Mönchspfeffer Wirkung — was die Monographie zum Mechanismus sagt
Die HMPC-Monographie der Europäischen Arzneimittel-Agentur beschreibt für Extrakte aus
Mönchspfeffer eine Hemmung der Prolaktinfreisetzung und dopaminerge Effekte — beobachtet in
präklinischen Daten, überwiegend mit Ethanol- und Methanolextrakten. Die Ergebnisse zur Bindung an
Östrogenrezeptoren sind widersprüchlich.
Ob und wie stark sich das beim Menschen in einem veränderten Hormonspiegel zeigt, belegt die
Monographie nicht. Als Anwendungsgebiet mit nachgewiesener Anwendung führt sie die Behandlung des
prämenstruellen Syndroms, als traditionelle Anwendung leichte Beschwerden in den Tagen vor der
Menstruation.
Was die Studien zu Mönchspfeffer zeigen
Eine systematische Übersicht in Planta Medica (2013) fand zwölf randomisierte kontrollierte
Studien, davon acht zum prämenstruellen Syndrom. In sieben von acht war der Mönchspfeffer-Extrakt
der Vergleichsbehandlung überlegen — gegenüber Placebo in fünf von sechs Studien, je einmal
gegenüber Pyridoxin und Magnesiumoxid. Nebenwirkungen waren mild und selten.
Die Autoren stufen die Qualität der Studien als mäßig bis hoch ein; die Stichproben waren klein.
Weitere Studien der Übersicht betreffen die prämenstruelle dysphorische Störung und die latente
Hyperprolaktinämie.
Arzneimittel oder Nahrungsergänzung — die rechtliche Doppelrolle
Dieselbe Pflanze steht in der Apotheke als Arzneimittel mit Anwendungsgebiet — und im
Drogeriemarkt als Nahrungsergänzungsmittel, das nichts davon sagen darf. In der Unionsliste der
zugelassenen Angaben ist Mönchspfeffer nicht aufgeführt, und Zyklusbeschwerden sind ohnehin
Krankheitsbezug.
Für Käuferinnen ist die Unterscheidung praktisch bedeutsam: Die Monographie nennt für die
nachgewiesene Anwendung 20 mg Extrakt (Droge-Extrakt-Verhältnis 6–12:1) einmal täglich. Ein
Fruchtpulver ohne Extraktangabe bildet das nicht ab.
Mönchspfeffer Nebenwirkungen — was vor der Einnahme geklärt sein sollte
Die Monographie nennt als Nebenwirkungen schwere allergische Reaktionen, Hautreaktionen,
Kopfschmerz, Schwindel, Magen-Darm-Beschwerden, Akne und Zyklusstörungen; die Häufigkeit ist nicht
bekannt. Wer an einer Hypophysenerkrankung leidet, soll vorher ärztlichen Rat einholen, weil bei
prolaktinbildenden Tumoren Symptome verdeckt werden können.
In der Schwangerschaft gibt es keine Indikation, in der Stillzeit wird die Anwendung nicht
empfohlen, unter 18 Jahren ebenfalls nicht. Die Monographie sieht eine fortgesetzte Anwendung über
drei Monate vor; halten die Beschwerden an, gehört das ärztlich abgeklärt.