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VIII · Weitere Stoffe

Betain

auch: Trimethylglycin · TMG · Betain-Anhydrat · Zuckerrübenbetain

Zugelassene Angabe zum Homocystein — mit einer amtlich vorgeschriebenen Warnung im selben Atemzug.

Studienlage

Gut untersucht, überwiegend übereinstimmende Ergebnisse

Unsere Empfehlung

Drei Präparate mit Betain, drei Maßstäbe

Wie wir bewerten
  1. I Wirkstoffsieger

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    Die beste Bewertung, unabhängig vom Preis. Sobald genug Präparate aufgenommen sind, steht hier eines.

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Zugelassene Angabe

Was über Betain gesagt werden darf

Für diesen Stoff stehen gesundheitsbezogene Angaben in der Unionsliste (VO (EU) 432/2012). Sie dürfen im angegebenen Wortlaut verwendet werden.

  1. 01

    „Betain trägt zu einem normalen Homocystein-Stoffwechsel bei“

    Bedingung mindestens 500 mg Betain je angegebener Tagesportion. Auf dem Etikett muss der Hinweis stehen, dass eine tägliche Aufnahme von mehr als 4 g den Cholesterinspiegel im Blut deutlich erhöhen kann.

Es ist die einzige zugelassene Angabe für Betain. Werbung mit Muskelaufbau, Leistung oder Fettabbau ist nicht gedeckt, obwohl Betain im Sportbereich fast ausschließlich dafür verkauft wird.

Grundlage: VO (EG) 1924/2006 · Unionsliste nach VO (EU) 432/2012 · Wie das Verfahren funktioniert

Ein Claim mit eingebautem Warnschild

Betain ist der einzige Stoff der Unionsliste, dessen zugelassene Angabe eine Pflichtwarnung nach sich zieht. Wer damit wirbt, muss auf dem Etikett vermerken, dass mehr als 4 g am Tag den Cholesterinspiegel deutlich erhöhen können. Der Nutzen wird also mit dem Risiko im selben Rechtsakt ausgeliefert.

Der Hintergrund: Betain senkt Homocystein zuverlässig, in höheren Dosen aber verschiebt es zugleich die Blutfette in die ungünstige Richtung. Ein Herz-Kreislauf-Nutzen ist damit alles andere als ausgemacht — was eine Erinnerung daran ist, dass ein einzelner verbesserter Laborwert noch kein besseres Ergebnis für den Menschen bedeutet.

Wie Betain wirkt

Homocystein entsteht beim Abbau der Aminosäure Methionin. Der Körper hat zwei Wege, es wieder loszuwerden. Der bekannte läuft über Folat und Vitamin B12. Der zweite läuft über Betain, das eine Methylgruppe abgibt und Homocystein zurück zu Methionin verwandelt. Dieser Weg arbeitet vor allem in Leber und Niere und springt ein, wenn der Folatweg nicht ausreicht.

Deshalb ist die Reihenfolge in der Praxis klar: Erst Folat und B12 prüfen, dann über Betain nachdenken.

Was aus dem Sportbereich zu halten ist

Betain wird überwiegend an Kraftsportler verkauft, mit Versprechen zu Kraftzuwachs und Körperzusammensetzung. Die Studien dazu sind klein, kurz und uneinheitlich; einige finden geringe Verbesserungen bei Wiederholungszahlen, andere nichts. Rechtlich ist keine dieser Aussagen zulässig.

Betain ist nicht gleich Betain-HCl

Die Verwechslung ist häufig und im Regal leicht zu machen. Betain-Anhydrat ist der Stoff mit dem Homocystein-Claim. Betain-Hydrochlorid wird dagegen als Verdauungshilfe für Menschen mit vermuteter Magensäureschwäche angeboten. Dafür fehlt jede zugelassene Angabe, und bei Magenschleimhautentzündung oder unter Säureblockern ist davon abzuraten.

Betain — welche Form ist die beste?

Welche Form auf der Packung steht, entscheidet oft mehr über die Wirkung als die Zahl davor.

Form Aufnahme Anmerkung
Betain-Anhydrat (Trimethylglycin) hoch Die Form, auf die sich der zugelassene Claim bezieht. Meist aus Zuckerrübenmelasse gewonnen, gut wasserlöslich, leicht süßlich im Geschmack.
Betain-Hydrochlorid hoch Etwas ganz anderes im Zweck — es wird als Säurespender zur Unterstützung der Magensäure verkauft. Für diese Anwendung gibt es keine zugelassene Angabe und keine belastbare Studienlage.

Betain Wechselwirkungen

Folat und Vitamin B12

verstärkt

Betain senkt Homocystein über einen zweiten Weg, unabhängig vom Folatweg. Beide zusammen wirken stärker als jeder für sich.

Cholin

verstärkt

Der Körper bildet Betain aus Cholin. Eine gute Cholinversorgung senkt den Betainbedarf und umgekehrt.

Blutfettwerte

Vorsicht

Ab etwa 4 g am Tag steigen LDL-Cholesterin und Triglyceride messbar an. Bei bereits erhöhten Blutfetten spricht das gegen hohe Dosierungen.

