Zum Inhalt springen

VI · Pflanzenstoffe

Olivenöl-Polyphenole

auch: Hydroxytyrosol · Oleuropein · Oleocanthal · Tyrosol · natives Olivenöl extra

Die einzige zugelassene Antioxidations-Angabe der Unionsliste — und sie hängt an der Schärfe im Hals.

Studienlage

Gut untersucht, überwiegend übereinstimmende Ergebnisse

Unsere Empfehlung

Drei Präparate mit Olivenöl-Polyphenole, drei Maßstäbe

Wie wir bewerten
  1. I Wirkstoffsieger
    Natives Olivenöl extra, Tropföl

    Nunez de Prado

    3.4 von 5 Punkten Die beste Bewertung, unabhängig vom Preis.

    Bei PureNature ansehen
  2. II Preis-Leistungs-Sieger

    Platz frei

    Das beste Verhältnis aus Bewertung und Tagespreis. Sobald genug Präparate aufgenommen sind, steht hier eines.

  3. III Preissieger

    Platz frei

    Der niedrigste Preis je Tagesdosis. Sobald genug Präparate aufgenommen sind, steht hier eines.

Anzeige · Provisionslinks — kaufst du darüber, erhalten wir eine Vergütung, für dich ohne Aufpreis.

Zugelassene Angabe

Was über Olivenöl-Polyphenole gesagt werden darf

Für diesen Stoff stehen gesundheitsbezogene Angaben in der Unionsliste (VO (EU) 432/2012). Sie dürfen im angegebenen Wortlaut verwendet werden.

  1. 01

    „Olivenöl-Polyphenole tragen dazu bei, die Blutfette vor oxidativem Stress zu schützen“

    Bedingung mindestens 5 mg Hydroxytyrosol und dessen Derivate — etwa Oleuropein-Komplex und Tyrosol — je 20 g Olivenöl. Der Hinweis, dass sich die günstige Wirkung bei einer täglichen Aufnahme von 20 g einstellt, ist anzugeben.

Diese Angabe ist bemerkenswert, weil praktisch alle anderen Anträge zu antioxidativer Wirkung abgelehnt wurden. Sie gilt nur für polyphenolreiche Öle — raffiniertes Olivenöl und die meisten Handelsöle erreichen die Menge nicht.

Grundlage: VO (EG) 1924/2006 · Unionsliste nach VO (EU) 432/2012 · Wie das Verfahren funktioniert

Die Ausnahme unter den Antioxidantien

Anträge zur antioxidativen Wirkung sind bei der EFSA fast ausnahmslos gescheitert — bei Vitamin C ebenso wie bei Resveratrol, Quercetin oder Astaxanthin. Der Grund ist immer derselbe: Eine Radikalfängerwirkung im Reagenzglas ist kein belegter Gesundheitsnutzen.

Bei Olivenöl-Polyphenolen ist es anders gelaufen. Hier ließ sich zeigen, dass die Oxidation der LDL-Partikel im Blut tatsächlich abnimmt — und die Oxidation des LDL gilt als früher Schritt der Arterienverkalkung. Die Angabe wurde zugelassen.

Sie ist damit die einzige ihrer Art in der Unionsliste und einer der interessantesten Einträge dieser Datenbank.

Die Bedingung, die kaum ein Öl erfüllt

Verlangt sind 5 mg Hydroxytyrosol und verwandte Verbindungen je 20 g Öl — also 250 mg je Kilogramm. Viele handelsübliche native Olivenöle extra liegen darunter, raffinierte Öle enthalten praktisch nichts.

Der Polyphenolgehalt hängt von Sorte, Erntezeitpunkt, Verarbeitung und Lagerung ab und schwankt um mehr als das Zehnfache. Auf den meisten Flaschen steht dazu nichts.

Wer den Claim will, muss ihn also suchen: Nur Öle, die den Polyphenolgehalt ausweisen, lassen sich beurteilen — und sie sind teurer, weil frühe Ernte weniger Ertrag bringt.

