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III · Spurenelemente

Fluorid

auch: Fluor · Natriumfluorid · Natriummonofluorphosphat · Aminfluorid

Der einzige Nährstoff mit Kariesschutz-Claim — und zugleich der, bei dem das BfR von Nahrungsergänzung ausdrücklich abrät.

Studienlage

Sehr gut belegt, von Fachgesellschaften anerkannt

Unsere Empfehlung

Drei Präparate mit Fluorid, drei Maßstäbe

Wie wir bewerten
  1. I Wirkstoffsieger

    Platz frei

    Die beste Bewertung, unabhängig vom Preis. Sobald genug Präparate aufgenommen sind, steht hier eines.

  2. II Preis-Leistungs-Sieger

    Platz frei

    Das beste Verhältnis aus Bewertung und Tagespreis. Sobald genug Präparate aufgenommen sind, steht hier eines.

  3. III Preissieger

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Zugelassene Angabe

Was über Fluorid gesagt werden darf

Für diesen Stoff stehen gesundheitsbezogene Angaben in der Unionsliste (VO (EU) 432/2012). Sie dürfen im angegebenen Wortlaut verwendet werden.

  1. 01

    „Fluorid trägt zur Erhaltung der Zahnmineralisierung bei“

    Bedingung mindestens 0,525 mg je 100 g bzw. je Portion (15 % des Referenzwerts)

Die Angabe gilt für Fluorid als Nährstoff. Zahnpasten und Mundspülungen fallen unter das Kosmetikrecht und werben deshalb mit anderen, dort zulässigen Formulierungen — die Wirkung ist bei ihnen örtlich und besser belegt als bei der geschluckten Zufuhr.

Grundlage: VO (EG) 1924/2006 · Unionsliste nach VO (EU) 432/2012 · Wie das Verfahren funktioniert

Ein Nährstoff, der am besten gar nicht geschluckt wird

Fluorid ist ein Sonderfall in dieser Datenbank. Die Wirkung auf den Zahnschmelz ist so gut belegt wie bei kaum einem anderen Stoff — und trotzdem ist die Ergänzung über Kapseln der falsche Weg. Der Kariesschutz entsteht im Mund: Fluorid lagert sich in die Schmelzoberfläche ein, baut sie nach Säureangriffen wieder auf und hemmt die Bakterien im Zahnbelag.

Was den Magen erreicht, ist dafür weitgehend verloren. Deshalb hat sich die Zahnmedizin seit den 1990er Jahren von der geschluckten hin zur örtlichen Anwendung verschoben, und deshalb rät das BfR davon ab, Fluorid Nahrungsergänzungsmitteln zuzusetzen.

Wo die Zufuhr in Deutschland herkommt

Drei Quellen tragen den Löwenanteil: fluoridiertes Speisesalz, verschluckte Reste aus der Zahnpasta und schwarzer Tee. Das Trinkwasser spielt anders als in den USA kaum eine Rolle, weil in Deutschland nicht fluoridiert wird. Wer regelmäßig Tee trinkt und fluoridiertes Salz verwendet, liegt bereits im Bereich der Schätzwerte.

Zahnfluorose — der Grund für die Zurückhaltung

Nimmt ein Kind während der Zahnentwicklung dauerhaft zu viel Fluorid auf, entstehen weiße Flecken oder in schweren Fällen bräunliche Verfärbungen im Schmelz. Das ist irreversibel und tritt genau dann auf, wenn Tabletten zusätzlich zu fluoridhaltiger Zahnpasta gegeben werden.

Die zahnärztlichen Leitlinien sehen deshalb entweder Tabletten oder Zahnpasta vor, abgestimmt auf das Alter — nie beides ungeprüft nebeneinander. Diese Entscheidung gehört in die Zahnarztpraxis und nicht ins Regal mit den Nahrungsergänzungsmitteln.

Was das für den Kauf bedeutet

Ein Multipräparat mit Fluorid ist kein Vorteil, sondern ein Grund zur Vorsicht — besonders in Haushalten mit Kindern. Wer etwas für die Zähne tun will, erreicht mit einer fluoridhaltigen Zahnpasta mehr als mit jeder Kapsel.

Fluorid — welche Form ist die beste?

Welche Form auf der Packung steht, entscheidet oft mehr über die Wirkung als die Zahl davor.

Form Aufnahme Anmerkung
Natriumfluorid hoch Die Form in Fluoridtabletten und im fluoridierten Speisesalz. Nahezu vollständig aufgenommen.
Natriummonofluorphosphat hoch Übliche Form in Zahnpasten, wirkt dort örtlich am Zahnschmelz.
Aminfluorid mittel Haftet gut an der Zahnoberfläche und bildet eine Deckschicht — der Vorteil liegt in der Anwendung im Mund, nicht in der Aufnahme.
Calciumfluorid niedrig Schwer löslich, natürlicher Bestandteil mancher Mineralwässer.

Fluorid Wechselwirkungen

Calcium- und Magnesiumpräparate

hemmt

Bilden mit Fluorid schwer lösliche Verbindungen und senken die Aufnahme deutlich. Auch Milch zur gleichen Zeit mindert sie.

Fluoridiertes Speisesalz und Mineralwasser

Vorsicht

Beides zählt zur Gesamtzufuhr. Wer beides nutzt, kommt ohne jedes Präparat in den Bereich des Bedarfs.

