Mönchspfeffer Wirkung — ein Pflanzenstoff, der tatsächlich ins Hormonsystem greift
Mönchspfeffer enthält Diterpene, die an Dopaminrezeptoren der Hirnanhangsdrüse binden. Dopamin ist
der natürliche Bremser der Prolaktinausschüttung — mehr dopaminerge Wirkung bedeutet also weniger
Prolaktin.
Ein erhöhter Prolaktinspiegel steht mit Brustspannen, Zyklusunregelmäßigkeiten und einer
verkürzten zweiten Zyklushälfte in Verbindung. Genau dort setzen die zugelassenen Arzneimittel an,
und genau deshalb ist Mönchspfeffer kein harmloses Wohlfühlkraut: Er verändert messbar einen
Hormonspiegel.
Der Name stammt übrigens aus der Klostermedizin, wo die Früchte den Geschlechtstrieb dämpfen
sollten. Für diese Wirkung gibt es keinen Beleg.
Was die Studien zu Mönchspfeffer zeigen
Für das prämenstruelle Syndrom liegen mehrere placebokontrollierte Studien vor, die über drei
Zyklen eine Besserung von Reizbarkeit, Stimmungsschwankungen, Kopfschmerz und Brustspannen
fanden. Für einen Pflanzenextrakt ist das eine ordentliche Datenlage — sie hat zur
Arzneimittelzulassung in Deutschland geführt.
Für die Mastodynie, also zyklusabhängiges Brustspannen, gilt Ähnliches. Bei unerfülltem
Kinderwunsch mit Gelbkörperschwäche gibt es kleinere Arbeiten mit günstigen Hinweisen, die für
eine Empfehlung nicht ausreichen.
Arzneimittel oder Nahrungsergänzung — die rechtliche Doppelrolle
Dieselbe Pflanze steht in der Apotheke als zugelassenes Arzneimittel mit Anwendungsgebiet — und
im Drogeriemarkt als Nahrungsergänzungsmittel, das nichts davon sagen darf. Die
Botanical-Bewertung der EFSA ruht seit 2010, und Zyklusbeschwerden sind ohnehin Krankheitsbezug.
Für Käuferinnen ist die Unterscheidung praktisch bedeutsam: Das Arzneimittel enthält einen
geprüften, standardisierten Extrakt in der untersuchten Dosierung. Ein Fruchtpulver ohne
Extraktangabe bildet das nicht ab.
Mönchspfeffer Nebenwirkungen — was vor der Einnahme geklärt sein sollte
Zyklusstörungen und Brustbeschwerden können viele Ursachen haben — von Schilddrüsenstörungen über
ein Prolaktinom bis zu gynäkologischen Erkrankungen. Ein deutlich erhöhter Prolaktinwert gehört
abgeklärt, nicht behandelt.
Wer nach ärztlicher Einordnung einen Versuch macht, sollte drei Monatszyklen einplanen und
durchgehend einnehmen. Vorher lässt sich nicht beurteilen, ob es wirkt.