Der Geschmackstest

Es gibt einen brauchbaren Anhaltspunkt ohne Laborwert: Polyphenole schmecken. Ein polyphenolreiches Öl ist deutlich bitter und kratzt beim Schlucken im Hals — manche müssen dabei husten.

Verantwortlich für das Kratzen ist Oleocanthal, das denselben Rezeptor anspricht wie Ibuprofen. Was in der Öl-Verkostung als Fehler gelten könnte, ist hier das Qualitätsmerkmal: Ein mildes, sanftes Olivenöl ist polyphenolarm.

Was Lagerung und Hitze anrichten

Polyphenole zerfallen mit der Zeit. Ein zwei Jahre altes Öl hat einen Bruchteil des ursprünglichen Gehalts, und Licht und Wärme beschleunigen den Abbau.

Deshalb: dunkle Flasche, kühl lagern, nicht auf Vorrat kaufen, Erntejahr beachten. Und für den Claim das Öl kalt verwenden — zum Braten taugt Olivenöl gut, die Polyphenole nehmen dabei aber ab.

Olivenöl-Polyphenole — welche Form ist die beste?

Welche Form auf der Packung steht, entscheidet oft mehr über die Wirkung als die Zahl davor.

Form Aufnahme Anmerkung
Natives Olivenöl extra, polyphenolreich hoch Nur kalt gewonnene Öle enthalten nennenswerte Polyphenolmengen. Frühe Ernte, robuste Sorten und rasche Verarbeitung ergeben die höchsten Gehalte — und den schärfsten Geschmack.
Raffiniertes Olivenöl hoch Beim Raffinieren gehen die Polyphenole nahezu vollständig verloren. Für den Claim ungeeignet, auch wenn die Fettsäuren dieselben bleiben.
Hydroxytyrosol-Extrakt hoch Aus Olivenblättern oder Trestern gewonnen und als Kapsel angeboten. Für synthetisches Hydroxytyrosol besteht eine eigene Novel-Food-Zulassung.
Olivenblattextrakt mittel Enthält vor allem Oleuropein und wird für Blutdruck und Abwehrkräfte beworben. Der zugelassene Claim bezieht sich ausdrücklich auf Olivenöl, nicht auf Blattextrakte.

Olivenöl-Polyphenole Wechselwirkungen

Blutdrucksenker

verstärkt

Für polyphenolreiches Olivenöl ist eine leichte Blutdrucksenkung beschrieben.

Gerinnungshemmer

verstärkt

Oleocanthal hemmt Entzündungsenzyme ähnlich wie niedrig dosiertes Ibuprofen — in Speisemengen ohne klinische Bedeutung, aber der Mechanismus ist beschrieben.

Wer auf Olivenöl-Polyphenole besonders achten sollte

  • Menschen mit erhöhtem Herz-Kreislauf-Risiko, für die Olivenöl ohnehin Teil der Mittelmeerkost ist
  • Für alle geeignet — es handelt sich um ein Lebensmittel

Olivenöl-Polyphenole in Lebensmitteln — woher es über die Nahrung kommt

Natives Olivenöl extra (frühe Ernte) 300–800 mg Polyphenole je kg
Handelsübliches natives Olivenöl extra 50–200 mg je kg — häufig unterhalb der Claim-Schwelle
Oliven enthalten Polyphenole, verlieren beim Entbittern jedoch einen Großteil
Raffiniertes Olivenöl praktisch polyphenolfrei

Häufige Fragen zu Olivenöl-Polyphenole

01Wann sollte man Olivenöl-Polyphenole einnehmen?

Täglich, kalt über die Speisen. Zu oder direkt nach einer Mahlzeit. Zum Braten eignet sich Olivenöl durchaus, die Polyphenole nehmen dabei aber ab. Für den Claim zählt das kalt verwendete Öl — über Salat, Gemüse oder Brot.

02Wie viel Olivenöl-Polyphenole am Tag?

In Nahrungsergänzungsmitteln üblich sind 20 g natives Olivenöl extra am Tag — etwa zwei Esslöffel.

03Wie viel Olivenöl-Polyphenole ist zu viel?

