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VI · Pflanzenstoffe

Mönchspfeffer

auch: Vitex agnus-castus · Keuschlamm · Agnus castus · Agni casti fructus

Als pflanzliches Arzneimittel beim prämenstruellen Syndrom geführt, als Nahrungsergänzung ohne zugelassene gesundheitsbezogene Angabe — dopaminerge und prolaktinsenkende Effekte bislang nur präklinisch beobachtet.

Studienlage

Mehrere kontrollierte Studien, Bild noch nicht geschlossen

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Bewertung ausgesetzt

Was über Mönchspfeffer gesagt werden darf

Die Angaben zu diesem Stoff sind weder zugelassen noch abgelehnt — das Verfahren ist nicht abgeschlossen. Werbeaussagen dazu sind rechtlich angreifbar.

Für Mönchspfeffer ist in der Unionsliste (VO (EU) 432/2012) keine gesundheitsbezogene Angabe aufgeführt. Aussagen zu Zyklusbeschwerden, prämenstruellem Syndrom oder Brustspannen wären zudem krankheitsbezogen und für Lebensmittel generell verboten. Als Arzneimittel darf mit dem Anwendungsgebiet der Monographie geworben werden.

Grundlage: VO (EG) 1924/2006 · Unionsliste nach VO (EU) 432/2012 · Wie das Verfahren funktioniert

Mönchspfeffer Wirkung — was die Monographie zum Mechanismus sagt

Die HMPC-Monographie der Europäischen Arzneimittel-Agentur beschreibt für Extrakte aus Mönchspfeffer eine Hemmung der Prolaktinfreisetzung und dopaminerge Effekte — beobachtet in präklinischen Daten, überwiegend mit Ethanol- und Methanolextrakten. Die Ergebnisse zur Bindung an Östrogenrezeptoren sind widersprüchlich.

Ob und wie stark sich das beim Menschen in einem veränderten Hormonspiegel zeigt, belegt die Monographie nicht. Als Anwendungsgebiet mit nachgewiesener Anwendung führt sie die Behandlung des prämenstruellen Syndroms, als traditionelle Anwendung leichte Beschwerden in den Tagen vor der Menstruation.

Was die Studien zu Mönchspfeffer zeigen

Eine systematische Übersicht in Planta Medica (2013) fand zwölf randomisierte kontrollierte Studien, davon acht zum prämenstruellen Syndrom. In sieben von acht war der Mönchspfeffer-Extrakt der Vergleichsbehandlung überlegen — gegenüber Placebo in fünf von sechs Studien, je einmal gegenüber Pyridoxin und Magnesiumoxid. Nebenwirkungen waren mild und selten.

Die Autoren stufen die Qualität der Studien als mäßig bis hoch ein; die Stichproben waren klein. Weitere Studien der Übersicht betreffen die prämenstruelle dysphorische Störung und die latente Hyperprolaktinämie.

Arzneimittel oder Nahrungsergänzung — die rechtliche Doppelrolle

Dieselbe Pflanze steht in der Apotheke als Arzneimittel mit Anwendungsgebiet — und im Drogeriemarkt als Nahrungsergänzungsmittel, das nichts davon sagen darf. In der Unionsliste der zugelassenen Angaben ist Mönchspfeffer nicht aufgeführt, und Zyklusbeschwerden sind ohnehin Krankheitsbezug.

Für Käuferinnen ist die Unterscheidung praktisch bedeutsam: Die Monographie nennt für die nachgewiesene Anwendung 20 mg Extrakt (Droge-Extrakt-Verhältnis 6–12:1) einmal täglich. Ein Fruchtpulver ohne Extraktangabe bildet das nicht ab.

Mönchspfeffer Nebenwirkungen — was vor der Einnahme geklärt sein sollte

Die Monographie nennt als Nebenwirkungen schwere allergische Reaktionen, Hautreaktionen, Kopfschmerz, Schwindel, Magen-Darm-Beschwerden, Akne und Zyklusstörungen; die Häufigkeit ist nicht bekannt. Wer an einer Hypophysenerkrankung leidet, soll vorher ärztlichen Rat einholen, weil bei prolaktinbildenden Tumoren Symptome verdeckt werden können.

In der Schwangerschaft gibt es keine Indikation, in der Stillzeit wird die Anwendung nicht empfohlen, unter 18 Jahren ebenfalls nicht. Die Monographie sieht eine fortgesetzte Anwendung über drei Monate vor; halten die Beschwerden an, gehört das ärztlich abgeklärt.

Mönchspfeffer — welche Form ist die beste?

Welche Form auf der Packung steht, entscheidet oft mehr über die Wirkung als die Zahl davor.

Form Aufnahme Anmerkung
Standardisierter Trockenextrakt unklar Die Zubereitung mit nachgewiesener Anwendung in der HMPC-Monographie (20 mg Extrakt, Droge-Extrakt-Verhältnis 6–12:1, Ethanol 60 %). Auf Angabe des Droge-Extrakt-Verhältnisses achten.
Fruchtpulver unklar In der Monographie nur als traditionelle Anwendung geführt (zweimal täglich 400 mg). Ohne Extraktangabe ist die Wirkstoffmenge nicht mit dem Extrakt vergleichbar.
Tinktur unklar Alkoholischer Auszug, in der Monographie als traditionelle Anwendung mit 30–40 Tropfen einmal täglich geführt.

