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III · Spurenelemente

Silber

auch: Ag · kolloidales Silber · Silberwasser · Nanosilber · Silberproteinat

Als „kolloidales Silber“ millionenfach verkauft — ohne Körperfunktion, ohne Zulassung und mit einer Nebenwirkung, die dauerhaft sichtbar bleibt.

Studienlage

Einzelne Hinweise, überwiegend Labor- oder Tierversuche

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Wie wir bewerten
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Keine Angabe beantragt

Was über Silber gesagt werden darf

Für diesen Stoff ist keine gesundheitsbezogene Angabe in der Unionsliste eingetragen. Es darf nicht mit einer gesundheitlichen Wirkung geworben werden.

Für Silber steht keine gesundheitsbezogene Angabe in der Unionsliste, es ist nicht als Mineralstoff für Nahrungsergänzungsmittel zugelassen und darf Lebensmitteln nicht zugesetzt werden. Aussagen zu Infekten, Viren oder Abwehrkräften sind unzulässig und im Krankheitsbezug zusätzlich nach Heilmittelwerberecht verboten.

Grundlage: VO (EG) 1924/2006 · Unionsliste nach VO (EU) 432/2012 · Wie das Verfahren funktioniert

Ein altes Mittel, das seine Rolle verloren hat

Vor der Entdeckung der Antibiotika war Silber ein gängiges Desinfektionsmittel. Diese Vorgeschichte trägt den heutigen Markt für „kolloidales Silber“, das als natürliches Antibiotikum gegen alles Mögliche beworben wird — von Erkältungen über Borreliose bis zu Viren.

Die Ausgangslage ist eindeutig: Silber hat im menschlichen Körper keine bekannte Funktion. Es gibt keinen Bedarf, keinen Mangel und keine Zulassung als Lebensmittel oder Nahrungsergänzungsmittel in der EU.

Argyrie — die Nebenwirkung, die bleibt

Wer Silber über längere Zeit einnimmt, lagert es in Haut, Schleimhäuten, Augen und inneren Organen ab. Unter Lichteinwirkung entstehen dunkle Silbersalze, und die Haut nimmt eine grau-bläuliche Färbung an. Das nennt sich Argyrie.

Sie tut nicht weh und schränkt nicht ein — sie bildet sich aber nicht zurück. Weder Absetzen noch Laserbehandlung stellen den ursprünglichen Zustand zuverlässig wieder her. Die bekanntesten dokumentierten Fälle betrafen Menschen, die jahrelang selbst hergestelltes Silberwasser tranken.

Daneben sind Nierenschäden und neurologische Beschwerden bei hoher Zufuhr beschrieben.

Warum „es wirkt doch gegen Bakterien“ nicht genügt

Dass Silberionen Bakterien abtöten, ist unbestritten — im Reagenzglas und auf einer Wundauflage. Daraus folgt jedoch nicht, dass ein Schluck Silberwasser eine Infektion im Körper beeinflusst. Die Konzentration, die im Blut ankommt, liegt weit unter der wirksamen, und der Weg dorthin führt durch einen Verdauungstrakt voller Chlorid und Eiweiß, die Silber binden.

Es gibt keine kontrollierte Studie am Menschen, die einen Nutzen der Einnahme belegt. Die medizinisch anerkannte Anwendung ist und bleibt die örtliche: silberhaltige Auflagen bei infizierten Wunden und Verbrennungen, ärztlich verordnet.

Wie der Verkauf funktioniert

Weil Silber als Lebensmittel nicht zulässig ist, wird es als Kosmetikum, als Wasseraufbereitungsmittel oder schlicht als „Silberkolloid“ ohne Zweckangabe verkauft. Die Anwendungshinweise wandern dann in Foren, Videos und Begleitliteratur.

Für Käufer bedeutet das: kein Sicherheitsnetz. Keine geprüfte Zusammensetzung, keine Höchstmenge, keine Pflicht zur Nebenwirkungsmeldung — und ein Produkt, dessen Hauptwirkung auf lange Sicht sichtbar in der Haut steht.

Silber — welche Form ist die beste?

Welche Form auf der Packung steht, entscheidet oft mehr über die Wirkung als die Zahl davor.

Form Aufnahme Anmerkung
Kolloidales Silber mittel Silberpartikel in Wasser, meist mit 10 bis 50 ppm angegeben. Als Lebensmittel in der EU nicht verkehrsfähig; der Verkauf erfolgt häufig als „Kosmetikum“ oder „Wasserreiniger“, um die Einstufung zu umgehen.
Silberproteinat hoch An Eiweiß gebundenes Silber, in älteren Präparaten. Wird besonders gut aufgenommen und ist mit den meisten Argyrie-Fällen verbunden.
Nanosilber hoch Sehr kleine Partikel mit großer Oberfläche. In Textilien und Kosmetik verwendet; die Bewertung möglicher Wirkungen auf Darmflora und Zellen ist nicht abgeschlossen.
Silberhaltige Wundauflagen niedrig Die einzige medizinisch anerkannte Anwendung — örtlich auf infizierten Wunden oder Verbrennungen, als Medizinprodukt und ärztlich indiziert. Diese Anwendung hat mit dem Trinken von Silberwasser nichts zu tun.
Silber als Lebensmittelfarbstoff E 174 niedrig Blattsilber zur Dekoration von Pralinen. Die EFSA konnte die Sicherheit zuletzt nicht abschließend bewerten; die Verwendung ist auf äußere Verzierung beschränkt.

