Astaxanthin — der Farbstoff, der als Nahrungsergänzung Karriere machte
Astaxanthin gibt Lachs, Forelle, Garnelen und Flamingos ihre Farbe. Sie stellen es nicht selbst
her, sondern nehmen es über die Nahrungskette auf — am Anfang steht die Blutregenalge, die es
unter Stress in großen Mengen bildet, um sich vor Licht und Sauerstoffradikalen zu schützen.
Genau diese Schutzfunktion ist das Verkaufsargument. In Laborversuchen ist Astaxanthin ein
außergewöhnlich wirksamer Radikalfänger, und mit Vergleichszahlen wie „das Vielfache von Vitamin
C“ wird munter geworben. Solche Angaben stammen aus Reagenzglasmessungen und sagen über die
Wirkung im Menschen nichts aus — die EFSA hat entsprechend keine Angabe zugelassen.
Astaxanthin Dosierung — die 8-Milligramm-Grenze
2020 hat die EFSA die Sicherheit bewertet und eine akzeptable tägliche Aufnahme von 0,2 mg je
Kilogramm Körpergewicht abgeleitet. Für einen Erwachsenen von 70 kg sind das 14 mg, wobei die
Behörde unter Berücksichtigung der Zufuhr aus Lebensmitteln 8 mg am Tag als Obergrenze für
Nahrungsergänzungsmittel nennt.
Die Durchführungsverordnung (EU) 2023/1581 setzt die Höchstmenge je Tag nach Alter fest: 8 mg ab
14 Jahren, 5,7 mg für 10 bis unter 14 Jahre und 2,3 mg für 3 bis unter 10 Jahre. Auf der
Packung muss der Hinweis stehen, nicht zusammen mit anderen Astaxanthin-Präparaten am selben Tag
einzunehmen. Eine höhere Zahl auf der Packung ist damit kein Vorteil, sondern ein Grund zum
Nachrechnen.
Astaxanthin Wirkung — was die Studien zeigen
Für Astaxanthin steht keine gesundheitsbezogene Angabe in der Unionsliste. Werbung mit Hautschutz,
Zellschutz, Augen oder Ausdauer ist nicht gedeckt; eine belegte Wirkung im Menschen lässt sich
hier deshalb nicht nennen.
Astaxanthin Nebenwirkungen — wenig bekannt, Grenzen beachten
In der EFSA-Bewertung „Safety of astaxanthin for its use as a novel food in food supplements“
(2020) sind beim Menschen keine Nebenwirkungen genannt; Leberbefunde traten nur bei Ratten auf.
Wechselwirkungen mit Arzneimitteln nennt die Bewertung nicht. Das heißt nicht, dass jede Menge
unbedenklich wäre: Die Sicherheitsaussage gilt für die festgelegten Höchstmengen, 8 mg am Tag für
Erwachsene auch unter Berücksichtigung der Zufuhr aus der Nahrung.
Astaxanthin oder Beta-Carotin — ein Vorteil bleibt
Anders als Beta-Carotin wird Astaxanthin nicht in Vitamin A umgewandelt. Eine Überversorgung mit
Vitamin A ist dadurch ausgeschlossen, und die Warnung für Raucher, die für hochdosiertes
Beta-Carotin gilt, greift hier nicht.
Wer den Stoff über die Ernährung will, isst Wildlachs — eine Portion liefert je nach Herkunft ein
bis vier Milligramm, dazu Omega-3-Fettsäuren mit ihren zugelassenen Angaben.