Schwarzkümmel, Kreuzkümmel, Kümmel — drei Pflanzen, ein Name
Schwarzkümmel ist weder mit Kümmel noch mit Kreuzkümmel verwandt. Nigella sativa gehört zu den
Hahnenfußgewächsen, Kümmel und Kreuzkümmel zu den Doldenblütlern. Die Verwechslung ist im Handel
verbreitet und im Regal leicht zu machen — Schwarzkümmelöl schmeckt kräftig würzig, nicht nach
Kümmel.
Schwarzkümmelöl Wirkung — was tatsächlich untersucht ist
Für einen Pflanzenstoff ohne zugelassene Angabe gibt es erstaunlich viele Studien. Metaanalysen
finden bei täglicher Einnahme über acht bis zwölf Wochen Senkungen des systolischen Blutdrucks
um wenige mmHg, kleine Verbesserungen von LDL-Cholesterin und Triglyzeriden sowie leicht
gesenkte Nüchternblutzuckerwerte.
Die Größenordnung ist bescheiden und vergleichbar mit dem, was eine deutliche
Ernährungsumstellung leistet. Die Studien stammen überwiegend aus dem Nahen Osten und Südasien,
sind meist klein und methodisch unterschiedlich.
Für Asthma und allergische Rhinitis liegen einzelne Arbeiten mit günstigen Hinweisen vor —
Beschwerdebilder, die krankheitsbezogen und damit für Lebensmittelwerbung ohnehin gesperrt sind.
Thymochinon — der Wirkstoff, der selten auf der Packung steht
Als wichtigster Bestandteil gilt Thymochinon aus dem ätherischen Ölanteil. Sein Gehalt schwankt
je nach Herkunft, Erntezeitpunkt und Pressverfahren zwischen weniger als einem halben und über
zwei Prozent — ein Unterschied um das Fünffache.
Auf den meisten Flaschen steht dazu nichts. Wer vergleichen will, findet in der Angabe des
Thymochinongehalts das einzige aussagekräftige Merkmal; ansonsten bleibt kaltgepresst, dunkle
Flasche, frisches Abfülldatum.
Schwarzkümmelöl richtig lagern — warum es zählt
Schwarzkümmelöl besteht zu über der Hälfte aus Linolsäure — mehrfach ungesättigt und damit
oxidationsempfindlich. Ranziges Öl schmeckt kratzig und liefert statt der erhofften Wirkstoffe
Abbauprodukte.
Nach dem Öffnen gehört die Flasche in den Kühlschrank und sollte binnen weniger Monate geleert
werden. Große Vorratsflaschen sind bei diesem Öl die schlechtere Wahl.
Schwarzkümmelöl Nebenwirkungen — Magen, Schwangerschaft, Medikamente
Ein Übersichtsartikel zu klinischen Studien (Review on Clinical Trials of Black Seed (Nigella sativa) and Its Active Constituent, Thymoquinone, Journal of Pharmacopuncture 2017) berichtet im Kapitel zur Sicherheit: Bis zu 5 ml Öl am Tag über acht Wochen führten bei Gesunden zu keinen nennenswerten Nebenwirkungen an Leber, Nieren oder Magen-Darm-Trakt.
Auf nüchternen Magen kommen häufig Aufstoßen und Übelkeit vor; deshalb zu den Mahlzeiten einnehmen. In der Schwangerschaft ist von größeren Mengen abzuraten — in Tierversuchen wirkte Nigella sativa zusammenziehend auf die Gebärmutter.
Wechselwirkungen: Thymochinon hemmt in Laborversuchen die Blutplättchenverklumpung; unter Gerinnungshemmern ist Vorsicht geboten, vor Operationen wird abgesetzt. Blutdruck- und blutzuckersenkende Medikamente können in ihrer Wirkung verstärkt werden. Auch eine Beeinflussung von Abbauenzymen der Leber (CYP3A4) ist beschrieben; bei Dauermedikation gehört das ärztlich abgeklärt.