Wer auf Fluorid besonders achten sollte

  • Kinder unter acht Jahren — hier entsteht Zahnfluorose, wenn zusätzlich zur Zahnpasta geschluckt wird
  • Menschen mit Nierenschwäche, weil Fluorid überwiegend über die Niere ausgeschieden wird
  • Säuglinge, die mit fluoridarmem Wasser ernährt werden — die Verordnung von Tabletten gehört in zahnärztliche Hand

Mangel an Fluorid — Symptome und Anzeichen

  • Erhöhte Kariesanfälligkeit ist der einzige beschriebene Effekt einer knappen Zufuhr
  • Fluorid gilt nicht als essenziell — ein Mangel mit Krankheitsfolge über die Zähne hinaus ist nicht bekannt

Diese Zeichen sind unspezifisch und können viele andere Ursachen haben. Sie ersetzen keine Diagnose.

Fluorid in Lebensmitteln — woher es über die Nahrung kommt

Schwarzer Tee (Aufguss) 0,5–2 mg je Liter
Fluoridiertes Speisesalz 250 mg je kg Salz
Meeresfisch 0,1–0,3 mg je 100 g
Mineralwasser (fluoridreich) bis 1 mg je Liter
Trinkwasser in Deutschland meist unter 0,3 mg je Liter

Häufige Fragen zu Fluorid

01Wann sollte man Fluorid einnehmen?

Örtlich am Zahn statt geschluckt. Auf nüchternen Magen, mit Abstand zu den Mahlzeiten. Der Kariesschutz entsteht überwiegend im Mund, wenn Fluorid am Zahnschmelz haftet. Zweimal täglich Zähneputzen mit fluoridhaltiger Zahnpasta ist die wirksamste und sicherste Form der Anwendung.

02Wie viel Fluorid am Tag?

Der Nährstoffbezugswert nach LMIV liegt bei 3.5 mg am Tag. 3,1 mg (Frauen) bzw. 3,8 mg (Männer) am Tag als Schätzwert für eine angemessene Zufuhr nach D-A-CH — einschließlich Zahnpasta, Speisesalz und Trinkwasser. In Nahrungsergänzungsmitteln üblich sind In Nahrungsergänzungsmitteln unüblich und nicht empfohlen; Fluoridtabletten für Kinder sind Arzneimittel und werden zahnärztlich verordnet.

03Wie viel Fluorid ist zu viel?

Keine Zugabe zu Nahrungsergänzungsmitteln empfohlen. BfR-Höchstmengenvorschlag, Tolerable Upper Intake Level der EFSA 7 mg am Tag für Erwachsene. Die Gesamtzufuhr aus fluoridiertem Speisesalz, Zahnpasta und Mineralwasser schöpft den Rahmen bereits weitgehend aus. Zusätzliche Präparate erhöhen das Risiko einer Zahnfluorose, vor allem bei Kindern unter acht Jahren.

04Welche Wechselwirkungen hat Fluorid?

Zu beachten sind Calcium- und Magnesiumpräparate; Fluoridiertes Speisesalz und Mineralwasser. Calcium- und Magnesiumpräparate: Bilden mit Fluorid schwer lösliche Verbindungen und senken die Aufnahme deutlich. Auch Milch zur gleichen Zeit mindert sie. Fluoridiertes Speisesalz und Mineralwasser: Beides zählt zur Gesamtzufuhr. Wer beides nutzt, kommt ohne jedes Präparat in den Bereich des Bedarfs.

05Für wen ist Fluorid nicht geeignet?

Besondere Vorsicht gilt für: Kinder unter acht Jahren — hier entsteht Zahnfluorose, wenn zusätzlich zur Zahnpasta geschluckt wird; Menschen mit Nierenschwäche, weil Fluorid überwiegend über die Niere ausgeschieden wird; Säuglinge, die mit fluoridarmem Wasser ernährt werden — die Verordnung von Tabletten gehört in zahnärztliche Hand. Wer regelmäßig Medikamente nimmt, sollte die Einnahme ärztlich abklären.

06Woran erkennt man einen Fluorid-Mangel?

Mögliche Anzeichen sind Erhöhte Kariesanfälligkeit ist der einzige beschriebene Effekt einer knappen Zufuhr und Fluorid gilt nicht als essenziell — ein Mangel mit Krankheitsfolge über die Zähne hinaus ist nicht bekannt. Keines davon ist für sich beweisend — Sicherheit gibt erst die Messung im Blut.

07In welchen Lebensmitteln steckt Fluorid?

Gute Quellen sind Schwarzer Tee (Aufguss) (0,5–2 mg je Liter), Fluoridiertes Speisesalz (250 mg je kg Salz), Meeresfisch (0,1–0,3 mg je 100 g), Mineralwasser (fluoridreich) (bis 1 mg je Liter) und Trinkwasser in Deutschland (meist unter 0,3 mg je Liter).

08Welche Form von Fluorid ist am besten?

Gut aufgenommen werden Natriumfluorid und Natriummonofluorphosphat. Schlechter verfügbar ist Calciumfluorid. Zu Natriumfluorid: Die Form in Fluoridtabletten und im fluoridierten Speisesalz. Nahezu vollständig aufgenommen.

09Womit darf für Fluorid geworben werden?

Zugelassen sind nach der Unionsliste unter anderem: „Fluorid trägt zur Erhaltung der Zahnmineralisierung bei“. Bedingung: mindestens 0,525 mg je 100 g bzw. je Portion (15 % des Referenzwerts).

Belege

  1. 01 Dietary Reference Values for fluoride · European Food Safety Authority · 2013
  2. 02 Verwendung von Fluorid in Nahrungsergänzungsmitteln und zur Kariesprophylaxe · Bundesinstitut für Risikobewertung
  3. 03 S2k-Leitlinie Kariesprophylaxe bei bleibenden Zähnen · Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde · 2016

Siehe auch

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