Keine Obergrenze festgelegt. EFSA; Olivenöl ist ein traditionelles Lebensmittel. Der Polyphenolgehalt schwankt zwischen den Ölen um mehr als das Zehnfache und sinkt mit der Lagerdauer. Ein Öl, das den Claim erfüllt, muss den Gehalt ausweisen — die meisten tun das nicht.

04Welche Wechselwirkungen hat Olivenöl-Polyphenole?

Zu beachten sind Blutdrucksenker und Gerinnungshemmer. Blutdrucksenker: Für polyphenolreiches Olivenöl ist eine leichte Blutdrucksenkung beschrieben. Gerinnungshemmer: Oleocanthal hemmt Entzündungsenzyme ähnlich wie niedrig dosiertes Ibuprofen — in Speisemengen ohne klinische Bedeutung, aber der Mechanismus ist beschrieben.

05Für wen ist Olivenöl-Polyphenole nicht geeignet?

Besondere Vorsicht gilt für: Menschen mit erhöhtem Herz-Kreislauf-Risiko, für die Olivenöl ohnehin Teil der Mittelmeerkost ist; Für alle geeignet — es handelt sich um ein Lebensmittel. Wer regelmäßig Medikamente nimmt, sollte die Einnahme ärztlich abklären.

06In welchen Lebensmitteln steckt Olivenöl-Polyphenole?

Gute Quellen sind Natives Olivenöl extra (frühe Ernte) (300–800 mg Polyphenole je kg), Handelsübliches natives Olivenöl extra (50–200 mg je kg — häufig unterhalb der Claim-Schwelle), Oliven (enthalten Polyphenole, verlieren beim Entbittern jedoch einen Großteil) und Raffiniertes Olivenöl (praktisch polyphenolfrei).

07Welche Form von Olivenöl-Polyphenole ist am besten?

Gut aufgenommen werden Natives Olivenöl extra, polyphenolreich, Raffiniertes Olivenöl und Hydroxytyrosol-Extrakt. Zu Natives Olivenöl extra, polyphenolreich: Nur kalt gewonnene Öle enthalten nennenswerte Polyphenolmengen. Frühe Ernte, robuste Sorten und rasche Verarbeitung ergeben die höchsten Gehalte — und den schärfsten Geschmack.

08Womit darf für Olivenöl-Polyphenole geworben werden?

Zugelassen sind nach der Unionsliste unter anderem: „Olivenöl-Polyphenole tragen dazu bei, die Blutfette vor oxidativem Stress zu schützen“. Bedingung: mindestens 5 mg Hydroxytyrosol und dessen Derivate — etwa Oleuropein-Komplex und Tyrosol — je 20 g Olivenöl. Der Hinweis, dass sich die günstige Wirkung bei einer täglichen Aufnahme von 20 g einstellt, ist anzugeben.

Präparate mit Olivenöl-Polyphenole

Anzeige · Provisionslinks
3.4 von 5

Sensorisch ein Spitzenöl — aber gerade die beworbene Milde spricht gegen einen hohen Polyphenolgehalt, und beziffert ist er nicht.

Tagesdosis
20 g (ca. 2 EL) täglich — die Verzehrbedingung des zugelassenen Polyphenol-Claims
Verbindung
Tropföl (ohne Pressung abgelaufen), nativ extra, bio
Packung
500 ml Flasche, nummeriert
Kosten je Tag
0,96 €
Dosierung
Verbindung
Reinheit
Transparenz
Preis
vegan ohne Zusätze

Anzeige · Provisionslink, für dich ohne Aufpreis

Belege

  1. 01 Verordnung (EU) Nr. 432/2012 — Unionsliste zulässiger Angaben · Europäische Kommission · 2012
  2. 02 Scientific Opinion on olive oil polyphenols and protection of blood lipids from oxidative damage · European Food Safety Authority · 2011
  3. 03 Primary prevention of cardiovascular disease with a Mediterranean diet (PREDIMED) · New England Journal of Medicine

Siehe auch

Andere Pflanzenstoffe

Alle Pflanzenstoffe ansehen

Wirkstoffbereiche

Die Datenbank weiterlesen

Zur ganzen Datenbank