Zum Inhalt springen

VI · Pflanzenstoffe

Steinklee

auch: Melilotus officinalis · Honigklee · Meliloti herba · Cumarin · Dicumarol

Die Pflanze, aus der die Gerinnungshemmung entdeckt wurde — heute bei Venen- und Lymphbeschwerden im Einsatz.

Studienlage

Erste Studien am Menschen, uneinheitliche Ergebnisse

Unsere Empfehlung

Drei Präparate mit Steinklee, drei Maßstäbe

Wie wir bewerten
  1. I Wirkstoffsieger
    Venenwunder

    Purazell

    3.0 von 5 Punkten Die beste Bewertung, unabhängig vom Preis.

    Bei Purazell ansehen
  2. II Preis-Leistungs-Sieger

    Platz frei

    Das beste Verhältnis aus Bewertung und Tagespreis. Sobald genug Präparate aufgenommen sind, steht hier eines.

  3. III Preissieger

    Platz frei

    Der niedrigste Preis je Tagesdosis. Sobald genug Präparate aufgenommen sind, steht hier eines.

Anzeige · Provisionslinks — kaufst du darüber, erhalten wir eine Vergütung, für dich ohne Aufpreis.

Bewertung ausgesetzt

Was über Steinklee gesagt werden darf

Die Angaben zu diesem Stoff sind bei der EU-Kommission „on hold“. Sie sind weder zugelassen noch abgelehnt — die Bewertung pflanzlicher Stoffe ruht seit 2010. Werbeaussagen dazu sind rechtlich angreifbar.

Für Steinklee ist keine gesundheitsbezogene Angabe zugelassen; die Botanical-Bewertung ruht seit 2010. Aussagen zu Venen, Lymphödem oder Hämorrhoiden wären krankheitsbezogen. Als traditionelles Arzneimittel sind die Anwendung bei Beschwerden durch Venenschwäche und ergänzend bei Lymphstau anerkannt.

Grundlage: VO (EG) 1924/2006 · Unionsliste nach VO (EU) 432/2012 · Wie das Verfahren funktioniert

Die Kuh, die nicht aufhörte zu bluten

Die Geschichte des Steinklees ist zugleich die Entdeckungsgeschichte der Gerinnungshemmung.

In den 1920er Jahren starben in Nordamerika Rinder an inneren Blutungen, nachdem sie verdorbene Steinkleesilage gefressen hatten. Die Ursache klärte sich erst Jahre später: Beim Verschimmeln wird das harmlose Cumarin des Steinklees zu Dicumarol umgebaut — einem Stoff, der die Vitamin-K-abhängige Gerinnung blockiert.

Aus dieser Beobachtung entstand zunächst ein Rattengift und daraus das Warfarin, bis heute einer der weltweit meistverwendeten Gerinnungshemmer. Die Süßkleekrankheit der Rinder steht damit am Anfang einer der wichtigsten Arzneimittelentwicklungen des 20. Jahrhunderts.

Was das für die Anwendung heißt

Frischer, einwandfreier Steinklee enthält Cumarin, nicht Dicumarol — er wirkt nicht gerinnungshemmend im Sinne eines Medikaments. Die traditionelle Anwendung bei Venenschwäche und Lymphstau beruht auf einer Verbesserung des venösen und lymphatischen Rückflusses.

Zwei Punkte bleiben dennoch: Cumarin kann bei empfindlichen Menschen Kopfschmerzen und erhöhte Leberwerte verursachen — dasselbe Thema wie beim Cassia-Zimt. Und verdorbene Ware ist gefährlich, weshalb nur geprüfte Arzneiqualität infrage kommt.

Lymphödem — die Grenze der Selbstbehandlung

Steinklee wird auch bei Lymphstau eingesetzt, ergänzend zur Kompression und zur manuellen Lymphdrainage.

Diese beiden sind die Basistherapie; ein Pflanzenextrakt ersetzt sie nicht. Und ein neu aufgetretenes Lymphödem gehört abgeklärt — dahinter können Entzündungen, Operationen oder Tumorerkrankungen stehen.

Der Waldmeisterduft

Das typische Aroma von Steinklee, Waldmeister und frisch gemähtem Heu stammt vom Cumarin. Es entsteht beim Welken, wenn der Zellsaft mit Enzymen in Kontakt kommt.

Auch beim Waldmeister ist der Cumaringehalt der Grund für Mengenbegrenzungen in Lebensmitteln — in großen Mengen verursacht er Kopfschmerzen und Benommenheit. Die Maibowle hat ihre Obergrenze also aus demselben Grund wie die Zimtsterne.

Steinklee — welche Form ist die beste?

Welche Form auf der Packung steht, entscheidet oft mehr über die Wirkung als die Zahl davor.

Form Aufnahme Anmerkung
Steinkleekraut-Extrakt hoch Auf den Cumaringehalt eingestellt. In Venen- und Lymphpräparaten, teils in Kombination mit Rosskastanie.
Steinkleekraut als Tee mittel Traditionelle Zubereitung mit dem typischen Waldmeisteraroma — es stammt vom Cumarin.
Umschläge und Salben niedrig Traditionell äußerlich bei Prellungen und Schwellungen angewendet.

Steinklee einnehmen — wann ist der beste Zeitpunkt?

Empfohlener Zeitpunkt: Ein- bis zweimal täglich. Am besten zusammen mit einer Mahlzeit.

Bei Kopfschmerzen oder Benommenheit absetzen — beides sind typische Zeichen einer zu hohen Cumarinzufuhr. Nur einwandfreie Ware verwenden, niemals selbst getrocknetes Kraut mit Schimmelspuren.

