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VIII · Weitere Stoffe

Heilerde

auch: Löss · Bentonit · Bolus alba · Kaolin · Mineralerde

Ein zugelassenes Arzneimittel gegen Sodbrennen — und ein Beispiel dafür, dass eine Erde nicht entgiftet, sondern bindet.

Studienlage

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Unsere Empfehlung

Drei Präparate mit Heilerde, drei Maßstäbe

Wie wir bewerten
  1. I Wirkstoffsieger

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    Die beste Bewertung, unabhängig vom Preis. Sobald genug Präparate aufgenommen sind, steht hier eines.

  2. II Preis-Leistungs-Sieger

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Keine Angabe beantragt

Was über Heilerde gesagt werden darf

Für diesen Stoff ist keine gesundheitsbezogene Angabe in der Unionsliste eingetragen. Es darf nicht mit einer gesundheitlichen Wirkung geworben werden.

Heilerde ist in Deutschland überwiegend als Arzneimittel zugelassen; für Arzneimittel gilt die Health-Claims-Verordnung nicht. Die zugelassenen Anwendungsgebiete stehen in der Packungsbeilage. Als Nahrungsergänzung verkaufte Mineralerden dürfen dagegen nicht mit Entgiftung oder Entschlackung beworben werden.

Grundlage: VO (EG) 1924/2006 · Unionsliste nach VO (EU) 432/2012 · Wie das Verfahren funktioniert

Ein Arzneimittel, kein Nahrungsergänzungsmittel

Heilerde nimmt in dieser Datenbank eine Sonderstellung ein: Die bekannten Präparate sind in Deutschland als Arzneimittel zugelassen. Damit gilt für sie nicht die Health-Claims-Verordnung, sondern das Arzneimittelrecht — die Anwendungsgebiete stehen geprüft in der Packungsbeilage.

Das erklärt die scheinbare Ungereimtheit, dass ein Produkt aus dem Drogeriemarkt mit Wirkungen werben darf, die einem Nahrungsergänzungsmittel verboten wären.

Was belegt ist

Bei Sodbrennen wirkt Heilerde durch Säurebindung — dieselbe Wirkweise wie ein Antazidum, nur mineralisch. Bei leichten Durchfällen bindet sie Wasser und Reizstoffe im Darm.

Beides ist plausibel, wirkt physikalisch und ist als Anwendungsgebiet zugelassen. Es ist keine spektakuläre Wirkung, aber eine reale.

Was nicht belegt ist

Die verbreitete Erzählung vom Entgiften und Entschlacken hat keine Grundlage. Heilerde erreicht nur den Verdauungstrakt; sie gelangt nicht ins Blut und kann dort nichts binden. Schlacken im Sinne der Werbung existieren im Körper nicht.

Was sie tut, ist unspezifisch binden — und genau das ist die Kehrseite: Sie unterscheidet nicht zwischen einer Reizsubstanz, einem Mineralstoff und einem Medikament.

Der Hinweis, der zählt

Wer regelmäßig Medikamente nimmt, muss zwei Stunden Abstand halten. Das gilt für Schilddrüsenhormone, für Antibiotika, für Herz-Kreislauf-Mittel — und für die Pille, deren Schutz sonst nicht sicher ist.

Dieselbe Bindungseigenschaft, die bei Sodbrennen hilft, macht andere Arzneimittel unwirksam. Das ist bei Heilerde, Aktivkohle und Flohsamen gleichermaßen der Fall.

Die Frage nach dem Material

Natürliche Erden enthalten von Natur aus Spuren von Aluminium, Blei und Arsen. Bei zugelassenen Arzneimitteln wird der Gehalt geprüft und begrenzt.

Bei Mineralerden, die als Nahrungsergänzung oder Kosmetik gehandelt werden, ist die Kontrolle lockerer. Wer eine Erde innerlich anwendet, sollte deshalb zum Arzneimittel greifen — es ist der einzige Weg, bei dem jemand nachgesehen hat, was drin ist.

Heilerde — welche Form ist die beste?

Welche Form auf der Packung steht, entscheidet oft mehr über die Wirkung als die Zahl davor.