Silber Wechselwirkungen

Antibiotika (Tetracycline, Gyrasehemmer)

hemmt

Silber bildet mit diesen Wirkstoffen schwer lösliche Komplexe und verringert deren Aufnahme.

Levothyroxin

hemmt

Die Aufnahme des Schilddrüsenhormons kann vermindert werden.

Darmflora

Vorsicht

Silber wirkt antibakteriell, ohne zwischen schädlichen und nützlichen Bakterien zu unterscheiden. Eine Wirkung auf die Darmflora ist naheliegend und nicht ausreichend untersucht.

Wer auf Silber besonders achten sollte

  • Niemand hat einen belegten Nutzen von einer Einnahme
  • Besonders betroffen sind Menschen, die Silber über Monate oder Jahre als Hausmittel einnehmen
  • Schwangere und Kinder — Silber passiert die Plazenta und lagert sich im wachsenden Gewebe ab

Mangel an Silber — Symptome und Anzeichen

  • Kein Mangelzustand, weil keine Körperfunktion bekannt ist

Diese Zeichen sind unspezifisch und können viele andere Ursachen haben. Sie ersetzen keine Diagnose.

Silber in Lebensmitteln — woher es über die Nahrung kommt

Trinkwasser meist unter 5 µg je Liter
Pilze und Getreide Spuren im Mikrogrammbereich
Blattsilber (E 174) nur zur äußeren Verzierung zugelassen

Häufige Fragen zu Silber

01Wann sollte man Silber einnehmen?

Nicht anzuwenden. Auf nüchternen Magen, mit Abstand zu den Mahlzeiten. Es gibt keine Einnahmeempfehlung, weil es keinen Anwendungsgrund gibt. Wer über längere Zeit kolloidales Silber eingenommen hat, sollte das ärztlich ansprechen — die Ablagerungen in der Haut sind nicht rückbildungsfähig.

02Wie viel Silber am Tag?

Kein Referenzwert; Silber hat beim Menschen keine bekannte Körperfunktion. Die Zufuhr über Lebensmittel liegt bei 5–20 µg am Tag. In Nahrungsergänzungsmitteln üblich sind Keine. Silber ist in der EU nicht als Nährstoffquelle für Nahrungsergänzungsmittel zugelassen.

03Wie viel Silber ist zu viel?

Die empfohlene Höchstmenge für Nahrungsergänzungsmittel liegt bei 5 µg je kg Körpergewicht am Tag als lebenslang tolerierbare Aufnahme. Ableitung der Weltgesundheitsorganisation für Trinkwasser. Anbieter kolloidalen Silbers empfehlen Mengen, die diesen Wert um ein Vielfaches überschreiten. Silber lagert sich in Haut, Augen und inneren Organen ab und wird nur sehr langsam ausgeschieden.

04Welche Wechselwirkungen hat Silber?

Zu beachten sind Antibiotika (Tetracycline, Gyrasehemmer); Levothyroxin; Darmflora. Antibiotika (Tetracycline, Gyrasehemmer): Silber bildet mit diesen Wirkstoffen schwer lösliche Komplexe und verringert deren Aufnahme. Levothyroxin: Die Aufnahme des Schilddrüsenhormons kann vermindert werden. Darmflora: Silber wirkt antibakteriell, ohne zwischen schädlichen und nützlichen Bakterien zu unterscheiden. Eine Wirkung auf die Darmflora ist naheliegend und nicht ausreichend untersucht.

05Für wen ist Silber nicht geeignet?

Besondere Vorsicht gilt für: Niemand hat einen belegten Nutzen von einer Einnahme; Besonders betroffen sind Menschen, die Silber über Monate oder Jahre als Hausmittel einnehmen; Schwangere und Kinder — Silber passiert die Plazenta und lagert sich im wachsenden Gewebe ab. Wer regelmäßig Medikamente nimmt, sollte die Einnahme ärztlich abklären.

06Woran erkennt man einen Silber-Mangel?

Mögliche Anzeichen sind Kein Mangelzustand, weil keine Körperfunktion bekannt ist. Keines davon ist für sich beweisend — Sicherheit gibt erst die Messung im Blut.

07In welchen Lebensmitteln steckt Silber?

Gute Quellen sind Trinkwasser (meist unter 5 µg je Liter), Pilze und Getreide (Spuren im Mikrogrammbereich) und Blattsilber (E 174) (nur zur äußeren Verzierung zugelassen).

08Welche Form von Silber ist am besten?

Gut aufgenommen werden Silberproteinat und Nanosilber. Schlechter verfügbar sind Silberhaltige Wundauflagen und Silber als Lebensmittelfarbstoff E 174. Zu Silberproteinat: An Eiweiß gebundenes Silber, in älteren Präparaten. Wird besonders gut aufgenommen und ist mit den meisten Argyrie-Fällen verbunden.

09Womit darf für Silber geworben werden?

Nichts. Für Silber steht keine gesundheitsbezogene Angabe in der Unionsliste, es ist nicht als Mineralstoff für Nahrungsergänzungsmittel zugelassen und darf Lebensmitteln nicht zugesetzt werden. Aussagen zu Infekten, Viren oder Abwehrkräften sind unzulässig und im Krankheitsbezug zusätzlich nach Heilmittelwerberecht verboten.

Belege

  1. 01 Kolloidales Silber in Lebensmitteln und Nahrungsergänzungsmitteln — Bewertung · Bundesinstitut für Risikobewertung
  2. 02 Silver in drinking-water — background document for guideline values · Weltgesundheitsorganisation
  3. 03 Re-evaluation of silver (E 174) as food additive · European Food Safety Authority

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