Mönchspfeffer einnehmen — wann ist der beste Zeitpunkt?

Empfohlener Zeitpunkt: Einmal täglich, fortgesetzt über drei Monate.

Die Monographie sieht eine fortgesetzte Anwendung über drei Monate vor. Halten die Beschwerden an, gehört das ärztlich abgeklärt.

Mönchspfeffer Wechselwirkungen

Dopaminagonisten und Dopaminantagonisten

Vorsicht

Wechselwirkungen können laut Monographie nicht ausgeschlossen werden. Wer solche Mittel nimmt, soll vor der Anwendung ärztlichen Rat einholen.

Östrogene und Antiöstrogene

Vorsicht

Wechselwirkungen können laut Monographie nicht ausgeschlossen werden. Wer solche Mittel nimmt, soll vor der Anwendung ärztlichen Rat einholen.

Östrogenempfindliche Krebserkrankungen

Vorsicht

Wer an einer östrogenempfindlichen Krebserkrankung leidet oder litt, soll laut Monographie vor der Anwendung ärztlichen Rat einholen.

Wer auf Mönchspfeffer besonders achten sollte

  • Frauen mit prämenstruellem Syndrom — das Anwendungsgebiet mit nachgewiesener Anwendung in der HMPC-Monographie
  • Schwangerschaft — keine Indikation; Stillzeit — Anwendung nicht empfohlen, Mönchspfeffer kann die Milchbildung beeinflussen
  • Hypophysenerkrankungen — vorher ärztlich klären; bei prolaktinbildenden Tumoren können Symptome verdeckt werden
  • Unter 18 Jahren nicht empfohlen

Häufige Fragen zu Mönchspfeffer

01Wann sollte man Mönchspfeffer einnehmen?

Einmal täglich, fortgesetzt über drei Monate. Die Monographie sieht eine fortgesetzte Anwendung über drei Monate vor. Halten die Beschwerden an, gehört das ärztlich abgeklärt.

02Wie viel Mönchspfeffer am Tag?

In Nahrungsergänzungsmitteln üblich sind 2–20 mg Trockenextrakt einmal täglich, je nach Droge-Extrakt-Verhältnis (HMPC-Monographie).

03Wie viel Mönchspfeffer ist zu viel?

In der HMPC-Monographie keine Obergrenze genannt; sie legt die Dosis je Zubereitung fest. HMPC-Monographie zu Agni casti fructus. Die Extraktangaben sind schwer vergleichbar, weil unterschiedliche Droge-Extrakt-Verhältnisse verwendet werden (in der Monographie 6–12:1 bis 10–18,5:1). Dieselbe Milligrammzahl Extrakt kann je nach Verhältnis einer deutlich anderen Drogenmenge entsprechen.

04Welche Wechselwirkungen hat Mönchspfeffer?

Zu beachten sind Dopaminagonisten und Dopaminantagonisten; Östrogene und Antiöstrogene; Östrogenempfindliche Krebserkrankungen. Dopaminagonisten und Dopaminantagonisten: Wechselwirkungen können laut Monographie nicht ausgeschlossen werden. Wer solche Mittel nimmt, soll vor der Anwendung ärztlichen Rat einholen. Östrogene und Antiöstrogene: Wechselwirkungen können laut Monographie nicht ausgeschlossen werden. Wer solche Mittel nimmt, soll vor der Anwendung ärztlichen Rat einholen. Östrogenempfindliche Krebserkrankungen: Wer an einer östrogenempfindlichen Krebserkrankung leidet oder litt, soll laut Monographie vor der Anwendung ärztlichen Rat einholen.

05Für wen ist Mönchspfeffer nicht geeignet?

Besondere Vorsicht gilt für: Frauen mit prämenstruellem Syndrom — das Anwendungsgebiet mit nachgewiesener Anwendung in der HMPC-Monographie; Schwangerschaft — keine Indikation; Stillzeit — Anwendung nicht empfohlen, Mönchspfeffer kann die Milchbildung beeinflussen; Hypophysenerkrankungen — vorher ärztlich klären; bei prolaktinbildenden Tumoren können Symptome verdeckt werden; Unter 18 Jahren nicht empfohlen. Wer regelmäßig Medikamente nimmt, sollte die Einnahme ärztlich abklären.

06Womit darf für Mönchspfeffer geworben werden?

Nichts. Für Mönchspfeffer ist in der Unionsliste (VO (EU) 432/2012) keine gesundheitsbezogene Angabe aufgeführt. Aussagen zu Zyklusbeschwerden, prämenstruellem Syndrom oder Brustspannen wären zudem krankheitsbezogen und für Lebensmittel generell verboten. Als Arzneimittel darf mit dem Anwendungsgebiet der Monographie geworben werden.

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Belege

  1. 01 Community herbal monograph on Vitex agnus-castus L., fructus · HMPC, Europäische Arzneimittel-Agentur
  2. 02 Vitex agnus-castus extracts for female reproductive disorders: a systematic review of clinical trials · Planta Medica

Siehe auch

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