Safran Wirkung — eine überraschende Studienlage
Safran ist in erster Linie ein Gewürz — und hat zugleich eine der besseren Studienlagen unter den
pflanzlichen Mitteln bei gedrückter Stimmung.
Mehrere randomisierte Studien verglichen 30 mg standardisierten Safranextrakt mit Placebo und
teilweise direkt mit Antidepressiva wie Fluoxetin. Sie fanden über sechs bis acht Wochen eine
Besserung depressiver Symptome, in den Vergleichsstudien auf ähnlichem Niveau wie die
Standardtherapie.
Metaanalysen bestätigen diesen Befund — mit einer wichtigen Einschränkung: Nahezu alle Studien
stammen aus dem Iran, dem größten Safranproduzenten der Welt. Unabhängige Bestätigungen aus
anderen Regionen fehlen weitgehend.
Safran Dosierung — was das praktisch bedeutet
Für einen Pflanzenstoff ist das eine bemerkenswerte Position, vergleichbar mit Johanniskraut. Der
entscheidende Unterschied: Johanniskraut ist als Arzneimittel zugelassen und hat eine lange Liste
von Wechselwirkungen; Safran hat weder das eine noch das andere.
Beworben werden darf davon nichts. Und der wichtigste Satz gilt hier wie beim Johanniskraut: Eine
anhaltend gedrückte Stimmung gehört fachlich beurteilt. Depression ist eine behandelbare
Erkrankung, und die Selbstbehandlung mit einem Gewürzextrakt ersetzt keine Diagnose.
Warum Safran so teuer ist
Für ein Kilogramm Safran werden die Narben von rund 150.000 bis 200.000 Krokusblüten gebraucht,
alle von Hand geerntet, an wenigen Tagen im Herbst, in den frühen Morgenstunden.
Daraus folgt der Preis — und daraus folgt die Verfälschung. Safranpulver ist eine der am
häufigsten gestreckten Gewürzware überhaupt: mit Kurkuma, Färberdistel, gefärbten Maisnarben oder
schlicht mit Zuckersirup beschwert.
Wer Safranfäden kauft, hat es leichter: Echte Fäden färben Wasser erst nach Minuten goldgelb, nicht
sofort rot, und behalten ihre Farbe. Wer Extrakte kauft, sollte auf die Standardisierung auf
Crocin und Safranal achten.
Safran Nebenwirkungen — die Gewürzmenge ist unbedenklich
Für ein Safranrisotto braucht es eine Prise — weit unter jeder kritischen Menge. Die
Vergiftungsschwelle liegt bei mehreren Gramm, was bei diesem Preis ohnehin niemand versehentlich
erreicht.
Die Einschränkung betrifft die arzneiliche Anwendung in der Schwangerschaft: Safran wirkt in
höherer Dosierung zusammenziehend auf die Gebärmutter und wurde traditionell dafür verwendet.