Steinklee Wechselwirkungen

Gerinnungshemmer

verstärkt

Das Cumarin des Steinklees ist nicht mit den Cumarin-Arzneistoffen identisch, kann deren Wirkung aber verstärken. Unter Marcumar ärztlich abklären.

Lebererkrankungen

Vorsicht

Cumarin kann bei empfindlichen Menschen die Leberwerte erhöhen. Bei bestehender Lebererkrankung meiden.

Zimt und anderen cumarinhaltigen Lebensmitteln

verstärkt

Die Cumarinzufuhr addiert sich. Wer täglich Cassia-Zimt und Steinkleepräparate nimmt, sollte das bedenken.

Wer auf Steinklee besonders achten sollte

  • Menschen mit Venenschwäche und Lymphstau, ergänzend zur Kompressionstherapie
  • Nicht geeignet bei Lebererkrankungen
  • Nicht geeignet unter Gerinnungshemmung ohne Rücksprache
  • Nicht in Schwangerschaft und Stillzeit

Steinklee in Lebensmitteln — woher es über die Nahrung kommt

Steinkleekraut 0,4–1 Prozent Cumarin — Ursprung des Waldmeisteraromas

Häufige Fragen zu Steinklee

01Wann sollte man Steinklee einnehmen?

Ein- bis zweimal täglich. Zu oder direkt nach einer Mahlzeit. Bei Kopfschmerzen oder Benommenheit absetzen — beides sind typische Zeichen einer zu hohen Cumarinzufuhr. Nur einwandfreie Ware verwenden, niemals selbst getrocknetes Kraut mit Schimmelspuren.

02Wie viel Steinklee am Tag?

In Nahrungsergänzungsmitteln üblich sind 3–30 mg Cumarin am Tag, entsprechend den Angaben des Präparats.

03Wie viel Steinklee ist zu viel?

Die empfohlene Höchstmenge für Nahrungsergänzungsmittel liegt bei Anwendungsdauer begrenzen; auf Leberwerte achten. HMPC-Monographie zu Meliloti herba. Der Cumaringehalt kann bei empfindlichen Menschen Kopfschmerzen und erhöhte Leberwerte verursachen. Verdorbener oder verschimmelter Steinklee ist gefährlich — dabei entsteht Dicumarol, ein stark gerinnungshemmender Stoff.

04Welche Wechselwirkungen hat Steinklee?

Zu beachten sind Gerinnungshemmer; Lebererkrankungen; Zimt und anderen cumarinhaltigen Lebensmitteln. Gerinnungshemmer: Das Cumarin des Steinklees ist nicht mit den Cumarin-Arzneistoffen identisch, kann deren Wirkung aber verstärken. Unter Marcumar ärztlich abklären. Lebererkrankungen: Cumarin kann bei empfindlichen Menschen die Leberwerte erhöhen. Bei bestehender Lebererkrankung meiden. Zimt und anderen cumarinhaltigen Lebensmitteln: Die Cumarinzufuhr addiert sich. Wer täglich Cassia-Zimt und Steinkleepräparate nimmt, sollte das bedenken.

05Für wen ist Steinklee nicht geeignet?

Besondere Vorsicht gilt für: Menschen mit Venenschwäche und Lymphstau, ergänzend zur Kompressionstherapie; Nicht geeignet bei Lebererkrankungen; Nicht geeignet unter Gerinnungshemmung ohne Rücksprache; Nicht in Schwangerschaft und Stillzeit. Wer regelmäßig Medikamente nimmt, sollte die Einnahme ärztlich abklären.

06In welchen Lebensmitteln steckt Steinklee?

Gute Quellen sind Steinkleekraut (0,4–1 Prozent Cumarin — Ursprung des Waldmeisteraromas).

07Welche Form von Steinklee ist am besten?

Gut aufgenommen wird Steinkleekraut-Extrakt. Schlechter verfügbar ist Umschläge und Salben. Zu Steinkleekraut-Extrakt: Auf den Cumaringehalt eingestellt. In Venen- und Lymphpräparaten, teils in Kombination mit Rosskastanie.

08Womit darf für Steinklee geworben werden?

Nichts. Für Steinklee ist keine gesundheitsbezogene Angabe zugelassen; die Botanical-Bewertung ruht seit 2010. Aussagen zu Venen, Lymphödem oder Hämorrhoiden wären krankheitsbezogen. Als traditionelles Arzneimittel sind die Anwendung bei Beschwerden durch Venenschwäche und ergänzend bei Lymphstau anerkannt.

Präparate mit Steinklee

Anzeige · Provisionslinks

Purazell

Venenwunder

3.0 von 5

Rosskastanie, rotes Weinlaub, Pinienrinde und Steinklee — bewährte Venenpflanzen, aber ohne Aescin- und Cumarinangabe.

Tagesdosis
2 Kapseln
Verbindung
Extrakte in HPMC-Kapseln
Packung
60 Kapseln
Kosten je Tag
0,86 €
Dosierung
Verbindung
Reinheit
Transparenz
Preis
vegan laborgeprüft ohne Zusätze

Anzeige · Provisionslink, für dich ohne Aufpreis

Belege

  1. 01 Community herbal monograph on Melilotus officinalis (L.) Lam., herba · HMPC, Europäische Arzneimittel-Agentur
  2. 02 The discovery of dicoumarol and the origins of warfarin · British Journal of Haematology
  3. 03 Health-Claims-Verordnung — Liste der „on hold“-Angaben · Europäische Kommission

Siehe auch

Andere Pflanzenstoffe

Alle Pflanzenstoffe ansehen

Wirkstoffbereiche

Die Datenbank weiterlesen

Zur ganzen Datenbank