger als 4 Wochen an, empfiehlt die EMA-Monographie ärztlichen Rat.
Teufelskralle Wechselwirkungen
Gerinnungshemmer
verstärktEin einzelner, schlecht dokumentierter Fallbericht beschreibt eine Wechselwirkung mit Warfarin (Purpura). Die EMA-Monographie nennt keine berichteten Wechselwirkungen.
Herzglykoside und Antiarrhythmika
VorsichtLaut Drugs.com-Monographie nicht zusammen mit antiarrhythmischen, chronotropen oder inotropen Arzneimitteln anwenden. Bei entsprechender Medikation ärztlich abklären.
Wer auf Teufelskralle besonders achten sollte
- Menschen mit Arthrose oder chronischen Rückenschmerzen, nach ärztlicher Einordnung
- Nicht geeignet bei Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren
- In Schwangerschaft und Stillzeit nicht empfohlen (zu wenig Daten)
Häufige Fragen zu Teufelskralle
01Wann sollte man Teufelskralle einnehmen?
Nach den Angaben des jeweiligen Präparats. Die Anwendung wurde nur kurzzeitig untersucht. Halten die Beschwerden länger als 4 Wochen an, empfiehlt die EMA-Monographie ärztlichen Rat.
02Wie viel Teufelskralle am Tag?
In Studien untersucht - 50–100 mg Harpagosid am Tag (keine Verzehrempfehlung).
03Wie viel Teufelskralle ist zu viel?
Kein einheitlicher Wert - die Tagesdosen der Extrakte sind in der EMA-Monographie verschieden angegeben. European Union herbal monograph on Harpagophytum procumbens DC. and/or Harpagophytum zeyheri Decne., radix. Laut EMA-Monographie nicht bei aktivem Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwür anwenden; bei Gallensteinen nur nach ärztlicher Rücksprache. Die Drugs.com-Monographie nennt eine gesteigerte Magensaftsekretion.
04Welche Wechselwirkungen hat Teufelskralle?
Zu beachten sind Gerinnungshemmer; Herzglykoside und Antiarrhythmika. Gerinnungshemmer: Ein einzelner, schlecht dokumentierter Fallbericht beschreibt eine Wechselwirkung mit Warfarin (Purpura). Die EMA-Monographie nennt keine berichteten Wechselwirkungen. Herzglykoside und Antiarrhythmika: Laut Drugs.com-Monographie nicht zusammen mit antiarrhythmischen, chronotropen oder inotropen Arzneimitteln anwenden. Bei entsprechender Medikation ärztlich abklären.
05Für wen ist Teufelskralle nicht geeignet?
Besondere Vorsicht gilt für: Menschen mit Arthrose oder chronischen Rückenschmerzen, nach ärztlicher Einordnung; Nicht geeignet bei Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren; In Schwangerschaft und Stillzeit nicht empfohlen (zu wenig Daten). Wer regelmäßig Medikamente nimmt, sollte die Einnahme ärztlich abklären.
06Womit darf für Teufelskralle geworben werden?
Nichts. Die EMA-Monographie führt sie als traditionelles pflanzliches Arzneimittel, das ausschließlich auf langjähriger Anwendung beruht; eine Einstufung als Well-established use gibt es nicht.
Belege
- 01 European Union herbal monograph on Harpagophytum procumbens DC. and/or Harpagophytum zeyheri Decne., radix · HMPC, Europäische Arzneimittel-Agentur
- 02 Herbal medicine for low back pain · Cochrane Database of Systematic Reviews
- 03 Harpgophytum procumbens for osteoarthritis and low back pain: A systematic review · BMC Complementary and Alternative Medicine · 2004
- 04 Devil's Claw (Natural Products, Pro) · Wolters Kluwer (Drugs.com)
Siehe auch
Andere Pflanzenstoffe
Wirkstoffbereiche
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Vitamine
Organische Verbindungen, die der Körper nicht oder nicht ausreichend selbst herstellt.
Mineralstoffe
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Spurenelemente
Mineralstoffe, von denen der Körper täglich weniger als 50 mg benötigt.
Fettsäuren
Bausteine der Nahrungsfette, darunter die essenziellen Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren.
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