Was Koffein im Körper tut
Koffein blockiert die Adenosinrezeptoren im Gehirn — jene Rezeptoren, über die der Körper
Müdigkeit signalisiert. Das Signal kommt nicht mehr an, die Müdigkeit verschwindet aus der
Wahrnehmung, nicht aus dem Körper.
Dieser Unterschied ist der Kern der Sache. Koffein verschiebt Erschöpfung, es beseitigt sie
nicht. Das nachgeholte Bedürfnis meldet sich, sobald die Wirkung nachlässt.
Die 400-Milligramm-Grenze und was sie bedeutet
Für gesunde Erwachsene sieht die EFSA bis 400 mg am Tag und bis 200 mg je Einzelgabe als
unbedenklich an. Das sind etwa vier Tassen Filterkaffee. Für Schwangere gilt die Hälfte, weil
der Abbau in der Schwangerschaft stark verlangsamt ist und Koffein die Plazenta passiert.
Der gefährliche Teil des Markts ist nicht der Kaffee, sondern reines Koffeinpulver. Wenige Gramm
können tödlich sein, und der Unterschied zwischen einer wirksamen und einer gefährlichen Dosis
liegt in Löffelbruchteilen. Todesfälle durch Fehldosierung sind dokumentiert.
Toleranz — der unterschätzte Punkt
Innerhalb weniger Tage regelmäßiger Zufuhr bildet das Gehirn zusätzliche Adenosinrezeptoren. Der
Wachheitsgewinn schrumpft, während der Entzugskopfschmerz beim Weglassen bleibt. Für viele
Gewohnheitstrinker stellt die Morgentasse deshalb weniger einen Vorteil her, als sie einen
Nachteil aufhebt.
Wer die volle Wirkung erhalten will, dosiert bewusst und legt Pausen ein. Zwei bis drei
koffeinfreie Tage genügen, um die Empfindlichkeit spürbar zurückzugewinnen.