Form Aufnahme Anmerkung
Löss-Heilerde (fein) unklar Zur inneren Anwendung, in Wasser eingerührt. Die feine Vermahlung vergrößert die Oberfläche und damit die Bindekapazität.
Heilerde (grob) unklar Für Umschläge und Masken zur äußeren Anwendung.
Bentonit unklar Ein Tonmineral mit besonders hoher Quell- und Bindefähigkeit. Als Medizinprodukt und als Nahrungsergänzung im Handel.
Zeolith unklar Ein anderes Mineral mit ähnlicher Vermarktung — in dieser Datenbank als eigener Eintrag mit deutlicherer Kritik.

Heilerde Wechselwirkungen

Medikamente allgemein

hemmt

Heilerde bindet Wirkstoffe unspezifisch an ihrer Oberfläche und kann die Aufnahme erheblich mindern. Betrifft ausdrücklich auch die Pille.

Eisen und andere Mineralstoffe

hemmt

Bei längerer Anwendung kann die Aufnahme von Spurenelementen leiden.

Schilddrüsenhormone

hemmt

Wie andere Bindemittel senkt Heilerde die Aufnahme von Levothyroxin.

Wer auf Heilerde besonders achten sollte

  • Nicht bei Darmverschluss oder Verengungen im Verdauungstrakt
  • Nicht bei eingeschränkter Nierenfunktion ohne ärztlichen Rat
  • Bei Dauermedikation nur mit klarem Einnahmeabstand

Häufige Fragen zu Heilerde

01Wann sollte man Heilerde einnehmen?

Zwischen den Mahlzeiten, mit reichlich Wasser. Immer mit viel Flüssigkeit einnehmen. Mindestens zwei Stunden Abstand zu Medikamenten — das ist der wichtigste praktische Hinweis überhaupt.

02Wie viel Heilerde am Tag?

In Nahrungsergänzungsmitteln üblich sind 1–2 Teelöffel in Wasser, ein- bis dreimal täglich.

03Wie viel Heilerde ist zu viel?

Die empfohlene Höchstmenge für Nahrungsergänzungsmittel liegt bei Nach Packungsangabe des jeweiligen Arzneimittels. Zulassung als Arzneimittel beim BfArM. Heilerde bindet unspezifisch — auch Medikamente und Nährstoffe. Zwei Stunden Abstand zu allen anderen Arzneimitteln einhalten. Bei Daueranwendung ist die Aufnahme von Eisen und anderen Mineralstoffen beeinträchtigt.

04Welche Wechselwirkungen hat Heilerde?

Zu beachten sind Medikamente allgemein; Eisen und andere Mineralstoffe; Schilddrüsenhormone. Medikamente allgemein: Heilerde bindet Wirkstoffe unspezifisch an ihrer Oberfläche und kann die Aufnahme erheblich mindern. Betrifft ausdrücklich auch die Pille. Eisen und andere Mineralstoffe: Bei längerer Anwendung kann die Aufnahme von Spurenelementen leiden. Schilddrüsenhormone: Wie andere Bindemittel senkt Heilerde die Aufnahme von Levothyroxin.

05Für wen ist Heilerde nicht geeignet?

Besondere Vorsicht gilt für: Nicht bei Darmverschluss oder Verengungen im Verdauungstrakt; Nicht bei eingeschränkter Nierenfunktion ohne ärztlichen Rat; Bei Dauermedikation nur mit klarem Einnahmeabstand. Wer regelmäßig Medikamente nimmt, sollte die Einnahme ärztlich abklären.

06Womit darf für Heilerde geworben werden?

Nichts. Heilerde ist in Deutschland überwiegend als Arzneimittel zugelassen; für Arzneimittel gilt die Health-Claims-Verordnung nicht. Die zugelassenen Anwendungsgebiete stehen in der Packungsbeilage. Als Nahrungsergänzung verkaufte Mineralerden dürfen dagegen nicht mit Entgiftung oder Entschlackung beworben werden.

Belege

  1. 01 Zulassungsunterlagen zu Heilerde-Arzneimitteln · Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte
  2. 02 Untersuchung von Mineralerden auf Schwermetallgehalte · Bundesinstitut für Risikobewertung
  3. 03 Adsorbentien in der Therapie gastrointestinaler Beschwerden · Zeitschrift für Gastroenterologie

Siehe auch

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