Wer auf Betain besonders achten sollte

  • Menschen mit erhöhtem Homocysteinspiegel, wenn Folat und B12 bereits ausgeglichen sind
  • Menschen mit der seltenen erblichen Homocystinurie — hier wird Betain als Arzneimittel in weit höherer Dosis eingesetzt und ärztlich überwacht
  • Menschen mit einseitiger Ernährung ohne Vollkorn und Rote Bete

Mangel an Betain — Symptome und Anzeichen

  • Ein eigenständiger Betainmangel ist nicht definiert
  • Niedrige Betainwerte gehen mit erhöhtem Homocystein einher

Diese Zeichen sind unspezifisch und können viele andere Ursachen haben. Sie ersetzen keine Diagnose.

Betain in Lebensmitteln — woher es über die Nahrung kommt

Weizenkleie 1.300 mg je 100 g
Weizenkeime 1.240 mg je 100 g
Quinoa 630 mg je 100 g
Rote Bete 250 mg je 100 g
Spinat 600 mg je 100 g

Häufige Fragen zu Betain

01Wann sollte man Betain einnehmen?

Zu einer Mahlzeit, größere Mengen auf zwei Gaben verteilt. Auf nüchternen Magen kann es Übelkeit auslösen. Die Aufnahme selbst ist gut und weitgehend unabhängig von der Mahlzeit.

02Wie viel Betain am Tag?

Kein Referenzwert festgelegt; die übliche Zufuhr über die Nahrung liegt bei 100–300 mg am Tag. In Nahrungsergänzungsmitteln üblich sind 500–2.500 mg am Tag.

03Wie viel Betain ist zu viel?

Die empfohlene Höchstmenge für Nahrungsergänzungsmittel liegt bei Unter 4 g am Tag bleiben. Verwendungsbedingung der Unionsliste, gestützt auf EFSA-Bewertung. Ab 4 g am Tag steigen in Studien die Blutfette. Die Unionsliste schreibt deshalb einen Warnhinweis auf dem Etikett vor — ein in der Claim-Liste einmaliger Vorgang.

04Welche Wechselwirkungen hat Betain?

Zu beachten sind Folat und Vitamin B12; Cholin; Blutfettwerte. Folat und Vitamin B12: Betain senkt Homocystein über einen zweiten Weg, unabhängig vom Folatweg. Beide zusammen wirken stärker als jeder für sich. Cholin: Der Körper bildet Betain aus Cholin. Eine gute Cholinversorgung senkt den Betainbedarf und umgekehrt. Blutfettwerte: Ab etwa 4 g am Tag steigen LDL-Cholesterin und Triglyceride messbar an. Bei bereits erhöhten Blutfetten spricht das gegen hohe Dosierungen.

05Für wen ist Betain nicht geeignet?

Besondere Vorsicht gilt für: Menschen mit erhöhtem Homocysteinspiegel, wenn Folat und B12 bereits ausgeglichen sind; Menschen mit der seltenen erblichen Homocystinurie — hier wird Betain als Arzneimittel in weit höherer Dosis eingesetzt und ärztlich überwacht; Menschen mit einseitiger Ernährung ohne Vollkorn und Rote Bete. Wer regelmäßig Medikamente nimmt, sollte die Einnahme ärztlich abklären.

06Woran erkennt man einen Betain-Mangel?

Mögliche Anzeichen sind Ein eigenständiger Betainmangel ist nicht definiert und Niedrige Betainwerte gehen mit erhöhtem Homocystein einher. Keines davon ist für sich beweisend — Sicherheit gibt erst die Messung im Blut.

07In welchen Lebensmitteln steckt Betain?

Gute Quellen sind Weizenkleie (1.300 mg je 100 g), Weizenkeime (1.240 mg je 100 g), Quinoa (630 mg je 100 g), Rote Bete (250 mg je 100 g) und Spinat (600 mg je 100 g).

08Welche Form von Betain ist am besten?

Gut aufgenommen werden Betain-Anhydrat (Trimethylglycin) und Betain-Hydrochlorid. Zu Betain-Anhydrat (Trimethylglycin): Die Form, auf die sich der zugelassene Claim bezieht. Meist aus Zuckerrübenmelasse gewonnen, gut wasserlöslich, leicht süßlich im Geschmack.

09Womit darf für Betain geworben werden?

Zugelassen sind nach der Unionsliste unter anderem: „Betain trägt zu einem normalen Homocystein-Stoffwechsel bei“. Bedingung: mindestens 500 mg Betain je angegebener Tagesportion. Auf dem Etikett muss der Hinweis stehen, dass eine tägliche Aufnahme von mehr als 4 g den Cholesterinspiegel im Blut deutlich erhöhen kann.

Belege

  1. 01 Verordnung (EU) Nr. 432/2012 und Änderungsverordnung (EU) 2017/1200 · Europäische Kommission
  2. 02 Scientific Opinion on betaine and contribution to normal homocysteine metabolism · European Food Safety Authority · 2011
  3. 03 Betaine in human nutrition · American Journal of Clinical Nutrition · 2004

Siehe auch

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